Cseri Miklós, Füzes Endre (szerk.): Ház és ember, A Szabadtéri Néprajzi Múzeum évkönyve 9. (Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 1994)

PÁLL lSTVÁN-SISA BÉLA: A tivadari harangtorony rekonstrukciója

DIE REKONSTRUKTION DES GLOCKENTURMES DER GEMEINDE TIVADAR In jedem der ungarischen Freilichtmuseen befinden sich kleinere oder größere, umgebaute oder am origina­len Ort aufbewahrte Kirchen oder Glockentürme. Bei der Planung des Zentrums des Museumdorfes in Sóstó wurde die Nachgestaltung eines der eigenartigsten Beispiele der dörflichen Siedlungen des heutigen Ostungarns, die des sogr Spiralsiedlung als Ziel bestimmt. Bei dieser Sied­lungstruktur befindet sich die Kirche oder der Glocken­turm im Mittelpunkt des Zentralen Platzes, so wurden bei der Planung des mittleren Platzes des Museums ebenfalls diese Objekte vorgesehen, und zwar mit der Absicht, die­se in der Baukunst des Komitates alleinstehenden Kunst­stücke auszustellen. Die ersten Pläne hatten dafür den Umbau eines der heute noch bestehenden etwa 20 Glockentürme beinhal­tet, aber die Pläne wurden aus der Überlegung geändert, daß keine kleine Siedlung ärmer gemacht werden sollte, indem ihr vielleicht einziges architektonisch bedeutendes Gebäude, die Kirche oder der Glockenturm abtranspor­tiert wird. So hat man sich für die Rekonstruktion des nicht mehr existierenden, aber auf Fotos und Ermessungsgrundriß überlieferten Glockenturmes von Tivadar und der eben­falls verkommenen Kisbodonyer Kirche mit Holzkonst­ruktion aus dem 18. Jahrhundert entschieden. Im Museumdorf in Sóstó wurde 1993 der ursprünglich 1757 vom Zimmerermeister Mózes Papp errichtete, aber 1937 abgebaute Glockenturm aufgestellt. Auf Grund der Fotos und der Skizzen fertigte der Architekt Béla Sisa mit der heute nicht mehr bräuchlichen mittelalterlichen Kreis­Quader-Triangel Konstruktionsmethode die Ausfüh­rungspläne an. Der Bau selbst wurde von den Zimmer­männern der in Szatmárnémeti seßhaften Kiss GmbH, durchgeführt. Die Vorbereitung der Bauhölzer begann 1992 in Bik­szád in Rumänien, mit den mit der Hand abgebeilten Bal­ken wurde der Bau in Sóstó im Mai 1993 begonnen. Die vier rumänischen Zimmermänner beendeten mit den mit­telalterlichen Technologien und den damals gebräuchli­chen Materialien in knapp drei Monaten die Montage des Turmes, der als eines der attraktivsten Sehenswürdigkei­ten des Museums die Besucher erwartet. Durch diesen Fall ist es möglich geworden, in besonderen Fällen auch andere Holztürme mit ähnlicher Methode aufzustellen, wenn dafür ein Anspruch besteht. Dieses Beispiel bot auch dazu Hilfe, bei der Reparatur von bereits existieren­den Kirchen die hier gewonnenenen Erfahrungen zu ver­wenden. Die freistehenden Glockentürme waren ehemals die kompliziertesten und gewagtesten Werke der Zimme­rerkunst, und diese Rekonstruktion trug bedeutend zur Erkenntnis der mittelalterlichen Zimmererkunst bei.

Next

/
Oldalképek
Tartalom