József Antall szerk.: Aus der Geschichte der Heilkunde / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 13-14. (Budapest, 1984)
Aus der Geschichte der Medizin und der Pharmazie Ausstellungsführer (J. Antall, K. Kapronczay, Z. Pataki, M. Szlatky, M. Vida)
gehören das „Im Notfall hülfreiche Büchlein" (Szükségben segítő könyv, 1790) von János Kömlei (1725—1802), das „Wörterbüchlein des Hausarztes" (Háziorvos szótárotska, 1797) von Mihály Nediliczi Váli (um 1700—1772). Von der ausgestellten medizinischen Fachliteratur seien erwähnt: die „Alte und neue Diätetik" (Ó és új Diaetetika, 1792) des István Kibédi Mátyus (1725—1802), die „Kunst der Verlängerung des menschlichen Lebens" (Az emberi élet meghosszabbításának mestersége, 1798; nach Hufeland ) von Mihály Ková s (1768—1851), das von Márton Marikowszky (1728—1772) aus der englischen Sprache ins Ungarische übersetzte Werk des Tissot, und weiterhin das vom Autoren auch Kindern empfohlene Büchlein von József Kiss (1765—1830). Aus der Reihe der Autoren von Büchern über die Hebammenkunst und die Barbierkunst ist das vierbändige Werk „Succincta Medicorum Hungáriáé et Transsilvaniae Biographia" des István Weszprémi (1723—1799) als die bis heute wertvollste Quelle der Geschichte der Medizin in Ungarn hervorzuheben. Weszprémi war nicht nur ein hervorragender Fachmann der Medizingeschichte, sondern auch ein ausgezeichneter praktischer Arzt. In seiner Arbeit „Tentamen de inoculanda peste" (London 1755) empfahl er als erster, der Pest, ähnlich wie den Blattern, auch durch Impfungen vorzubeugen. Bei der ärztlichen Heimbehandlung erhielten die Heilkräuter als Medikamente eine große Rolle. József Csapó (1734—1799) legt in seiner Arbeit „Ungarischer Kräuter- und Blumengarten" (Füves és virágos magyar kert, 1755) 417 Heilkräuter dar. Dieses Werk ist eine reiche Sammlung der ungarischen Pflanzennamen. Neben dem Titelblatt dieses Werkes, auf dem auch sein Bildnis abgebildet ist, stellen wir solche Gefäße vor, in denen Arzneien aufbewahrt wurden, die daheim aus Heilkräutern zubereitet wurden. 3. Die chirurgische (zahnärztliche ) und Geburtshilfepraxis 85 Ein Dokument der zunftartigen Ausbildung der Chirurgen ist die Gründungsurkunde der Pester Chirurgen-, Bäder-und Barbierzunft aus dem Jahre 1722, die sich damit aus der 1703 gegründeten Budaer Chirurgenzunft löste. Die Chirurgenzünfte bildeten Barbier-Chirurgen aus, die ihre Tätigkeit oft in Bädern ausübten. Mit der Differenzierung des Barbierberufes trennten sich die Chirurgen und die „Perückenmacher", die im heutigen Sinne verstandenen Barbiere. Der Bader-Chirurg führte den Aderlaß, das Schröpfen sowie kleinere chirurgische Operationen durch. Auch das Zähneziehen stellte die Aufgabe der Chirurgen dar; oft führten sie als wandernde Chirurgen diese schmerzvollen Operationen in aller Öffentlichkeit auf Jahrmärkten aus. 86 Die zunftartige Ausbildung der Chirurgen hörte mit der Aufstellung der medizinischen Fakultät der Tÿrñauer Universität auf, von da an hatten sie sich Prüfungen an der Universität zu unterziehen. Sámuel Ráçz' (1744—1807) 56