Cseri Miklós, Füzes Endre (szerk.): Ház és ember, A Szabadtéri Néprajzi Múzeum évkönyve 6. (Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 1990)

SZENTI TIBOR: Egy hódmezővásárhelyi tanya építésének, bővítésének és karbantartásának paraszti dokumentumai

Tibor Szenti BAUERLICHE DOKUMENTE DER BAUARBEITEN, ERWEITERUNG UND INSTANDHALTUNG EINES EINÖDHOFES IN HÓDMEZŐVÁSÁRHELY Die Schriftlichkeit der Bauernschaft ist eine wichtige Quelle der Ethnographie, die in den letzten Jahrzehnten von den Forschern immer mehr ausgenützt wird. Die Tagebücher und wirtschaftlichen Aufzeichnungen do­kumentieren treu die wichtigsten Ereignisse des Bau­ernlebens, sowie Angaben der einzelnen Geschehen. Diese Aufzeichnungen widerspiegeln gleichzeitig die Mentalität der Bauernschaft und daraus erhalten wir zahlreiche Antworten auch bezüglich ihrer Lebenswei­se. Die Schriftlichkeit der Bauernschaft ist im Markt­flecken Hódmezővásárhely vom letzten Drittel des 18. Jahrhunderts bis zu unseren Tagen Praxis gewesen. Die meisten Tagebücher informieren über die selbstausge­führten Bauarbeiten. Die Stadt Hódmezővásárhely besaß eine Peripherie von 132 Katastraljoch, d. h. so groß wie ein Bezirk. Die Einödhöfe entstanden bis 1852 im Ackerland, anschlie­ßend hat dieser Prozess infolge der Aufteilung der We­iden auch in der Pußta begonnen. Während in den In­nengebieten die Verordnungen des Rates zur Geltung kamen, blieben die Bauarbeiten in den Einödhöfen jahrhundertelang unberührt. Die in der Stadt angewen­deten Baumethoden fanden in den Ackerhöfen erst mit einer Verspätung von mehreren Jahrzehnten Anwen­dung, die Qualität der verwendeten Materialien hat im­mer noch einen wesentlichen Unterschied aufgewiesen. Ein Recht auf Ziegelbrennerei hatte in der Stadt Vásár­hely allein der Grundherr gehabt, deshalb hat man die Bauernhäuser bis 1848 sogar in der Stadt mit Lehm­stampfwänden oder aus Lehmziegeln gebaut. Von der zweiter Hälfte des 19. Jahrhunderts an, besonders aber nach 1880 trennen sich die Baumethoden deutig vonein­ander. Die sich entwickelnde Bauernbürgerschaft hat in den Innengebieten aus Ziegelstein gebaut, während die Baumethoden in den Einödhöfen fast unverändert geblie­ben sind. Die Bauernfamilie baut den Einödhof selbst. Äußere Hilfe oder ein Handwerker wird selten und höchstens für eine kurze, wichtige Arbeitsphase einbezogen. Die Gebäude im Einödhof wurden aus natürlichen Materia­lien: Erde, Holz, Schilf, usw. gebaut. Unser Aufsatz hat die Aufzeichnungen über das Er­richten des Einödhofes aus dem Tagebuch eines Klein­bauers, des älteren Pál Nagy hervorgehoben und wort­getreu dargestellt. Im Dokument sind die Phasen der Bauarbeiten ausführlich beschrieben, die verwendeten Materialien und deren Preis positionsweise aufgeführt. Die Aufmerksamkeit des Tagebuchschreibers erstreck­te sich auch auf den Bau der wichtigen Umbauten des Gehöftes. Weiterhin ist dieses Tagebuch wertvoll, da es das Schicksal des aufgebauten Einödhofes jahrzehntelang verfolgt. Wir können daraus einerseits die Methoden der Erweiterung und der Änderungen, adererseits die Reparaturen kennenlernen. Die Gebäude des Einödho­fes waren den Beschädigungen durch die Tiere und den Unbilden der Witterung in größerem Maße ausgeliefert, als die Häuser der Stadt mit geschlossener Bebauung. Deswegen sind sie schneller zerfallen bzw. sie haben mehr Pflege erforderlich gemacht. Die Angaben des Ta­gebuches weisen nach, daß ein bedeutender Teil des Bauernlebens in ständigen Renovierungen, Bauarbei­ten bestand und es ist kaum ein Tag vergangen, ohne daß der Wirt mindestens einige Stunden diesen Arbei­ten nich gewidmet hätte.

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