Cseri Miklós, Balassa M. Iván, Viga Gyula szerk.: Népi építészet a Kárpát-medence északkeleti térségében - A Miskolcon 1989. május 15-16-án megrendezett konferencia anyaga (Miskolc; Szentendre: Szabadtéri Néprajzi Múzeum: Herman Ottó Múzeum, 1989)
Wolf Mária: Régészeti adatok Észak-Magyarország középkori népi építészetéhez
Bei den Ausgrabungen von Dörfern aus der Arpadenzeit kommen ausserhalb des Wohnhauses Gruben mit den unterschiedlichsten Formen und Ausmassen zum Vorschein. Über ihre ursprüngliche Funktion sind wir uns in den meisten Fällen nicht im klaren. Aufgrund ihres Fundmaterials, ihrer Anordnung sowie neuzeitlicher Parallelen werden die drei, nahezu gleichgrossen Gruben, die in Szendrö-Gacsal aufgedeckt wurden (Bild 2.), für oval gestaltete Wohnhäuser gehalten. Die am besten erhaltenen unter ihnen sind 4,7x3 m gross, ihre Wände fallen schräg ter sind kleine Kammern gegraben. Der Zugang des Objekts war nach Süden hin geöffnet und eine reguläre Treppe führte ins Innere. Entlang der Wände standen Bänke, hier waren auch Löcher für Pfeiler zu entdecken, die wahrscheinlich Spuren einer Inneneinrichtung sind. In diesem Objekt waren weder ein Herd noch die Spuren von Beheizung zu entdecken (Bild 3.). In Sajólád-Kemej wurde eine runde Grube von grossen Abmessungen aufgedeckt. Ihr Durchmesser beträgt 2,5 m, sie wurde 1,43 m unter der heutigen Oberfläche eingegraben. Aus der Form dieser Grube sowie aus der grossen Die volkstümliche Architektur des Mittelalters weist in unserem Gebiet ein abwechslungsreiches Bild auf. Sowohl in den Dörfern aus der Arpadenzeit als auch aus dem späten Mittelalter können in den Boden gegrabene wie auch auf der Bodenoberfläche stehende Bauten entdeckt werden. Bislang stehen uns jedoch nur wenig archäologische Angaben zur Verfügung, um ein umfassendes Bild von der volkstümlichen Architektur des Mittelalters in Nordungarn zeichnen zu können. Wir können auch vorerst noch keine Grenzen ziehen, welcher Haustyp für welche Landschaft charakteristisch war. Die zutagegekommenen Haustypen können wir mit keinem Ethnikum in Verbindung bringen, obwohl aus den historischen Quellen eindeutig hervorgeht, dass das Ungarntum, das sich hier im Karpatenbecken niederliess, keine Einheit bildete, sodass auch die hier aufgefundenen Volksminderheiten offensichtlich jede ihre eigene Kultur - Wohnkultur - besass. Dennoch hoffen wir, dass wir im Ergebnis der nunmehr planmässigen Dorfaufdeckungen auf all die hier aufgeworfenen Fragen bald eine Antwort geben können.