József Antall szerk.: Aus der Geschichte der Heilkunde / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 13-14. (Budapest, 1984)

Pharmaziehistorische Bibliothek „József Ernyey" (L. Sasvári)

vereiñs in der Aggtelek-Gasse Nr. 8 (heute Kiss József u.) im VIII. Bezirk. Er war geschäftsführender Vorsitzender und später Vorsitzender des Budapester Apothekervereins. Auch der Budapester Munizipialkommission gehörte er an und nahm an der Arbeit des Komitees für öffentliches Gesundheitswesen teil. Für sein Wirken im öffentlichen Leben wurde er 1909 mit dem Titel „königlicher Rat" ausgezeichnet. Er verstarb 1917 in Budapest. Nach seinem Tod übernahm sein Sohn, Dr. János Filó die Apotheke. Er wurde 1884 in Budapest geboren und promovierte 1911 zum Doktor der Staats­wissenschaften. Er lebte zurückgezogen und widmete sich nur den Apothe­kengeschäften. Er verstarb 1959 in Budapest. Die Apotheke gelangte am 28. Juli 1950 in staatliche Verwaltung und wurde 1978 geschlossen, als in der nahen Auróra-Gasse eine neue Apotheke eröffnet wurde. 1979 erhielt das Medizinhistorische Museum „Semmelweis" die Räum­lichkeiten und brachte darin die pharmaziehistorische Bibliothek „József Ernyey" unter. József Ernyey (1874—1945) war Apotheker, Historiker und Völkerkunde­forscher. Zwischen 1934 und 1937 war er der Oberdirektor des Naturwissen­schaftlichen Museums. Zum Teil auf seine Initiative hin entstand 1908 das Pharmazeutische Museum. Dessen Bücherbestand und die Bücher der nicht mehr existierenden Apothekervereine gelangten in die „József-Ernyey-Bi­bliothek". Die Eernyey-Bibliothek steht seit 1968 unter der Verwaltung unseres Institu­tes und befand sich bis zum 21. Mai 1981 im Universitätsgebäude in der Ülló'i­Straße Nr. 26. Mit der Überlassung des Gebäudes der Apotheke auf dem Má­tyás-Platz war die Möglichkeit gegeben, den zu wissenschaftshistorischen For­schungen unentbehrlichen Bücherbestand besser und moderner unterzubringen. Die Offizin und das Büro der ehemaligen Filó-Apotheke (die zugleich als Le­sesaal dienen) sind auch als Apothekenmuseum eingerichtet und zeigen, wie eine Apotheke der Haupstadt in der Zeit nach der Vereinigung von Pest und Buda also in den letzten Jahren des vergangenen Jahrhunderts ausgesehen hat. BUCHBESTAND Der größte Teil des Materials besteht neben den im vorigen Jahrhundert in bescheidener Zahl erschienenen ungarischen pharmazeutischen Werken aus in Deutschland und Österreich veröffentlichten deutschsprachigen Werken, vor allem aus dem Gebiet der Chemie (Werke von Liebig , Ehr mann, Trommsdorf, Dumas, Duflos usw.), in beträchlicher Zahl sind auch Enzyklopädien vertreten (Moeller , Mayer , Tĥoms, Kazay, Vondrasek u. a.). Vollständig vorhanden sind 118

Next

/
Oldalképek
Tartalom