Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 206-209. (Budapest, 2009)

ADATTÁR — DOCUMENTS - Offner, Robert: Johannes Hertelius erdélyi orvos eddig ismeretlen, 1593. február 8-iki keltezésű levele Carolus Clusius flamand botanikushoz

232 Comm. de //ist. Artis Med. 206- 209 (2009) Hertelius bei Clusius, dem damaligen Leiter des Hofgartens zu Frankfurt, da er 1587-1589 an der nahen - nur etwa 90 km entfernten - Universität Heidelberg studierete. Zu jener Zei­ten galt Clusius bereits als bekannter Botaniker und ihm eine gewisse Affinität zu Ungar­ländern zu unterstellen, erscheint keineswegs abwägig. Fakt ist allerdings, dass Hertelius sich nach seinem Heidelberger Aufenthalt dem Studium der Medizin (in Padua) widmete. Ob dies eventuell auf den Einfluss von Clusius erfolgt haben könnte, bleit offen. Unter Heranziehung anderer Zeitdokumente versuchen wir die Informationen des unter­suchten Briefes in weiterem Kontext zu deuten. Aus den Briefen vom 4. April und vom 25. Juli 1593 seines Freundes György Komis, der zu jener Zeit ebenfalls in Padua studierte, an den Vater Farkas Kornis, erfahren wir, dass Hertelius sich trotz mehrfacher Absichtserklä­rungen, in die Heimat zurückzukehren, sich immer noch in Padua und Venedig aufhielt. Er habe seinen Landsleuten die Abreise in die Heimat wiederholt in Aussicht gestellt, ja sogar eidlich beschworen, ohne jedoch Ernst zu machen. Ein Besuch in Siebenbürgen nach dem 8. Februar 1593 erscheint uns somit eher unwahrscheinlich. Gleich zu Beginn seines Briefes äußert er sich besorgt um das Schicksal von Justus Lipsius und zeigt er sich zuversichtlich, über ihn durch Clusius bald unterrichtet zu werden. Es entsteht der Eindruck, als ob er den Hämischen Rechtsgelehrten, einen langjährigen Brieffreund von Clusius (Besuch in Frank­furt 1591), gekannt hätte. Wer und wo war nun dieser Mann im Jahre 1593? Was führte zu der Aufregung? Justus Lipsius (Joest Lips) wurde am 18.10.1547 in Overijse bei Brüssel als Sohn des königlichen Brüsseler Magistratsbeamten geboren. Nach dem Schulbesuch in Brüssel stu­dierte er ab 1559 auf dem Jesuitenkolleg in Köln und an ab 1563 an der Universität Löwen Jura. Er interessierte sich aber immer mehr für die Humaniora. Löwen war zu dieser Zeit das Zentrum der späthumanistischen niederländischen Philologie. Da seine Familie sehr wohlhabend war, konnte sich Lipsius ab 1565, nach dem Tod seines Vaters, mit seinem Erbe ein ruhiges Leben leisten. Da er sein erstes Werk Variarum lectionum libri II dem Kardinal Antoine Perrenot de Granvelle widmete, konnte Lipsius diesen als Mäzen gewin­nen. Der Kardinal nahm Lipsius 1567 als Sekretär mit nach Rom und machte ihn dort u. a. mit den Humanisten Paulus Manutius und Antonius Moretus bekannt. Während seines zweijährigen Aufenthalts studierte Lipsius auch an der Vatikanischen Bibliothek. 1569 kehrte Lipsius nach Löwen zurück. 1572 begab er sich auf eine Studienreise, welche ihn erst nach Wien führte, wo er mit den Humanisten um Kaiser Maximilian II. bekannt wurde. Er reiste weiter durch Böhmen, Sachsen und Thüringen und nahm 1572 einen Ruf als Profes­sor für Beredsamkeit und Geschichte an der Universität Jena an. Zwei Jahre später ging er nach Köln und heiratete er noch im selben Jahr. 1576 promovierte er zum Lizenziat der Rechte in Löwen und hielt Vorlesungen. Zwei Jahre später wechselte er nach Leiden. Dort wurde er im März 1578, nachdem er konvertiert war, an den Lehrstuhl für Geschichte und Jurisprudenz berufen. Neben Isaac Casaubon und Joseph Justus Scaliger wurde Lipsius zum Star dieser calvinistischen Universität. Doch einige Jahre später, nach der Veröffentli­chung von De una religione und Politicorum sive civilis doctrinae libri IV, war Lipsius un­haltbar geworden. Er verließ Leiden und reiste über Mainz nach Lüttich. Nach seiner öffent­lichen Rückkehr zur katholischen Kirche bekam er aus allen katholischen Staaten nun Lehr­stühle angeboten; sogar Papst Clemens VIII. wollte ihn in den Vatikan holen. Lipsius ent­schied sich für seine Heimat Löwen und wirkte dort ab Sommer 1592 als Professor für Ge­schichte und Latein. Als solcher wurde er vom spanischen König Philipp II. zum Hofhisto-

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