Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 206-209. (Budapest, 2009)

ADATTÁR — DOCUMENTS - Offner, Robert: Johannes Hertelius erdélyi orvos eddig ismeretlen, 1593. február 8-iki keltezésű levele Carolus Clusius flamand botanikushoz

226 Comm. de //ist. Artis Med. 206- 209 (2009) Johannes Hertelius (Hortelias, Hertel) (1565-1612) Er wurde 1565 als jüngster Sohn des protestantischen Theologen, bekannten Glaubenser­neuerers und Gründers der antitrinitarischen (unitarischen) Kirche Siebenbürgens, Franz Davidis (Hertel) alias Ferenc Dávid bzw. Franciscus Davidis (1520-1579), in Klausenburg geboren. Nach Verlust der Eltern und des älteren Bruders David Hertelius (1582) lebte er eine Weile beim Oderheller Königsrichter Farkas Kornis in Homoródszentpál. Im Jahr 1586 studierte er an der Juristischen Universität zu Padua, danach an der Universität Basel (1587), wo seine Disputation beim kalvinischen Theologen Johann Jakob Grynaeus : Di­daskalia de nobili dicto Davidis: Justus ut palmaßorebit: tanquam Cedrus in Libano cres­cet (Erörterung über den berühmten Psalm Davids [92,13]: "Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum; er wird wachsen wie eine Zeder auf dem Libanon") im selben Jahr im Druck erschien. Übrigens, in Basel wirkten gerade damals berühmte Botaniker und Anato­men: Felix Platter und Caspar Bauhin , hervorragende Mediziner jener Zeit. In Heidelberg studierte er vom Herbst 1587 bis Anfang 1589, wonach er nach Padua zurückkehrte, um sich dem Medizinstudium zu widmen. Zwei Jahre später promovierte er zum Doktor der Philosophie und der Medizin. Er hatte dort beachtenswerte akademische Ämter der Deut­schen Studentennation inne (Procurator und Syndicus), zu denen auch u.a. Ungarländer und Siebenbürger gehörten, und genoß hohes Ansehen. Davon zeugt seine Gedenkbüste und eine Gedenktafel im Palazzo del Bo. Hertelius interessierte sich für Botanik und stand in Kontakt zu namhaften Gelehrten seiner Zeit, wie wir dies später sehen werden. Der junge Arzt bemühte sich um die Stelle des Leiters des berühmten Botanischen Gartens der Uni­versität Padua, wo er 1592 neben Professor Giacomo Antonio Cortuso (1513-1603) einige Zeit als Assistent (Hilfslehrer) und Gartenaufseher wirkte. Die Stelle wurde jedoch 1593 von der Leitung des Universität dem venezianischen Arzt und bereits damals namhaften botanischen Forscher Prospero Alpini (1553-1617) übertragen. Vermutlich 1594 kehrte Hertelius in die Heimat zurück und fand Aufnahme unter die Leibärzten des Fürsten Sigis­mund Báthory in Weissenburg. Als Anerkennung für seine ärztlichen und diplomatischen Verdienste wurde er von seinem Herrscher 1598 mit dem siebenbürgisch-sächsischen Dorf Gergeschdorf beliehen. Unbekannt ist die Dauer seines Amtes als fürstlicher Leibarzt. Wäh­rend der Kriegszeit (1601) befand sich Hertelius bereits in seiner Heimatstadt Klausenburg, wo er spätestens ab 1603 als Stadtarzt und bald darauf auch als Hundertmann im Stadtrat wirkte. Er war verheiratet, jedoch ist uns bislang nichts über seine Klausenburger Jahre so­wie über seine ärztliche, botanische und evtl. literarische Tätigkeit bekannt. Carolus Clusius (Charles de l'Escluse, Ecluse) (1526-1609) Der Aristokratensohn wurde in Arras (flämisch Atrecht) im französischen Flandern geboren und nach in Gent verbrachter Jugend studierte er ab 1546 alte Sprachen und Jurisprudenz in Löwen /Leuven/Louvain. 1548 wechselte er an die neuen lutherischen Universitäten Mar­burg (1548) und Wittenberg (1549), wo er bei Melanchthon Philosophie hörte. Auf dessen Rat wechselte er zum Studium der Medizin. Nach kurzem Aufenthalt in Straßburg und der Schweiz (1550) studierte er Arzneikunde an der berühmten Universität zu Montpellier beim nemhaften Gelehrten Guillaume Rondelet, der ihn für die Botanik begeisterte. Hier schuf er

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