Kecskés Péter (szerk.): Ház és ember, A Szabadtéri Néprajzi Múzeum Közleményei 1. (Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 1980)

Tanulmányok - BÍRÓ FRIDERIKA : Zala- és Vas megye paraszti ház- és lakáskultúrája a 19. században (A Szabadtéri Néprajzi Múzeum Nyugat-Dunántúl tájegysége)

ristischen Merkmale der brauchgemäßen Holzbauten jener Gegend. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann sich aber die brauchgemäße Ordnung der West-trans­danubischen Bauernhöfe aufzulösen. Die Höfe wurden erweitert, vergrößert und bis zum Ende des Jahrhun­derts haben sich neue Bauformen, neue Techniken, durchgesetzt, es wurden neue, von den hergebrachten verschiedene Baumaterialien verwendet, so, daß infolge dieser Faktoren das Dorfbild von Grund aus sich verän­dert hatte. Bei der Auswahl haben wir uns jeweils für jene Bauten entschieden, die am wesentlichsten die übliche hergeb­rachte Art der Holzbauten Westtransdanubiens repräsen­tierten. Die Bauten, die wir gewählt haben, stammen alle, ohne Unterschied, aus dem XIX. Jahrhundert, doch könnte es sein, daß der Typ, zu dem sie gehören, - ihre Bauformen und deren Varianten, - sich schon zu frühe­ren Zeiten herausgebildet haben. Wir bemühten uns die, in jener Gegend allgemein bekannten Gebäudetypen und deren noch vorhandene Varianten aufzufinden, um mit­tels dieser Bauten innerhalb unseres Freilichtmuseums ein solches Dorfbild gestalten zu können, das dem urs­prünglichen, brauchgemäßen, im 19. Jahrhundert noch üblichen Dorfbild am ehesten verwandt ist. Trotzdem im westlichen Teil Transdanubiens in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts die brauchge­mäße volkstümliche Bauart von neuen Bautechniken verdrängt worden war, ist eine ganze Reihe von alten Ge­bäuden erhalten gelieben. So sind beispielsweise im west­lichen und südwestlichen Teil der Komitate Vas und Za­la, - hauptsäschlich infolge der besonderen Natur und Wirtschaftsverhältnisse — Vertreter jenes Typs von Blockbauten erhalten geblieben, die bis zur Mitte des vo­rigen Jahrhunderts allgemein üblich gewesen waren und als Varianten der Bauten des Vierseithofes anzusehen sind. Es gelang uns in jener Gegend auch noch einige Rauchhäuser aufzufinden und Repräsentanten jenes Häusertyps, der aus der schon rauchlosen Wohnstube und aus der dazugehörigen Rauchküche bestanden hatte. Diese Gegend war es auch, in der sich der letzgenannte Typ am längsten erhalten hatte. Infolge der, auf den Rodungen betriebenen Viehzucht und der Notwendig­keit, das Heu bergen zu müssen, waren die verschiedens­ten Typen von Scheunen, - Blockbauten, - enstanden. Die schönsten Beispiele für diese Art von Bauten sind ebenfalls in den Dörfern der Komitate Vas und Zala zu finden. Neben den, in brauchgemäßem Stil errichteten Wohnhäsern und Scheunen sind in jenen Dörfern auch viele Sakralbauten in ihrer ursprünglichen Form erhalten geblieben. Alle diese Tatsachen und Gegebenheiten haben wir uns vor Augen gehalten, als wir das, zur Übersiedelung bestimmte, aus den Gebäuden jener Gegend bestehende Kollektiv für das Ethnographische Freilichtmuseum zu­sammengestellt haben. Bei der Gestaltung des endgülti­gen Projektes durften wir die Tatsache nicht übersehen, daß die, aus dem Őrség, aus dem Komitat Vas stammen­de Gesamtheit von Gebäuden die charakteristische Form der Gruppensiedlung, -jene, aus dem Komitat Zala stammende aber das Bild einer Straßensiedlung zu wiederspiegeln habe. Um diese Verschiedenheit zu un­terstreichen, werden die, aus dem Őrség und die, aus dem Komitat Zala stammenden Gebäudegruppen in unserem Freilichtmuseum durch einen, von einem Hain umgebe­nen Waldstreifen voneinander getrennt sein, an dessen Rande die, für jene Gegend charakteristischen, in Wein­gärten üblichen, mit Kellern versehenen Preßhäuser, erbaut werden sollen. Bei der Errichtung der Gebäude müssen wir darauf achten, ob die einzelnen ausgewählten Objekte, Einrichtungsgegenstände, die charakteristischen Züge der zeitgenössischen Haus und Wohnungskultur tragen ; ob die, aus verschiedenen Epochen stammenden, zu verschiedenen Stüen gehörigen Möbel, Einrichtungs­gegenstände, Geräte und Werkzeuge, aufeinander abges­timmt werden können, wie sie sich zueinander verhalten ; ob sie und wie sie die zeitgenössischen gesellschafdienen und wirtschaftlichen Verhältnisse zu .wiederspiegeln vermögen. Aufgrund unserer, bisher bestehenden Sammlung kann gesagt werden, daß es uns innerhalb unserer Land­schaftseinheit möglich sein wird, ein ehemaliges Rauch­haus, teils mit Hüfe zeitgenössischer, teils mittels rekon­struierter Objekte, aufzubauen und einzurichten. Die übrigen Gebäude aber diejenige Haus und Wohnungs­kultur repräsentieren werden, die um die Mitte und in der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts im Őrség und im Komitat Zala allgemein verbreitet gewesen war.

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