Déry Tibor: Különös árverés. Regények 1920–1942. Ein Fremder (Déry Archívum 4. Petőfi Irodalmi Múzeum és Kortárs Irodalmi Központ, Budapest, 1999)
Einleitung Der vierte Band des Déry-Archivs beinhaltet die - vor 1945 geschriebenenRomane des Schriftstellers, die in seine Lebenswerk-Reihe (Déry Tibor Munkái, 1971-1978) nicht aufgenommen worden sind. Das erste Werk unserer Ausgabe, der fantastische Roman A menekülő ember (Der fliehende Mensch) entstand im Jahre 1920, während Déry's politischer Emigration in Wien. Anfang der zwanziger Jahre war die Weltanschauung des Verfassers von Enttäuschung und Furcht durchdrungen. Er konnte die Willkürakte der proletarischen Revolution im Jahre 1919 und selbstverständlich auch die Retorsionen der Gegenrevolution nicht annehmen. Die erwähnte Enttäuschung kam in der Haltung des Hauptprotagonisten des Romans zum Ausdruck, seiner Meinung nach ist die Menschheit verkommen; die einzige Möglichkeit zu ihrer Rettung ist ihre biologische Zurückentwicklung auf das Niveau der Tiere und Pflanzen. Mihály Révész, der Vertreter dieser Ideen hat halt eine realistisch-fantastische Macht gewonnen, um diese Verwandlungen zu verwirklichen. Die Handlung des Romans illustriert den Kampf für und gegen sein Vorhaben. - Nach der ungarischen Publikation des Romans erhebte sich auch die Möglichkeit einer deutschen Veröffentlichung. Die Übersetzung stammt von Stefan I. Klein, (der Titel lautete: Der Fremde tritt auf) und der Ullstein Verlag war bereit sie herauszubringen. Aber der Plan der Reihe - in der Déry's Werk erscheinen sollte, hat sich leider nicht verwirklicht. Im zweiten Teil des Bandes finden wir sieben Erzählungen aus dem Jahre 1942, als die sogenannten „Judengesetze" in Ungarn bereits in Kraft traten. Déry war gezwungen unter Pseudonym (Teodor Dániel) zu schreiben und konnte seine Werke nur in einer minderwertigen Reihe (Világvárosi regények - Romane aus den Weltstädten) publizieren. Obwohl diese leichten Lektüren keinen besonderen ästhetischen Wert besitzen, sie bringen doch viele interessante Motive aus dem Privadeben ihres Verfassers. Im deutschsprachingen Anhang des Bandes sind einige Übersetzungen untergebracht, die Déry selbst erstellt hatte und so gehören sie eigentlich auch zu seinem Lebens werk. Das sind Detaüs aus seinen Romanen Az átutazó (Ein Durchreisender, von Déry betitelt: Ein Fremder) und A befejezetlen mondat (Der unvollendete Satz) die im Pester Lloyd, der deutschsprachigen Zeitung der ungarischen Hauptstadt in den Jahren 1937 und 1938 erschienen sind. Das 1930 geschriebene Werk (Az átutazó - Ein Fremder) ist ein Schlüsselroman. Seine Hauptperson, György Rácz (ein Alterego des Freundes