József Antall szerk.: Aus der Geschichte der Heilkunde / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 13-14. (Budapest, 1984)

Aus der Geschichte der Medizin und der Pharmazie Ausstellungsführer (J. Antall, K. Kapronczay, Z. Pataki, M. Szlatky, M. Vida)

wandelte sich auf Grund des 1770 veröffentlichten Generale Normativųñ von Grund auf. Zuerst mußte ein dreimonatiger, ab 1774 dann ein einjähriger Lehrgang an der Universität von Tÿrñau (Nagyszombat, Trnava, heute CSSR) absolviert werden. Auf einem doppelt beleuchteten, modern gegliederten Raumgitter wurden 65 die Denkmäler der Pharmazie vom 17. Jahrhundert bis zur Mitte des 18. Jahr­hunderts untergebracht. Zuerst zieht eine bunte Landkarte die Aufmerksamkeit auf sich, die einen klaren Überblick über die geographische Verteilung der vor 1750 gegründeten und im 19. Jahrhundert noch tätigen Apotheken in Ungarn bietet. Charakteristisch ist die als Folge der türkischen Besetzung eingetretene ärmliche gesundheitliche Betreuung der ungarischen Tiefebene. Im Anschluß daran ist ein Querschnitt über die Kunst der europäischen Apothekengefäße aus Fayence zu sehen. Selbstverständlich dominieren auch hier die italienischen Gefäße: wir haben Erzeugnisse aus Rom, Urbino, Pesaro, Savona, Castell, Sizilien, Ligurien usw. ausgestellt. Doch sind auch die unterschiedlichst geform­67 ten Apothekengefäße aus Spanien (Talaverna), Deutschland (eines der wenigen Hamburger mit dem Monogramm D. S.), aus den Niederlanden und aus Frank­68 reich zu sehen. Die Holz- und Glasgefäße stammen überwiegend aus Ungarn. Auf einem Teil der Handwaagen findet sich die in der zweiten Hälfte des 18. 70 Jahrhunderts benutzte österreichische Eichmarke, daneben die Maßeinheiten des österreichischen ärztlichen Gewichtsystems (1 Pfund = 420 g = 24 Lot usw.). Unter den in Ungarn gefertigten Laborinstrumenten (Kolben, Retorte, Destillationshelm) finden wir den Vorgänger der Pipette, den kleinen, gehen­kelten „Heber". Zwischen den Pulver löffeln und den gelöcherten Schöpflöffeln aus Bronze befinden sich grobe und feine Handwaagen. In der Kassette einer Waage ist der Meßzylinder des Trockenmaßes „Hand" (manipulum) zu sehen. In der 1690 gegründeten „Mariahilf-Apotheke" in Mosonmagyaróvár wurde 69 die interessant geformte Tara-Hängewaage auf einem Holzgestell benutzt. Aus dem zweifächrigen Fuß erhebt sich eine besonders ausgestaltete spitze Holzpyramide, an welcher der Tierkopf angebracht wurde, den die beiden Waagenbalken hält. Die Stangen, die die Waagschalen halten, lassen sich abnehmen und sind mit den Waagschalen fest verbunden. Diese Waage stellt in ihrer Art einen der wertvollsten Kunstgegenstände des Museums dar. Eine zeitgenössische Urkunde, ein großes Gefäß zum Aufbewahren von Säure, Holz- und Messingmörser und süddeutsche Heilwasserbehälter mit Salz­glasur machen die Wirkung abwechslungsreich, in der die moderne Vergegen­wärtigung mit den überlieferten Denkmälern längst vergangener Zeiten zu einer harmonischen Einheit verschmilzt. 48

Next

/
Oldalképek
Tartalom