József Antall szerk.: Aus der Geschichte der Heilkunde / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 13-14. (Budapest, 1984)

Aus der Geschichte der Medizin und der Pharmazie Ausstellungsführer (J. Antall, K. Kapronczay, Z. Pataki, M. Szlatky, M. Vida)

gesammelten Kenntnisse mit den Elementen der antiken Heil- und Natur­wissenschaft. Die Medizin der Klöster fand „offiziell" mit dem Konzil von Clermont (1130) ihr Ende, das die chirurgische Tätigkeit der Mönche unter­sagte. Beginnend mit dem 12. Jahrhundert wurde an immer mehr medizinischen Fakultäten der Universitäten die Kenntnis der Klassiker zur Grundlage der Studien. Die Praxis — vor allem die Chirurgie und die Geburtshilfe — wurde bedauerlicherweise in den Hintergrund gedrängt. Charakteristisch für die scholastische Medizin sind die Worte des Arnoldųs de Villanova (1245—1313): „Die Pariser Ärzte lernen nur der Universalität halber, sind jedoch nicht bemüht, sich Fachwissen und praktische Fertigkeit anzueignen ." Das Material der mittelalterlichen Medizin stellen wir in zwei Vitrinen vor, zuerst die ungarischen Denkmäler der Árpádenzeit (1000—1301). Das früheste stammt aus der Zeit der Landnahme und wurde in Rétközberencs in der Obertheißgegend gefunden : der Schädel eines etwa 30 Jahre alten Mannes, an 46 dem wegen einer Verletzung eine Trepanation durchgeführt und die Öffnung mit Silberplatten bedeckt wurde (Eigentum des András-Józsa-Museums in Nyíregyháza). Das Fehlen der Geburtshilfepraxis weisen die Benediktion zur Erleichterung der Geburt nach, welche im Pray-Kodex beschrieben ist (entstan­den zwischen 1192 und 1195, Eigentum der Széchényi-Landesbibliothek) und der Geburtsgürtel der Nonnen des Klarissenordens aus Preßburg: der „Gürtel der heiligen Margit von Antiochia", der bei einer schweren Geburt der kreißen- 47 den Frau zur Erleichterung der Wehen um den Leib gebunden wurde. (Das Original befindet sich in der Schatzkammer des Domes zu Esztergom.) Im mittelalterlichen Europa traten schwere Epidemien auf, vom 6. Jahrhun­dert an bis ganz zum 12. Jahrhundert grassierten die Lepra, die Pest, dei schwar­zen Pocken und die Mutterkornvergiftung unter der Bevölkerung. Bei der Pflege der aus der Gesselschaft ausgestoßenen, angestecken Kranken kam den Mönchsorden eine außerordentlich große Rolle zu. Einer UrKunde aus dem Jahre 1346 zufolge stand an der Stelle des heutigen Gellert-Bades das Hospitale Ecclesiae S. Elisabeth, das sich im Eigentum des Johanniterordens befand. Dessen Gedächtnis rufen zwei Tafelbilder des Altars der Heiligen Elisabeth aus dem Árpádenhaus wach, die aus Bártfa (Bardejov) und Kassa (Kosice) stammen und auf denen die auch in Thüringen bekannt gewordene ungarische Königstochter Kranke badet und ihre Wunden reinigt. Eine schriftliche Aufzeichnung aus der Zeit: eine Urkunde des Buda-Fel­hévizer Johanniterkonvents aus dem Jahr 1290, mit einem Siegel versehen, und eine am 27. März 1442 datierte Urkunde des Protonotarius Peter Bologna, des römischen Statthalters Papstes Eugen IV. (1431—1447), in der er all denen Ablaß erteilt, die zugunsten des Heiligen Geliert spenden. Wir stellen noch zwei Waagen aus der Árpádenzeit vor, einen Mörser aus dem 14. Jahrhundert, der bei Ausgrabungen in der Preßburger Burg gefunden wurde und ein Arzneige­35

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