Kecskés Péter (szerk.): Ház és ember, A Szabadtéri Néprajzi Múzeum Közleményei 3. (Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 1985)

Vargha László (1904—1984) - FILEP ANTAL: Vargha László tudományos munkássága

Antal Filep DIE WISSENSCHAFTLICHE TÄTIGKEIT VON LÁSZLÓ VARGHA László Vargha spielte in der ungarischen Volksarchi­tekturforschung von 1940 bis 1984 eine determinieren­de Rolle. In der vorliegenden Studie wird der Versuch gemacht zusammenzufassen, in welcher Richtung Vargha seine Forschungen durchgeführt hat, welche besonderen Ergebnisse die ungarische Forschertätig­keit erneuert haben. Verfasser nahm jenes geistige Erbe zum Ausgang­spunkt, mit dem Varghas Laufbahn gestartet ist. Seine Eltern waren Pädagogen, und auf beiden Seiten gab es sowohl Handwerker und Ackerbauer als auch Klein­adlige, die verwandtschaftlichen Beziehungen waren lebhaft. In seiner Jugend wurde László Vargha von der progressiven gesellschaftlichen Orientierung der Familie beeinflußt. Schon früh wurde er auf die skandi­navische, finnische Bau- und Dekorkunst und deren Wurzeln in der Volkskunst aufmerksam. Nach dem Abitur immatrikulierte er sich in der Fakultät für Architektur der Budapester Technischen Universität, später setzte er seine Studien in der Philo­sophischen Fakultät der Péter-Pázmány-Universitat fort. Neben der Ethnographie vertiefte er sich in die Archäologie und Kunstgeschichte, erwarb aber auch auf dem Gebiet der Literatur und Sprachwissenscnaft gründliche Kenntnisse. Hervorragend kannte er die zeitgenössische ungarische Kunst und deren Beziehun­gen zu Europa. Das diesbezügliche Interesse behielt er bis zu seinem Tode bei. Bezeichnend für seine geistige Orientierung ist ferner die Tatsache, daß er in der all­gemein konservativen Atmosphäre an der Universität im Ungarn der zwanziger, dreißiger Jahre mit mehreren Mitgliedern einer der am offensten auftretenden Ju­gendgruppierung, der Linken der Miklos-Bartha-Ge­sellschaft, Freundschaft fürs ganze Leben schloß, was zur Vertiefung seines sozialen Interesses beitrug und seine Aufmerksamkeit auf die Probleme des Dorfes lenkte. Nach langen Experimenten reift in ihm auf einer Studienreise durch Finnland, Schweden, Estland und Polen im Jahre 1936 der Beschluß zur endgültigen Herausgestaltung seiner Anschauung, Methoden und Zielsetzungen. Als Ergebnis seiner im Ulko Museo und im Skansen gewonnenen Eindrücke gibt er 1937 seine erste Studie in der Ethnographia (der leitenden Zeitschrift der ungarischen Ethnographie) heraus. 1938 wird er Mitarbeiter von István Györffy, dem ersten Budapester Professor für Ethnographie. 1940 schreibt er seine Doktorenarbeit über den Bau der Gehöfte nahe Karcag. 1943 erscheint eine architek­tonische Zusammenstellung über die Siedlungen in der Nagykunság (Großkumanien) und Umgebung. Im gesamten ungarischen Sprachraum beginnt er eine äußerst ausgedehnte Sammlertätigkeit. Er arbeitet in der Tschechoslowakei und in Rumänien. Seine Samm­lertätigkeit erstreckt sich auf Westtransdanubien, das Balatonoberland, das Gebiet zwischen Donau und Theiß und auf mehrere Punkte im Gebiet östlich der Theiß. Regelmäßig sucht er die Kreise Nordungarns von Nógrád und Hont bis Torna, Abauj und Zemplén auf, doch auch im Nordosten des Landes, in den Gebieten von Bereg-Szatmár macht er umfassende Sammlungen. László Vargha legte bei seinen Forschungen in der Volksbaukunst großen Wert auf die Aufnahme des akkuraten, dokumentenhaft authentischen, genauen technisch-zeichnerischen Zustandes, was früher in der ungarischen Volksbaukultur nicht üblich war, weder bei ethnographischen noch bei architektonischen Forschungen. Statt der früheren Typenforschung, der archetypischen Rekonstruktion stellte er die Unter­suchung der Veränderung der einzelnen Gebäude (Material, Konstruktion, Form, die gemeinsame Un­tersuchung des Problems der Dekorelemente) inner­halb des Gebäudebestandes, die wirklichen bau­geschichtlichen Prozesse in den Mittelpunkt der For­schungen, er berücksichtigte die gesellschaftlichen, finanziellen Gegebenheiten der Bauenden sowie die determinierende, beeinflussende Rolle des Produk­tionssystems. Er bereicherte die ethnographischen Untersuchungen auch damit, daß er in der ungarischen Fachliteratur eigentlich als erster eine ästhetische, baugeschichtliche Analyse der Volksbaukunst gab, wo­mit er diesen Zweig der Forschungen an die ethnolo­gischen Untersuchungen anschloß. Seine Forschungen erweckten die Aufmerksamkeit der Baukunsthistoriker und der Kunsthistoriker. Von 1952 an, als er begann, Vorlesungen an der Budapester Technischen Univer­sität zu halten (wo er von 1954 bis 1976, auch nach

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