Bereczki Ibolya - Cseri Miklós (szerk.): Ház és ember, A Szabadtéri Néprajzi Múzeum évkönyve 22. (Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2010)

H. Csukás Györgyi: Pinceajtók a Balaton-felvidéki szőlőhegyeken

Györgyi H. Csukás KELLERTÜREN IN DEN WEINBERGEN DES BALATON-OBERLANDES Die Keller, in denen einst Wein hergestellt war, wo die Kelter, die Gefäße zur Weinlese, das Werkzeug der Bodenbearbeitung aufbewahrt waren und der Wein gereift hat, sind verstreut in den Parzellen der einzelnen Weinbauer in den Weinbergen des Balaton­Oberlandes. Der Keller im Weinberg konnte aber auch als Gelegenheitswohnstätte und Heulager di­enen. Heute dienen die Keller nicht mehr als auswär­tiger Ort der Bauerwirtschaft, viele Keller sind zer­stört, oder funktionieren als Wochenendhäuser wei­ter. Trotz der Umbauten bewahren die Weinbergbauten jedoch noch viele Werte. So z.B. die Kellertüren, die solche Türtypen vertreten, die im Dorf nicht mehr anzutreffen sind, wie auch Verschlüsse, die nur für den Weinberg typisch waren. Als im 1 8. Jahrhundert der Ort der Weinherstellung und -lagerung vom Dorf in den Weinberg versetzt war, bestand der Weinbergkeller normalerweise aus zwei Räumen: aus Presshaus und Weinkeller, aber der Bau war oft mit einer Stube ergänzt. Das Gebäude hatte im allge­meinen Steinmauer, und der Keller war meistens mit Steingewölbe errichtet. In manchen Gebäuden sind die verzimmerten, ein­flügeligen, gehobelten Eichentüren bewahrt. Die Bret­ter des Türflügels wurden mit Holznägeln zu zwei Laschen befestigt. Diese schweren Türen waren ohne Eisenteile zusammengestellt, die Türangel bestanden aus Holz, wie auch der Fallriegelschloss. Dieses Ver­schlusssystem war früher in ganz Europa verbreitet. Die Keller im Balaton-Oberland haben die Variante be­wahrt, bei welcher die Verschlussvorrichtung in einem hohen, bis zur Decke reichenden Balken hinter dem Türpfosten versteckt ist. Bei Öffnung hat man den Riegel mit einem Eisenschlüssel aufgehoben und zurückgeschoben, hineingreifend durch das Riegelloch. Da die Keller im Balaton-Oberland bereits im 18. Jahrhundert mit Steinmauern gebaut waren, wurden die hauptsächlich von Holzbauten bekannten Fall­riegelschlösser modifiziert. Mancherorts wurden vor dem Verschlussbalken Holzbalken in den Schwelle-, bzw. Gesimsbalken mit Zinken befestigt, damit die Steinmauer unauflösbar wurde. Die Eichentüren mit den traditionellen Verschlüssen haben Elemente der Holzarchitektur bewahrt, wie auch die Holzdecken mit Hauptbalken in den Kellern mit Steinmauern. Die gehobelten Eichentüren wurden ab der Wende der I 8,-1 9. Jahrhunderte von zweischichtigen Türen mit Eisenband an den Angeln allmählich abgelöst. Zu diesen Türen fertigte der Schlösser die Verschlüsse mit Nägeln und sie waren mit Griff ausgestattet. Die Eichenbretter dieser zweiflügeligen Türen wurden meistens mit Nadelholzlatten mit profiliertem Rand, in geometrische Muster geordnet bedeckt. Zu den Eichenbrettern waren sie mit Eisennägeln mit großer Kuppe befestigt. Diese von Tischlern gefertigten Türen entsprachen nicht nur den Sicherheitsan­forderungen, sondern waren auch von bedeutendem ästhetischem Wert. Die ziemlich unterschiedliche Vermögenssituation und soziale Stellung der Weinbergbesitzer (Adlige, Bürger, Stadtbewohner, Leibeigene, Kätner, lokale Bevölkerung und Extrane) spiegelten sich an der Größe und Gestaltung der Keller wider. Die häufigen Verkäufe, die Besitzerwechsel förderten die Verbre­itung von architektonischen Elementen, Lösungen und Neuerungen. Die Keller in den Weinbergen haben bis heute solche Türtypen bewahrt, die durch die Verbre­itung von eingeschobenen Türen mit weniger Materi­albedarf und größerem Verziehungswiderstand aus den Wohnhäusern schon früher herausgedrängt waren. 103

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