Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti közlemények 226-229. (Budapest, 1914)
TANULMÁNYOK - Makovitzky, Josef: "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland" (Paul Celan). In Memoriam Privatdozent Dr. Med. Dénes György (1901-1945)
„DER TOD IST EIN MEISTER AUS DEUTSCHLAND“ (PAUL CELAN) IN MEMORIAM PRIVATDOZENT DR. MED. DÉNES GÖRÖG (1901-1945) JOSEF MAKOVITZKY Den Namen des Pathologen Privatdozent Dr. med. Dénes Görög habe ich erstmals von meinem ehemaligen Prof. Dr. Med. Dezső Tanka gehört. Er hat oft über die vor dem 2. Weltkrieg im Krankenhaus Szombathely (Steinamanger) tätig gewesenen Ärzte erzählt (20). Als ich für eine mittlerweile erschienene Biographie von György Romhány i (1905-1991) in den Archiven der Pathologischen Institute von Budapest und Pécs sowie in anderen Quellen recherchierte, bin ich oft auf den Namen von Dr. med. Dénes Görög gestoßen (15). Kurze Zeit darauf las ich einige seinem Andenken gewidmete Artikel und Würdigungen (4, 5, 6, 7). Dies hat mich veranlasst, mich ausführlicher mit der Person Dénes Görög, mit seinem tragischen Schicksaal und dem seiner Familie zu befassen. Die wichtigste Quelle war das Buch seines Sohnes Sándor Görög Repkényszaggatás (auf Deutsch „Fierunterreißen des Efeus“). Als Sándor Görög den Grabstein seines Großvaters auf dem Friedhof von Szombathely vom Efeu befreite, entschloss er sich, die Geschichte seiner Familie, die in Auschwitz und in Ebensee ihr tragisches Ende fand, aufzuarbeiten (9). Die Familie Görög war typisch für eine assimilierte Akademikerfamilie jüdischer Herkunft in Ungarn. Leben und Schicksal wurden durch den Ersten Weltkrieg mit dem darauf folgenden Friedensvertrag von Trianon (1920) und durch den Zweiten Weltkrieg bestimmt. Dénes Görög wurde am 29. Januar 1901 in Budapest geboren, absolvierte das königliche Hauptrealgymnasium Bolyai in Budapest und maturierte dort 1918. Um Medizin studieren zu können, legte er die Reifeprüfung auch in Latein ab. Das Medizinstudium begann er an der Péter-Pázmány-Universitat in Budapest. Danach studierte er fünf Semester an der Friedrich-Wilhelms-Universität (heute Humboldt- Universität) in Berlin und ein weiteres Semester in Göttingen. 1922 kehrte er nach Ungarn zurück. Am 25. Februar 1925 erwarb er an der neu gegründeten Universität Pécs sein Diplom. Dabei hatte er neben dem Hippokratischen Eid auch einen Schwur auf die ungarische Verfassung und den Reichsverweser Miklós Horthy abzulegen. Bis August 1925 war Dénes Görög als Praktikant im Institut für Gerichtliche Medizin tätig, ab September als Assistent im Pathologischen Institut der Universität Pécs. In Professor Béla Entz (1877-1959) fand Dr. Görög einen Förderer, Unterstützer und Lehrmeister. Prof. Entz kümmerte sich auch um die fachliche Weiterbildung seines Schülers und ermöglichte ihm einen viermonatigen Forschungsaufenthalt beim Hämatopathologen Carl Sternberg in Wien. Anschließend setzte Dr. Görög seine Weiterbildung am Institut für Hygienie der Universität Pécs bei Béla Fenyvessy fort. 1928 arbeitete er bei Balázs Kenyeres im Budapester Institut