József Antall szerk.: Aus der Geschichte der Heilkunde / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 13-14. (Budapest, 1984)
Aus der Geschichte der Medizin und der Pharmazie Ausstellungsführer (J. Antall, K. Kapronczay, Z. Pataki, M. Szlatky, M. Vida)
Theologe in einer Person, es ist einfacher, das aufzuzählen, womit er sich im Laufe seines abenteuerlichen Lebens nicht beschäftigt hat. Als erster nach Fracastoro — und lange vor Ramazzini —schrieb er über die Berufskrankheiten, wobei er den Krankheiten der Bergleute eine besondere Arbeit widmete. Die Alchimie suchte er — statt des Goldmachens — in den Dienst der Arz neiherstellung zu stellen. Die Grundlagen seiner Wissenschaft — und mochte er sie auch noch so verleugnen — bauten sich auf den antiken Traditionen auf, seine ursprüngliche, oft kühne Gedankenwelt umfaßte jedoch alles ; so en fs anden seine Theorien, die er auch in die Praxis umzusetzen suchte. Wir zeigen eines seiner Werke, und eine Medaille, die seine Erinnerung bewahrt. 3. Heilkunde in Ungarn im 16.—17. Jahrhundert Das durch innere Gegensätze und durch die Auswirkungen der Türkenherrschaft geschwächte Ungarn zerfiel nach der verlorenen Schlacht von Mohács (1526) in drei Teile. In dem Kampf um das bloße Dasein blieb kaum noch Kraft für wissenschaftliche Arbeit. Die ungarischen Gelehrten übten in ganz Europa ihre Tätigkeit aus : János Zsámboki (1531—1584) wirkte am Wiener Hof. Der vierzehn Sprachen beherrschende Polyhistor wurde das „Wunder der Gelehrtheit" (monstrum eruditionis) genannt. György Heñisch (1549—1618) war der Dekan der Baseler Universität. Tamás Jordán (1539—1585), der als erster den Morbus hungaricus (Typhus) beschrieben hatte, wurde durch die Eifersucht der Wiener Ärzte gezwungen, nach Brünn (Brno) zu gehen. Er gehörte zu jenen, die auch durch die Analyse der ungarischen Mineralquellen ihren Namen bekannt gemacht hatten. Er stellte fest, daß die Syphilis auch über die sexuelle Berührung hinaus ansteckend sein kann. János Bánfihunyadi (1576—1664) unterrichtete im Londoner Gresham College. János Jeszenszky (Jessen¿ųs ; 1566—1621) ver- 56 brachte zwar sein ganzes Leben im Ausland, nannte sich aber dennoch „ungarischer Ritter". Nachdem er an der berühmten Universität zu Wittenberg als Professor und Rektor gewirkt hatte, wurde er Kanzler der Prager Universität. Hier führte er 1600 die Obduktion ein. Selbst seine reiche wissenschaftliche Tätigkeit konnte ihn nicht der Rache des Kaisers entziehen : wegen seiner Teilnahme am tschechischen Aufstand von 1618 wurde er hingerichtet. Ferenc Pápa¿ Pár¿z (1649—1716) erwarb sein Arztdiplom im Jahre 1664 in 55 Basel. Nach seiner Heimkehr war er zuerst Amtsarzt in Debrecen, dann kehrte er in das berühmte Kollegium von Nagyenyed — zur Alma mater — als Lehrer zurück. Seine berühmteste und am weitesten verbreitete Arbeit ist das ausgestellte Werk „Pax corporis" (Friede des Körpers). Das Ziel dieses Werkes umriß er in der Einleitung folgendermaßen: ,,Meines Wissens gibt es in unserer Sprache keine Schrift über diese Materie ." In seinem Buch teilt er die medizinischen Kenntnisse seiner Zeit in allgemeinverständlicher Form für die Dorfle41