Cseri Miklós, Füzes Endre (szerk.): Ház és ember, A Szabadtéri Néprajzi Múzeum évkönyve 15. (Tanulmányok Füzes Endre 70. születésnapja alkalmából. Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2002)

IFJ. KODOLÁNYI JÁNOS: Múzeumi néprajzi gyűjteményeink fejlesztése

János Kodolányi, Jr. ENTWICKLUNG DER ETHNOGRAPHISCHEN SAMMLUNGEN VON MUSEEN Das Sammlerinteresse der im 19. Jahrhundert gegrün­deten Museen wendete sich der Ethnographie erst dann zu, als diese begann sich als Wissenschaftszweig zu behaupten. Die bestehenden Sammlungen machten es notwendig, im Ungarischen Nationalmuseum eine Ethnographie Abteilung ins Leben zu rufen. Zu dieser Zeit existierten bereits solche Museen auf dem Lande, die über kleinere oder größere ethnographische Sammlungen verfügt hatten. János XANTUS, der erste Direktor des Ethnographischen Museums erachtete es als seine wichtig­ste Aufgabe, ein Museum zu organisieren, das die Sammlungen in Ungarn aufzunehmen und auszustellen ver­mag. Auf seinen Vorschlag hin wurden Handwerksgegenstände gesammelt, wobei Handwerk in weitläufigem Sinne gedeutet war. Das 1906 erschienene Buch von Zsigmond BATKY "Wegweiser zum Organisieren von ethnographischen Museen" diente Jahrzehnte lang als Leitfaden für ethnographische Museen beim Sammeln von Gegenständen. Unter den Museen auf dem Lande gab es wenige, wo die Entwicklung der Sammlung mit wissenschaftlicher Forschung einherging. Im Vergleich zu früher läßt sich bei der Sammclarbeit und Bearbeitung nach dem zweiten Weltkrieg mehr Bemühen bei der Altersbestimmung der Gegenstände feststellen, außerdem war die Aufdeckung der Umstände der Fertigung und der Benützung angestrebt. Unsere Museen wollten immer mehr mit Jahreszahl verse­hene Gegenstände sammeln. Die Forscher interessierten sich immer mehr für den sozialen Hintergrund. Soziologie wurde wichtig und die Ansichten über die ungarische dörf­liche Gesellschaft änderten sich. Im Ethnographischen Museum wurde eine Arbeitsgruppe aufgestellt, um Tiszaigar monographisch zu erforschen. Gleichzeitig wurde gesammelt und die Sammlung war ausgestellt. Die Arbeit blieb jedoch unvollendet und die Zusammenfassung der Forschung ist nie erschienen. Das erste Freilichtmuseum wurde 1932 in Balassagyar­mat errichtet. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden rasch weitere Freilichtmuseen gegründet: in Zalaegerszeg, Szom­bathely, Nyíregyháza-Sóstó, Opusztaszer und Szenna. In Szentendre wurde mit der Organisation und dem Bau des Ungarischen Freilichtmuseums begonnen. Die Einrichtungsgegenstände wurden während der Bauphasc gesammelt. Inzwischen wurden in zahlreichen Denkmalgebäuden ethnographische Museen errichtet. Es war bezeichnend für die Errichtung von Sammlungen und für die Entwicklung, dass die gegen­ständlichen Denkmäler der vererbten Kultur im Vordergrund standen. Die Forscher wollten ins 19. Jahrhundert, und womöglich in noch frühere Zeiten zurück­greifen. Das Ethnographische Atlas strebte danach, auf­grund der gesammelten Daten die Phänomene um 1910 zu vergegenwärtigen und vorzuführen. Die großen, kollektiven Sammlungen nach dem zweit­en Weltkrieg, die Forschungen in den 1948er Jahren und die sog. Migrationsforschungen unter den aus Bukovina über­siedelten Seklern erbrachten wenig Gegenstände. Die Sammelarbeit von verschiedenen "Teams" jedoch hatte eine bedeutende Bestandszunahme als Ergebnis. Die Tätigkeiten von Klára K. CSILLÉRY und Judit M ORVA Y in Bodony, von Edit FÉ1 und Tamás HOFER in Átány, von Jodit M ORVA Y und Mária MOLNÁR in Szatmár erbracht­en nicht nur Bestandszunahme, sondern auch methodische Neuigkeiten. Die Sammeltätigkeit hörte nicht auf, damit der Bedarf der Freilichtmuseen befriedigt werden konnte. In der Organisation und Entwicklung der ethnographis­chen Sammlungen von Museen kam das Bestreben zum Ausdruck, dass die Gerätschaften der als Volkskultur inter­pretierten Bauernkultur, die in Gegenständen fassbar über­mittelt wird, gesammelt, bewahrt, bearbeitet und vorgeführt werden. Das Interesse von XANTUS galt den Vertretern der Berufe, der Wegweiser hingegen machte auf die gegen­ständliche Kultur der bäuerlichen Lebensweise aufmerk­sam. In der Zeit dem 20. Jahrhundert nähernd, und im 20. Jahrhundert nehmen die Fabrikwaren zu und verschwindet die Volkstracht. Als Folge des ununterbrochenen und sich beschleunigenden Änderungsprozesses treffen die Forscher immer seltener auf traditionelle Volkskultur mit den dazugehörenden Gegenständen. Immer mehr Leute vertreten die Ansicht, dass die Ethnographie zu einem Wendepunkt angelangt ist. Die vorhandenen Möglichkeiten erlauben nicht die Entwicklung von Sammlungen. Noch weniger ist eine solche Sammlung möglich, die ein organisches Weiterführen der Vergangenheit ermöglichen würde. Die ungarischen Museumssammlungen entwickelten sich zu bedeutenden Sammlungen auf dem traditionellen Wege seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ihre wichtigsten Aufgaben sind diejenigen Ergänzungen zu verwirklichen, die in den entwickelten Sammlungen immer noch fehlen. Diese anzuschaffen ist jedoch eine Frage der Gelegenheit. Solange wir über ethnographische Sammlungen sprechen, können wir diese nicht in eine andere Richtung entwickeln lassen.

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