Déry Tibor: Kék üvegfigurák. Elbeszélések 1920–1929. Versek 1916–1937 (Déry Archívum 2. Magyar Irodalmi Múzeum, Budapest, 1998)

Függelék - Anhang

Einleitung Der Anhang unseres Bandes beinhaltet Dérys deutschsprachige Erzählungen und Gedichte aus den zwanziger Jahren. Seit September 1920 zog Déry mit seiner jungen Frau in die Emigration. Sie lebten erst in Wien, dann von Oktober 1922 in Feldafing bei München. Ende September 1923 übersiedelten sie nach Paris und Anfang 1926 nach Perugia. (Im Oktober jenes Jahres kehrten sie nach Budapest zurück.) Die sechs Jahre der Emigration sind eine der wichtigen Schaffensperioden des Schriftstellers. Er trat damit aus dem Strom der ungarischen Literatur aus. Als Journalist lernte er die neuen Richtungen der europäischen Avantgarde kennen. Der Expressionismus hinter sich gelassen benutzte er in seinen neuen Werken auch die Erfahrungen des Dadaismus und Surrealismus; und nicht nur als Nachahmer, sondern als ein souveräner Schöpfer, in dessen Weltsicht die Elemente dieser künstlerischen Richtungen im vornherein verborgen waren. Im Jahre 1922 erschien sein erster Gedichtband in Wien unter dem Titel Ló, búza, ember {Pferd, Weizen, Mensch) mit einem dekorativen handgemal­ten Titelblatt von Aurél Bernáth. Als 1923 Bernáth nach Berlin zog, besuchte ihn Déry oft in seinem dortigen neuen Atelier. Bei einer solchen Gelegenheit lernte Déry den Redakteur der Zeitschrift Der Sturm, Herwarth Waiden kennen, der vor ihm die Publika­tionsmöglichkeiten seiner Zeitschrift eröffnete. Déry legte schon früher Gewicht daran, seine Werke auch auf Deutsch zu veröffentlichen. Sein in Wien geschaffenes „dadaistisches Gedicht" unter dem Titel Der Amokläufer hat er von vornherein zweisprachig geschrieben - in der Hoffnung es nicht nur auf Ungarisch, sondern auch auf Deutsch publizieren zu können. (Seine Pläne verwirklichten sich leider nur nach seinem Tod, im Jahre 1986, in einer gemeinsamen Ausgabe des Verlags „Múzsák" und des Petőfi Literaturmuseums zu Budapest.) Vom Berliner Ausflug nach Feldafing zurückgekehrt beschäftigte sich Déry monatelang mit der Übersetzung seiner neuen Gedichte. Die ersten Versuche erschienen in einer deutschen Sondernummer der Zeitschrift der ungarischen Avantgarde, in MA (Heute). Im April 1923 hat aber auch Der Sturm drei aus seinen Übersetzungen veröffentlicht. Déry war mit diesem Halberfolgen nicht besonders zufrieden. Waiden hat nämlich die ihm zugesandten Texte ziemlich scharf kritisiert und war mit Dérys poetischen Lösungen meistens nicht einverstanden. (Seine Bemerkungen zur

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