Déry Tibor: Különös árverés. Regények 1920–1942. Ein Fremder (Déry Archívum 4. Petőfi Irodalmi Múzeum és Kortárs Irodalmi Központ, Budapest, 1999)

wendet sie sich mit einer raschen, energischen Bewegung Szerb zu. Schon wieder laufen ihr Tränen über die Wangen, wie zwei reißende Bäche graben sie sich Betten in die geologischen Farbschichten der jungen Backen und rollen felsengleich Puderkörner mit sich. Schon wieder fällt sie vornüber auf den Tisch, ihr Rücken zittert vor Schluchzen, die Gläser klirren auf der Marmorplatte. Szerb sieht sie sich genau an und weiß nicht, was er mit ihr anfangen soll. Er möchte gern nach Hause ... aber wohin nach Hause? ... er möchte sich gern ein Zimmer suchen und sich irgendwo in ein Bett legen, er ist todmüde. Aber er darf das junge Geschöpf nicht allein lassen! So sitzen sie still nebeneinander in der angehenden Dämmerung. Es hat aufgehört zu regnen. - Wollen Sie nicht nach Hause gehen? - läßt Szerb vernehmen. Herzzerreißendes Schulchzen wird ihm zur Antwort. Der Kellner kommt zum Tisch und bringt frisches Wasser. Das Kaffeehaus leert sich langsam. Szerb spürt, wie in seinem Herzen ein leiser Haß gegen das junge Mädchen aufsteigt. - Wollen Sie nicht nach Hause? - wiederholt er gereizt. - Ich könnte Sie bis zur Haltestelle begleiten. Wo wohnen Sie? Das junge Mädchen verneint mit dem Kopf. Es kann nicht sprechen. Es kann nicht aufstehen und auf die Straße gehen. Die hat man mir gründlich aufgehalst, denkt der unglückliche Szerb. Was fang' ich mit ihr an? Ich kann sie doch nicht allein lassen! Sie bleiben sitzen. Es wird langsam dunkel. Szerb lehnt sich nach rückwärts und betrachtet den erwachenden Sternenhimmel. 3. Die Botschaft Nächsten Tag schlug die große Glocke der Matthiaskirche drei Uhr, als Szerb und das junge Mädchen aus der Werböczy-Straße auf den Szentháromság-Platz hinaustraten. - Also wirst du es ihm sagen? - frug Martha ungeduldig und warf den Kopf trotzig zurück. Szerb blickte auf den Himmel. Von hoch her hört man leises Gurren, doch Szerb sucht vergebens, er sieht keine Tauben. Der blaue Sonntagshimmel zittert wolkenlos über dem Turm. - Also wirst du es ihm sagen? - wiederholt Martha und stampft des größeren Nachdrucks halber mit dem Fuß. - Nein - antwortet Szerb entschlossen. - Du wirst es ihm nicht sagen? ... Dann werde ich es ihm eben selbst ...

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