József Antall szerk.: Aus der Geschichte der Heilkunde / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 13-14. (Budapest, 1984)

Ungarische Topographie geschützter Apothekeneinrichtungen von historischem und kunstgewerblichem Wert (M. Vida)

UNGARISCHE TOPOGRAPHIE GESCHÜTZER APOTHEKENEINRICHTUNGEN VON HISTORISCHEM UND KUNSTGEWERBLICHEM WERT D ie alten Apotheken stellen wertvolle bildungshistorische Denlmäler der Städte Europas dar. Ein Teil von ihnen hat in Museen ihr Zuhause gefunden, ein anderer Teil bildet bis in unsere Tage ein noch funktionierendes, die alte Stimmung ausströmendes und im Eintretenden unwillkürlich Ehrfurcht erwec­kendes Apothekeninterieur. Wir finden unter anderem in Dubrovnik, in der Wiener Burg, in Innsbruck, Venedig, Genua, Florenz, Heidelberg, München, Zürich und Rouen schöne alte Apotheken. Die die gegenständlichen Denk­mäler der Medizin- und Pharmaziegeschichte vorstellenden Museen würden ein ärmliches Bild bei der Illustration der Pharmazie liefern ohne die Offizin­und Laboreinrichtungen, ohne all die zierenden Gefäße, Mörser und Apothe­kenfirmenschilder. Sie bewahren die eigentlichen gegenständlichen Denkmäler von kunsthistorischem und kunstgewerblichem Wert und des halb läßt das Mu­seumswesen ihnen im Interesse ihrer Erhaltung besondere Aufmerksamkeit zukommen. Aus der Zeit vor der Renaissance sind — unseren Angaben zufolge — nirgends in Europa, so auch nicht in Ungarn, Apothekeneinrichtungen erhalten geblieben. Vermutlich hat es auch die sog. eingebauten Regale mit einem Taratisch im ähnlichen Stil nicht gegeben. Auf den die Apotheken der frühen Zeit darstellenden italienischen, deutschen und französischen Bücherillustra­tionen stehen die zierenden Albarellos und Schnabelkännchen auf einfachen gezimmerten Regalen, woraus wir darauf schließen können, daß eine Apotheke vermutlich so ausgesehen hat. Das eingebaute Arbeitszimmer — mit Bücher­schrank—erscheint in der Zeit der Renaissance und parallel dazu entstand das Bild des im heutigen Sinne verstandenen Offizin-Interieurs. Eines der schönsten erhaltenen Beispiele für die Apotheke aus der Zeit der Renaissance ist die im Museum des Dubrovniker Franziskanerklosters aufgestellte bemalte italie­nische Offizin. Im 14. Jahrhundert wurde der an den italienischen Möbeln angebrachte Gips-Stuck mit lebendigen Farben und Vergoldung verziert, was sich hauptsächlich in Venedig verbreitet hat. Beim Möbel der Dubrovniker Apotheke handelt es sich um mit Stuck verzierte und bemalte Stücke, die unter venezianischem Einfluß entstanden sind, mit der für die Renaissance charak­teristischen marmorisierenden Bemalung und gerahmten Porträts. Auch in 125

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