Déry Tibor: Kék üvegfigurák. Elbeszélések 1920–1929. Versek 1916–1937 (Déry Archívum 2. Magyar Irodalmi Múzeum, Budapest, 1998)
Erzählungen
Diese Menschen gruben eine grosse Grube und füllten sie mit den Abfallen von Tieren. Morgens legten sie sich vor die Grube und warteten darauf, dass die Silbereier der Schmetterlinge aufbrechen. Abends gruben sie noch eine Grube. Der Fotograf lief neben dem Geleise und der blinde Jüngling rief: Jumalai. - Die, die zu Pferde sassen, sagten: - Der Vogel ist gestorben, wir gehen nachhause. - Ein Mann schwenkte vom Weg ab, öffnete ein Haus, sagte: - Ich bin daheim. - Er trank Milch und streichelte seine Kinder. Ein Anderer sagte: - Der Vogel hat mir gestern abend das Bild geschenkt. Ich gehe nachhause. - Doch diesen Lügner schlugen sie tot. Als Letzter ging der Schmied weg. Er warf den Blasebalg in die hohe Saat, riss sich das weisse Haar aus und floh in den Wald. Der blinde Jüngling klammerte sich an den Rock des Fotografen und lief ihm schreiend nach. Doch er war schwach und starb bald. Man begrub ihn in der Mitte der Landstrasse. Es schneit in den Bergen und die Tiere sind alle in das Tal gegangen. Der Sturm schnitzt grosse Schneetürme. Der Fotograf klettert auf den höchsten Gipfel, dort sitzt er und forscht bekümmert zwischen den Wolken. Er ist mager und wird nie sterben. In: Der Sturm (Berlin), August 1923. S. 120-123. - Hand- und Maschinenschrift nicht zurückgehlieben. - Ungarische Publikation: Sovány és sohasem fog meghalni! In: MA (Heute; Wien), 1. Juli 1923. H. 9-10. S. [3-4]. Nachdruck nicht bakannt. In diesem Buch: S. 148-152.