Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 206-209. (Budapest, 2009)

ADATTÁR — DOCUMENTS - Kapronczay, Katalin: Orvostörténeti vonatkozású kéziratok Luigi Ferdinando Marsigli (1658-1730) hagyatékából

Kapronczay, K. : Handschriften medizinischen Inhaltes von Litigi Ferdinando Marsigli 245 auf die Gesundheit (Bevanda asiatica ecl istoria medica del cavé. Vienna, 1685). Diese Ar­beit widmete er Kardinal ßuonvisi, dem päpstlichen Legat zu Wien, darin die heilbringen­den, positiven medizinischen Vorteile des Kaffees betont werden. Als Gefangener erlebte er den Sturm der Stadt Wien. Als die Nachricht sich verbreitete, dass der Großvezir alle Gefangenen über 16 Jahre hinrichten wird, versuchte er zu flüchten, wurde aber gefangen genommen und zum Tod verurteilt. Zwei bosnische Soldaten lösten ihn aus, da sie ein hohes Lösegeld hofften. Unter erniedrigenden Umständen, am Strick ge­führt wurde er nach Ofen transportiert. Unterwegs ist er vollkommen abgemagert, er musste Hunger und Durst leiden. Das Wasser, das man ihm reichte, hat ihn nicht erquickt, weil es nicht sauber war. Merkwürdig war doch, dass er inzwischen den Weg und die wichtig ge­haltenen Objekte genau beobachtete, und sogar Zeichnungen über Ofen und über die strate­gisch wichtige Brücke von Essek verfertigte. Da er keine richtigen Schreibmittel besaß, verwendete er Äste zum zeichnen, und Pflanzensäfte zum schreiben. Die zwei bosnischen Soldaten schleppten ihn mit sich nach Süden, in ein abwärts gelegenes Dorf. Zu dieser Zeit haben die Krankheiten seinen Körper schon fast vollkommen ruiniert: es waren die Ruhr, Läuse und anderes Geziefer, die ihn plagten, er lag monatelang in einem dunklen, luftlosen Zimmer an sein Bett gefesselt, und wartete auf seine Befreiung. Sein alter Patron, der ehe­malige venezianische Gesandter Pietro Civrani hat ihn für zweitausend Gulden ausgelöst, und nahm ihn in sein Haus in Venedig auf. Hier ließ er ihn pflegen, bis er wieder gesund wurde. Civrani bat seinen Freund Giacomo Grandi (1646-1691), den namhaften Astrono­men und praktizierenden Arzt, er soll das Beste für die Gesundheit seines Freundes tun. Grandi wandte sich an seinen früheren Professor Marcello Ma/pighi, - mit dem auch Mar­sigli einen persönlichen Kontakt pflegte, - stellte ein genaues Krankheitsbild auf, und be­stimmte auch die verwendbare Therapie dazu. Dieser handschriftliche Brief befindet sich in der Universitätsbibliothek zu Bologna zusammen mit dem anderen Nachlass. Marsigli dach­te später mit Dank an Doktor Grandi, der ihn in knapp drei Monaten aus der gefährlichen Hydropsie heilte. Im Sommer 1684, nach der erfolgreichen Therapie meldete sich Marsigli wieder beim Kaiser zum Kriegsdienst. Im Februar 1685 schrieb Marsigli mit eigener Hand Malpighi, und nannte ihn: „Carissimo Signor Marcello", darin er seine lang dauernde Krankheit und seine Genesung beschrieb. Die Krankheitsgeschichte wurde hier mit den Anfällen des Wechselfiebers, mit den Beschwerden der Drüsen und Vergrößerung der Milz ergänzt. In diesem Brief tauchen auch Namen von anderen Ärzten auf, die er als private Bekannte nennt, und die alle mit freundschaftlichen Ratschlägen im Interesse seiner Ge­sundheit mitwirkten. Als Erster ist der Name des Giovanni Baptista Gareiii - der Sohn des „großen" Pier Garelli , des kaiserlichen Leibarztes, - genannt, der ihn genau so wie Grandi, zum ewigen Dank verpflichtete, weil er ihm die Gesundheit wieder herstellte und seine Kräfte neu belebte. Die anderen Ärzte waren: Gian Ga/eozzo Manzi, er erwarb sein Diplom 1664 an der Universität zu Bologna, und arbeitete als praktizierender Arzt in der Ospedale della Vita; Paolo Piella, bekam sein Doktordiplom 1669 und wurde durch seine wissen­schaftliche Arbeit bekannt, er verstarb 1713; Alberto Fabbri (verstarb 1688) unterrichtete Anatomie und Chirurgie an der Universität zu Bologna. Am Ende seines Briefes schickte Marsigli seinen Gruß dem gemeinsamen Freund Professor Domenico Guglielmini (1655­1710), der an der Universität zu Bologna und Padua die experimentelle Physiologie vortrug. Auf dem Antwortschreiben des Malpighi, darin der „Meister" seine Freude über die Gene­sung von Marsigli ausdrückte, ist das Datum 8. März 1685 zu lesen, darin er ihm einen Rat

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