Antall József szerk.: Népi gyógyítás Magyarországon / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 11-12. (Budapest, 1979)

TANULMÁNYOK - Markus, Michal: A Kárpát-medence etnobotanikai problémái

Markus, M.: A Kárpát-medence etnobotanikai problémái 123 Zelenyák J.: Gyógynövények hatása és használata. Budapest, 1908. Zvara, M.: Zbierame lesñé plody. Bratislava, 1967. Zukovskij, P. M.: Kulturnyje rastenija a ich sorodici. Moszkva, 1950. Zusammen fassung Fragen der Botanik und Ethnobotanik werden im Aufsatz behandelt, die sich auf das Gebiet der Karpaten und Ihre Völker beziehen. Die Daten wurden grösstenteils unter Slowa­ken gesammelt, sie werden aber von den ethnobotanischen Enklaven der Tschechen, Polen, Ukrainer, Rumäner, Ungarn und Deutschen ergänzt. Schon im 19. Jahrhundert betätigten sich berühmte Forscher der slowakischen Ethnobota­nik, Ihren Bearbeitungen nach können Pflanzen der Karpaten in vier Gruppen geteilt werden: Pflanzen zur Nahrung und Futter; Heilpflanzen; Industriepflanzen und Pflanzen für kul­tischen und kulturellen Zweck. In der Zips bildete im 18 — 19. Jahrhundert das Kräuter- und Wurzelsammeln einen selbstän­digen Beruf. Die Wurzelgräber der Karpaten gingen täglich mit kleinen Spaten und Spitz­hacken in die Berge und versorgten die in ganz Europa berühmten Ölhändler mit den ge­wünschten Pflanzen. Die Vermischung von verschiedenen magischen Wurzeln bildete ein ätherähnliches Produkt, das sogar in der neuen Welt gesucht und gewünscht war. Die Samm­ler kannten nicht nur die Heilpflanzen sondern auch die giftigen Kräuter. Ausser den Männern besassen auch die Frauen, besonders der ärmeren Schichten, ethno­botanische Kenntnisse. Die magische Kraft und Funktion der Wildpflanzen war im allgemei­nen bekannt. In fast jedem Dorf der Karpaten wohnte ein Mann oder Frau, die sich auf Heilpflanzen gut verstand. Die Zahl dieser Leute wird mit jedem Tag geringer. Die Kranken kommen aus 40 — 50 km Entfernung um Rat zu holen. Die Liste der gesammelten Heilpflanzen ist beträchtig, nicht nur die bekannten, sondern auch die seltenen kommen darauf vor. Die in den Karpaten befindlichen „typischen" Pflanzen werden in den alten und neuen Heilpflanzen-Büchern vermerkt. Die Forscher der Ethnobotanik in den Karpaten-Ländern vollziehen ihre Forschungen unabhängig voneinander. Es wäre wünschenswert, diese Forschungen zu koordinieren. In den sozialistischen Ländern betätigt sich die Internationale Karpaten-Forschungs Organsation mit Nationalen Komitees in den einzelnen Ländern. Es wäre die richtige Organisation, die diese Zusammenarbeit steuern könnte. Wünschenswert wäre, wenn die bisherigen ethnobotanischen Ergebnisse in einem Sammel­band erscheinen könnten. Das Werk von AI. Borza: Dictionar etnobotanic (Bukarest, 1968.) gibt uns ein gutes Beispiel, was für Möglichkeiten ein Wörterbuch oder Katalog in sich birgt. Es sollte in gewisser Zeit eine Konferenz der Forscher stattfinden, wo persönliche Kontakte dazu beitragen würden Probleme, Methoden und Detailfragen auf wissenschaftlichem Niveau besprechen zu können. M. MARKUS, Dr. phil. 040—01 Kosice, Letecka u. 7. CSSR

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