Cseri Miklós, Füzes Endre (szerk.): Ház és ember, A Szabadtéri Néprajzi Múzeum évkönyve 20. (Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2007)
FURU ÁRPAD: A Torockó értékvédő program
DAS TOROCKÓ-PROGRAMM ZUR DENKMALPFLEGE Das Torockó-Programm zur Pflege von Baudenkmälern strebt seit zehn Jahren nach einer aktiven Erhaltung der Baudenkmäler der Gemeinde. Es wurde auf Initiative von Denkmalschutz-Fachkreisen mit dem Zweck gegründet, die Umgestaltung des sehr wertvollen, aber auch sehr gefährdeten Bauerbe der Gemeinde Torockó zu verhindern. Das Pflegeprogramm, das die Selbstverwaltung des V. Bezirks von Budapest seit Anfang unterstützt, funktioniert über ein Unterstützungssystem, dessen technische Abwicklung die Stiftung Transylvania Trust in Kolozsvár auf sich nimmt. Seit dem Jahr 1996 erhalten in Torockó jährlich einmal ca. 130-140 Haubesitzer eine Unterhaltsunterstützung, deren Betrag ungefähr einem Monatslohn entspricht (Rahmen A). Der Unterstützungsvertrag enthält drei Bedingungen, die dem Hausbesitzer auferlegt werden, wenn er von der Unterstützung Gebrauch machen will: er führt am Haus die nötigen Unterhaltsarbeiten aus, er verändert die wertvollen architektonischen und Straßenbildelementen der Bauten nicht, bzw. falls er eine Änderung vorschlägt, berät er diesbezüglich die Stiftung und geht im Einklang mit den Empfehlungen der Stiftung vor. Eine Herstellungsunterstützung über Ausschreibungen ermöglicht die Ausführung von größeren Arbeiten (Rahmen B). Das Torockó-Programm zur Pflege von Baudenkmälern basiert auf Zusammenarbeit mit Baudenkmalbcsitzern und der lokalen Selbstverwaltung. Die Denkmalschutzstrategie des Programms hat hauptsächlich zum Zweck, die erhalten gebliebenen baulichen Werte für die Zukunft zu bewahren, und diese zu pflegen. Es strebt nicht nach der Herstellung eines früheren Zustandes zu jedem Preis, auch nicht nach der Erstarrung der heutigen Situation, es möchte hingegen erreichen, dass die traditionellen Werte ihren würdigen Platz im künftigen, auf einer gesunden wirtschaftlichen Entwicklung basierenden Leben der Stadt bekommen. In den ersten zehn Jahren des Bestehens des Denkmalschutzsystems haben die Besitzer bei 96% der Gebäude Ín Torockó Beträge aus eigenen Mitteln für Unterhalt und Reparatur ausgegeben, die die Unterstützungsgelder um 100-150% überschritten. Die durch Ausschreibungen verteilte Herstellungsunterstützung ermöglichte bei fast 70 Gebäuden solche Arbeiten, wie Restaurierung, Einholen von Fachmeinung, Entwurf und Messungen. (Im Jahr 2000, nach Empfang des Preises Europa Nostra wurde im Sommer auf 111 Gebäuden gearbeitet und bei ca. 20 Bauten wurde eine umfassende Fassadenrenovierung vorgenommen. Teil der Strategie des Programms ist der Schutz aufgrund von Besitzerrechten. Grundlage des Denkmalschutzes stellen die elektronische Datei mit den im Jahr 1996 gesammelten architektonischen Daten sowie die ständige architektonische Forschungsarbeit. Die Stiftung machte den Bewohnern - außer der kurzfristigen finanziellen Motivierung der Unterstützungen - auch die langfristigen finanziellen Vorteile des Dorftourismus bereits zu Beginn der Tätigkeiten im Bereich des Denkmalschutzes bekannt, hervorhebend, dass die renovierten Baudenkmäler auch als Gästehäuser Nutzen abwerfen können. Es ist auch dem Denkmalschutz zu verdanken, dass der Fremdenverkehr aufsteigt. Bis jetzt haben sich etwa 40 Hausbesitzer - zum Teil mit der fachlichen Zustimmung und Unterstützung der Stiftung - die für den Dorftourismus nötigen Genehmigungen angeschafft und der Fremdenverkehr ist zum stärksten Wirtschaftszweig in der Gemeinde geworden. Das Torockó-Programm zur Pflege von Baudenkmälern gewann im Sinne der Entscheidung des Europa Nostra Komitees im November 1999 die Medaille des Europa Nostra Preises, die für Denkmalherstellung in Rumänien das erste Mal zuerkannt wurde. In der Zuerkennung des Preises spielte außer den erreichten Ergebnissen die Komplexität des Programms eine Rolle: das Torockó-Programm dient als Vorbild für Partnerbeziehungen zwischen lokalen Selbstverwaltungen über die Staatsgrenzen hinaus, sowie für ein Denkmalschutzprogramm, das auf der Zusammenarbeit von Hausbesitzern und von einer fachlichen Zivilorganisation gründet, in einer Region, wo die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Änderungen das Bauerbe eindeutig gefährden.