Bereczki Ibolya - Sári Zsolt: Ház és Ember, A Szabadtéri Néprajzi Múzeum évkönyve 28-29. (Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2017)

PALÁDI-KOVÁCS ATTILA: Szilágysági lakóházak és gazdasági épületek az 1960-as években a Magyar Néprajzi Atlasz tükrében

Attila Paládi-Kovács WOHNHÄUSER UND WIRTSCHAFTSBAUTEN IN DER REGION SZILÁGYSÁG IN DEN I960ER JAHREN Der Aufsatz stellt die charakteristischen Formen der vom Autor in den Jahren 1967 und 1969 untersuchten Wohnhäusern und Wirtschaftsbauten vor, die er im Rah­men seiner Feldarbeit in vier Forschungspunkten des Ungarischen Ethnographischen Atlasses (in den Gemein­den Désháza, Bogdánd, Kraszna und Kémer) ausgeführt hatte. Er beschreibt detailliert die Bauweise der mit verschiedenen Techniken gebauten Mauern, besonders die Bauweisen von Erdwänden und Weizenstrohdä­chern. Die auf Sohlenbalken gebaute Holzstruktur war bei der Konstruktion von Hauswänden dominant, diese wurden dann an der Außenseite gewellert. Die Wände mit Balkenstruktur haben das Gewicht des Daches get­ragen. Das Dach mit seinen vier Seiten erinnert an ein Zelt (Bild I.). Uber dem traditionellen Herd wurden ein Kamin aus Kacheln und ein eigenartiger, kuppelförmiger Funkenfänger angebracht. Der Rauch entwich in den Dachraum, das Haus hatte keinen Schornstein (Bild 2.). Ab Beginn des 20. Jahrhunderts sind Dächer mit Giebelwand anzutreffen, Lehmziegeln und Lauben mit Holzsäulen wurden verbreitet (Bild 5.). Wohlhabende Hausbesitzer bauten ihre Häuser in den 1920-30er Jah­ren mit einer von Steinsäulen unterstützen Laube (Bild 6. ). Das Material zur Bedachung hat sich auch geändert: die Strohdächer wurden von Lehmdachziegeln abgelöst. Besonders wichtig waren unter den Wirtschaftsbauten die mit Stall und Heulager zusammengebaute Scheune (Bild 7.), das Getreidelager (’gabonás’ auf Ungarisch), das Heulager auf Holzsäulen und der Schafstall (Bilder 7. -10.). Der Wein wurde zum Teil in den Kellern auf dem Weinberg, zum Teil innerhalb der Siedlung in Kellern auf­bewahrt. Diese wurden entweder unter dem Wohnhaus oder unter dem Getreidelager gebaut (Bilder 4. und 10.). Die riesige Weinpresse (auf Ungarisch: medveprés - Bärenpresse) war typisch für die Region. Sie war in einem bedeckten Raum untergebracht (Bilder 12.-14.). Der Trester (törköly auf Ungarisch) wurde luftdicht verschlossen, mit Erde bedeckt in Gruben aufbewahrt, bis daraus Schnaps gebrannt wurde. Laut einer Quelle aus dem Jahr 1839 wurde sogar Most in Gruben aufbe­wahrt. Meistens jedoch wurde der Traubensaft seit Jahrhunderten in Holzfässern in den Kellern gelagert und gereift. 287

Next

/
Oldalképek
Tartalom