József Antall szerk.: Aus der Geschichte der Heilkunde / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 13-14. (Budapest, 1984)

Aus der Geschichte der Medizin und der Pharmazie Ausstellungsführer (J. Antall, K. Kapronczay, Z. Pataki, M. Szlatky, M. Vida)

Priestley (1733—1804) gebaut wurde, ist ein Apparat zur Herstellung von Soda­wasser zu sehen, dem das gleiche Prinzip zugrunde liegt. Ein die ganze lebende Natur erfassendes neues System wurde von dem schwe­dischen Arzt Karl von Linné (1707—1778) erarbeitet, der die binominale No­menklatur einführte, die sich auch in der Medizin zur Bezeichnung von Krank­heiten durchsetzte. Jean-Baptist de Lamarck (1744—1829) erstellte als erster eine theoretische Erklärung über die Entwicklungsgeschichte der lebendigen Natur. Aus der zeitgenössischen Fachliteratur sind „Genera plantarum" von Linné (1764 erschienen), "Elementa chemiae" von Boerhaave (1733) und Lavoisiers „Opuscules Physiques et Chimiques" (1801) ausgestellt. Das ungarische Heil­kräuterbuch, das auf Grund des Linnéschen Systems zusammengestellt wurde, ist 1807 in Debrecen erschienen. 3. Medizinische Theorie und Praxis im 18. Jahrhundert in der Medizin des 18. Jahrhunderts schuf der Niederländer Hermann Boer­haave (1668—1738) in Theorie und Praxis gleicherweise Bleibendes. An der Universität Leyđeñ hielt er Vorlesungen über fast alle Gebiete der damaligen Medizin und erwarb sich dadurch den beehrenden Beinamen „totius Europae praeceptor". Seine wissenschaftlichen Werke wurden zu den wiederholt auf­gelegten Lehrbüchern der europäischen Universitäten. Er führte den Anschauungsunterricht am Krankenbett ein und zum ersten Mal wurde damit der klinische Unterricht zur unentbehrlichen Voraussetzung der Ärzteausbildung. Boerhaaves Schüler war auch der Göttinger Professor Albrecht Haller (1708— 1777). Die Stationen seines Lebensweges: Tübingen, Leyđeñ, London, Paris, Basel und Bern waren zum Teil jene Stätten, an denen für die großen Ärzte dieses Jahrhunderts der Aufenthalt sozusagen „verbindlich" war. Haller, der große Bahnbrecher der Physiologie war Arzt, Botaniker und Dichter. Sein größtes Werk, „Elementa physiologiae corporis humani" (1757—1766) war fast hundert Jahre lang die Bibel der physiologischen Forschung. Giovanni Battista Morgagni (1682—1771) der Anatomieprofessor zu Padua, legte die Grundlagen der pathologischen Anatomie nieder. Er erkannte, daß eine Erkrankung typische körperliche Veränderungen zur Folge hat und diese das Erkennen der Krankheiten ermöglichen. Das Aufkommen der patholo­gischen Betrachtungsweise und infolgedessen die Behandlung der Krank­heitsursachen konnten durch die Erkenntnisse von Morgagni Wirklichkeit werden. Hallers und Morgagnis Lebenswerk zeichnet sich gleicherweise dadurch aus, daß ihr theoretisches Wirken ihren praktischen Ergebnissen ebenbürtig war. 51

Next

/
Oldalképek
Tartalom