Schultheisz Emil: Traditio Renovata. Tanulmányok a középkor és a reneszánsz orvostudományáról / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 21. (Budapest, 1997)

9. Über das Antidotarium des Barholomaeus Squarcialupis de Plumbino

63 („Novodomo") in Böhmen 1 6). Erwähnenswert scheint uns der Umstand, daß auch der Me­ister Christian von Prahatitz (1368—1439), in den Jahren 1403, 1412 und 1434 Rektor der Universität Prag, des Königs Siegmund Leibarzt war 1 7. Auf Einzelheiten möchten wir in der Textausgabe zurückkommen. Ob zwar das Antidotarium eigentlich nur eine Rezeptsammlung sein soll, ist es kaum zu vermeiden, daß hie und da einige Probleme der Krankheitslehre gestreift werden. Man be­gegnet nach der Beschreibung einiger Rezepte diesbezüglichen Bemerkungen. Einem Rezept ,,pro fluxu immoderato urinae..." folgt z.B. der Satz: ,,...et nota quod iste casus pluribus remansit propter pestiferum morborum. .." Die Antiken Rezeptsamlungen waren meist x aT C× T ¤µova oder x«tq: yevr¡ angeordnet. Schon bei den frühmittelalterlichen Antidotarien überwiegt die letztere, da die Indikation meist sehr vielfältig ist. Die spätmittelalterlichen Antidotarien, so auch das unseres Doctors Bartholomaçus Squarcialupis de Plumbino zeigen wieder eine Anordnung nach Indikatio­nen, meist in einem Plan a capite ad calcem, obgleich die Einteilung nur selten streng einge­halten wird. Daß unser Antidotarium auf eine bestimmte Vorlage zurückgeht, ist entschieden zu ver­neinen. So viele Übereinstimmungen es mit anderen Rezeptsammlungen auch sein mögen, scheint es doch vom Verfasser selbständig zusammengestellt zu sein. Der Grundstock war selbstverständlich das Rezeptmaterial der Zeit, doch spielen auch sehr frühzeitige, vor dem 12. Jahrhundert entstandene Rezeptsammlungen als Quellen eine wesentliche Rolle. Dazu kamen neue Rezepte oder einige in modernisierter Form erschie­nene ältere. Wir haben also eine sozusagen originale Kompilation vor uns, welche später selbst als Vorlage für Rezeptsammlungen in Mitteleuropa, speziell in Ungarn, diente. Das nächste Antidotarium, das in Ungarn gebraucht, teilweise sogar hier niedergeschrieben wurde, stammt aus der Feder des auch in Ungarn tätig gewesenen italienischen Arztes Bart­holomaeo de Montagna. Das ,,Antidotarium secundum ordinem Alphabet¡ celeberrimi Me­dicinae Doctoris Bartholomaei de Montiniana..." wurde im Jahre 1473 beendigt 1 8. Weitere Untersuchungen sollen den Einfluß des Antidotariums des Bartholo Squarcialu­pis auf die oben genannte Rezeptsammlung — und auch auf einige noch spätere — erschließen. 1 6 Bibli. Nationale Paris, Ms. lata. 1J231 . 1 7 Hasner, J.: Prager Vierteljahrschrift Bd. 90, 1868, 19 ff. 1 8 Magyary—Kossa: op. cit. Bd. III. 99. Über Montagna siehe auch Weszprémi: Succincta medicorum Hung. Leip­zig. 1774—1787, Lipsiae, Tom. IV. p. 9 ff.

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