Cseri Miklós, Füzes Endre (szerk.): Ház és ember, A Szabadtéri Néprajzi Múzeum évkönyve 18. (Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2005)

DEMETER ISTVÁN-MIKLÓS ZOLTÁN: Nyikó menti díszített tetőcserepek

István Demeter-Zoltán Miklós DECORATED TILES ALONG THE NYIKÓ The examined tiles are museum objects, originat­ing from the territory along the Nyikó. They contain the characteristic motives of one region's folk archi­tecture. The tiles belong to the István Molnár Museum in Székelykeresztúr. In 1996, the demolish­ing of the relocated dwelling house from Tarcsfalva, the bakehouse from Rugonfalva and the barn from Csehétfalva led to the finding of these decorated tiles. The buildings were rebuilt on the museum yard. The decorative motives are diverse concerning the different craftsmen, often reflecting individual ideas and the momentary mood of the maker. First of all, it is important to emphasise the practice of deco­ration, as the independent craftsmen applied it alike. Till the first quarter of the 20 lh century, all the potters living along the Nyikó decorated their products. This docs not mean the elaboration of each and every piece, but the decoration of a few ones, given at one order. In order to have the right consequences, we have to take it to consideration that certain labels and drawings, grouped as decorations by us, did not have aesthetic meaning in their original function. That is why the context should be always analysed. The industrial production dissolved the crafts­men's activity, so village people started to use manu­factured tiles. Among the circumstances of the tota­litarian era, building boomed in the region's settle­ments. As a result, only few traces of the characteris­tic way of constructing peasant houses and yards can be found. The Co-operatives decimated the livestock of the farmers, the impressive outbuildings became useless, many of them were demolished or rebuilt. New buildings appeared, the older tiles were not put back. This phenomenon became so general, that it is rare to find a decorated tile nowadays. István Demeter-Zoltán Miklós VERZIERTE DACHZIEGEL AUS DER GEGEND DES FLUSSES NYIKÓ Die zur Verarbeitung übernommenen Dachziegel sind Museumsgegenstände aus der Gegend des Flusses Nyikó, und enthalten für eine einzige Region charakteristische Motive der Volksbaukunst. Die Dachziegel sind Bestandteile der Sammlung des Museums István Molnár in Székelykeresztúr. Beim Abbrechen und Wiederaufbau des Wohnhauses aus Tarcsafalva, des Backhauses aus Rugonfalva und der Scheune und des Schweinestalls aus Csehétfalva auf dem Hof des Museums im Jahr 1996 wurden mehrere verzierte Dachziegel gefunden. Die einzelnen Ornamente weisen eine große Abwechslung je nach Meister auf und in vielen Fällen spiegeln sie die momentane Stimmung und die indi­viduellen Ideen des Herstellers wider. Es ist sehr wichtig die Praxis der Verzierung überhaupt her­vorzuheben, da alle voneinander sonst unabhängig arbeitenden Meister dieser Praxis nachgekommen waren. Wir können behaupten, dass die Dachziegel­hersteller in der Gegend des Flusses Nyikó bis zum ersten Viertel des 20. Jahrhunderts ihre Produkte ohne Ausnahme verziert hatten. Dies bedeutet nicht, dass jedes Stück einzeln auf diese Weise verschönert war, sondern unsere Feststellung bezieht sich darauf, dass bei jeder Bestellung einige dekorierte Dachziegel übergeben wurden. Für die richtige Schlussfolgerung wollen wir die Möglichkeit einräu­men, dass die von uns als Ornament betrachteten Zeichnungen oder Inschriften aus ihrem Kontext ausgerissen sein können und dass sie in ihrer ursprünglichen Funktion keine ästhetische Bedeutung trugen. Die Produktion in Großbetrieben setzte der handwerklichen Ziegelherstellung ein Ende, und immer mehr Fabrikziegel wurden auch in den Dörfern verwendet. Während des Tötalitarismus kam die Bauindustrie in den Dörfern der Region in Schwung. Demzufolge finden wir das Bausystem der charakteristischen Bauernhöfe nur noch in Spuren vor. Die landwirtschaftlichen Produktions-genossen­schaften dezimierten den Tierbestand der Bauern, und die imposanten Wirtschaftsbauten wurden über­flüssig: viele wurden umgebaut oder endgültig abge­brochen. Die alten Gebäude wurden von neuen ersetzt; auf diese wurden die früher verwendeten Dachziegel nicht mehr aufgesetzt. Dieses Phänomen wurde dermaßen allgemeingültig, dass die heute zufällig zum Vorschein gekommenen verzierten Dachziegel als Rarität gelten.

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