J. Antall szerk.: Medical history in Hungary. Presented to the XXII. International Congress for the History of Medicine / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 4. (Budapest, 1970)
ESSAYS-LECTURES - K. Kapronczay: Comenius and Hygienic Education (in German)
(die innere Schau, das Bild im Verstand des Menschen ) trifft unter der Decke des Schädels zwischen diesen Ðin§en Urteile, sondert sie voneinander , denkt und träumt . Der erinnernde Verstand speichert unter dem hinteren Teil des Schädels manches und reproduziert es, manches aber geht verloren , und das ist die Vergesslichkeit. Der Schlaf ist die Ruhe der Sinne " [7]. Wie aus den Darlegungen des Comenius hervorgeht, sei die Gehirntätigkeit passiv, nur zur unbegrenzten Aufnahme der Abbilder der Aussenwelt geeignet: „ Indem das Gehirn das Abbild aller Dinge aufnimmt, schliesst es alles in sich, was das Universum enthält ." [8]. Infolge der Unbegrenztheit dieser Aufnahmefähigkeit kann der Mensch alles erkennen, darin gibt es für ihn keine Grenzen. Diese Feststellung war dazumal revolutionär, zerschlug sie doch die von den Dogmen errichteten Schranken, indem Comenius meinte: „Indem der Verstand mit seiner Beweglichkeit Himmel und Erde durcheilt, unterwirft er sich mit der Vernunft alles, unterscheidet mit seiner Urteilskraft alles, speichert in seiner Erinnerung alles." [9], Er kennt keine Grenzen, „birgt doch die Welt nichts, was der über Sinne und Verstand verfügende Mensch nicht auffassen könnte". [10] Wenngleich die Auffassung des Comenius zum mechanischen Materialismus tendiert, vertrat er im Bereich der Psychologie in Wirklichkeit fortschrittliche Ansichten. Indem er zwischen äusseren und inneren Sinnen unterschied und diese mit den pädagogischen Belangen verknüpfte, legte er die Grundlagen zur Erziehungspsychologie. Die grösste Bedeutung misst er dem Verstand bei und stellt ihn in den Mittelpunkt seiner Theorie. Die richtige Funktion des Verstandes regelt das Wissen, das von allen erworben werden kann. Comenius kennt keine Vorurteile und kein Prinzip, dass die geistigen Fähigkeiten nicht jedem angeboren seien. Darum ist seiner Meinung nach jeder erziehbar. Comenius befass e sich auch mit der Analyse der psychologischen Merkmale und der psychischen Typen. Er unterscheidet sechs Typen und teilt zugleich die pädagogischen Anleitungen bezüglich der betreffenden Gruppen mit. Seine Feststellungen über Entwicklung und Erziehungspsychologie, die Aufzählung der Alterseigenschaften und die Gliederung nach Lebensalter beruhen auf zahlreichen Beobachtungen und auf der Kenntnis der menschlichen Entwicklung. Wie bereits erwähnt, spielte die Pansophie in der Tätigkeit des Comenius eine ausschlaggebende Rolle. Nach der Systematisierung des Wissens hätte jeder die Kenntnisse in seiner Muttersprache erwerben sollen. Darum sprach sich Comenius für die Dreisprachigkeit aus, wobei die Muttersprache an erster Stelle hätte stehen sollen. Die Begriffe und ihre sprachliche Fassung, die Verbindung von Wörtern und Sachen spielen im System des Comenius eine wesentliche Rolle. Er unterstrich in seiner Rede über die exakte Bezeichnung der Dinge die Bedeutung der genauen Benennung, denn ohne die treffenden Wörter gäbe es keine gründliche Erkenntnis, liessen sich Zweideutigkeiten und Missverständnisse nicht vermeiden. Exakte Begriffe und Namen seien die Grundlage des logischen Denkens. Die Kinder könnten die wesentlichen Merkmale der Dinge mit der exakten Aneignung der Wörter lernen und damit richtige Urteile bilden. Dieses Prinzip kommt auch in dem zeit seines Pataker Aufenthalts verfass en 86