SZUROMI IMRE (Kiállítási katalógusok - Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2008)

VORWORT Wenn jemand gewöhnlieh Landsehaftsbilder, Stillleben oder Gemälde mit intimen Szenen in einem Ausstellungsraum sucht, wird unter den Bildern von Imre Szuromi überrascht und vielleicht ratlos herumschauen. Diesen Künstler bewegen jedoch nicht herrliche Anblicke, sondern eher interne Visionen, wenn er malen will. Die Elemente der sichtbaren Welt ordnen sich in ungewöhnliche, mal traumhafte Beziehungen auf seinen Bildern - jedoch nie herausfordernd, exaltiert, sondern mit einer sanften, fast selbstverständlichen Natürlichkeit. Wir sehen herrenlose Gesichter, wir verfolgen Blicke, die sich diszipliniert, aber sich wundernd auf die Geheimnisse des Seins heften und spornen uns zur ähnlichen Hingabe, Aufmerksamkeit an. Die Gemälde von Giotto, des Meisters, der vor den Generationen der großen Renaissance lebte, kommen uns in den Sinn, auf denen eine besondere, wundervolle Architektur zur Geltung kommt. Imre Szuromi, der Maler vergisst nicht, dass er auch Architekt ist: er schafft auf seinen Bildern Raumverhältnisse, auch in seinen Visionen beschäftigt er sich mit der Form, der Ausdehnung und dem Gewicht des Körpers, der Materie. Die Farben sind nie grell, ihre dämmernde Reinheit und Harmonie erobern langsam den Zuschauer. Diese Bilder „erzählen" von der archaischen, elementaren Situation des Menschen. Aber auch von der Schönheit und vom Ernst des Lebens, vom Schmerz, die wir schamhaft, verheimlichend, aber verständnisvoll in uns tragen. Sie erzählen vom Fest, das sich aus den Wochentagen hervorhebt. Wenn wir uns aufmerksam orientieren, und vor den Bildern eine längere Zeit verbringen, können wir mit Hilfe des Titels und manchmal der auf dem Bild dargestellten Wörter die konkreten Themen erkennen, identifizieren: meistens uns wohl bekannte Elemente von biblischen Erinnerungen und Volksballaden erscheinen vor unseren Augen. Diese Themen sind für den Künstler wichtig; wir haben jedoch nie den Eindruck, dass er diese nur als Vorwand betrachten würde, und sie eigentlich für etwas anderes, für eine andere „zum Gewerbe gehörige" Frage hervorruft. Wir können auch nicht behaupten, dass ein Bild nur die Illustration eines traditionellen Themas wäre. Imre Szuromi beschäftigen nicht die Geheimnisse der Malerei sondern des Menschlichen Daseins, er verweilt vor diesen Fragen. Wenn wir seine 'ars poetica' suchen, zitieren wir am besten ein kurzes Gedicht von Rilke: 0 sage, Dichter, was du tust ? - Ich rühme. Aber das Tödliche und Ungetüme, wie hältst du's aus, wie nimmst du's hin ? - Ich rühme. Aber der Namenlose, Anonyme, wie rufst du's, Dichter, dennoch an ? - Ich rühme. Woher dein Recht, in jeglichem Kostüme, in jeder Maske wahr zu sein ? - Ich rühme. Und dass das Stille und das Ungestüme Wie Stern und Sturm dich kennen?: - weil ich rühme. Der Künstler ist 60 Jahre alt. Szentendre wurde mit seinen Werken bereichert: in der Kirche Peter-Paul, an der Hoffassade des Franziskaner-Gymnasiums, aber auch die Fresken an der Außenseite des Hauses für geistliche Übung der Franziskaner in Horány stammen von ihm. Mit seiner Kunst hat er hat uns alle reicher gemacht Gott soll ihn erhalten und ihm noch viele schöpferische Jahre geben! István Jelenits 5

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