Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 200-201. (Budapest, 2007)

KISEBB KÖZLEMÉNYEK — COMMUNICATIONS - KAPRONCZAY, Károly: Der „rebellische" Semmelweis. Der Pfarrer-Bruder des Ignaz Semmelweis - A „rebellis" Semmelweis. Semmelweis Ignác lelkész fivére

Zur Mitte der 1850er Jahre kehrte er zurück nach Ungarn, wie das familiäre Andenken es uns überlieferte, zog nach Székesfehérvár (Stuhlweissenburg). Über seinen weiteren Lebens­wandel sind uns keine Angaben mehr erhalten geblieben. Ignaz Semmelweis hatte noch zwei Brüder, die im Freiheitskampf aktiv waren. Einer war János (1820-?), der 1849 ebenfalls auf Szemerényi magyarisierte, gleichfalls ins Ausland flüchtete, und erst nach 1867 wieder zurückkehrte. Er lebte nicht in Pest. Wahr­scheinlich war Oswald Szemerényi sein Sohn, der Professor an der Philosophischen Fakultät zu Pest wurde. Der andere war Ágoston Semmelweis (1824-?), der genauso den Namen Szemerényi annahm, und im erzbischöflichen Gymnasium zu Ofen lernte Auch er wurde ein Soldat in der Honvéd-Armee, musste ins Ausland flüchten und kehrte nie zurück. Sein Le­ben und Schicksal ist unbekannt. Es stellte sich vergebens eine gewisse Linderung im politischen Leben des Landes ein, mit der Vergangenheit eines Revolutionärs hatte niemand Chancen und konnte auch keine Erwartungen haben. Karl Semmelweis-Szemerényi nahm eine Stellung bei der Familie des Barons Jankovich an, die er bis 1865 auch bekleidete. Parallel korrespondierte er mit ver­schiedenen kirchlichen Behörden im Interesse irgendeiner Anstellung. Eine wahrhaftige Wende brachte erst der Ausgleich vom 6. Juli 1867, der für die Ausgewiesenen einige bescheidene Möglichkeiten darbot. Erst jetzt wurde ihm die vakante Pfarrer-Stelle in ógyalla zugewiesen, wo er als Administrator angestellt wurde. Erst nach einem Jahr wurde er zum Pfarrer ernannt, ab 1873 war er der Vizedekan des kirchlichen Bezirkes zu Udvar, ab 3. August 1876 wurde er nach Tardoskedd als Pfarrer versetzt und mit dem Titel Dekan des Ujvarer Bezirkes geschmückt. 1888 wurde er noch Kanoniker in Pozsony (Pressburg) in der Hl. Peters Kathedrale Tardoskedd war der Anfang und auch die letzte Station seiner kirchlichen Laufbahn. Er liebte dieses Dorf und seine Einwohner, und war bemüht ein guter Seelsorger seiner Herde zu sein. 1880 kaufte er ein Grundstück, ließ auf eigene Kosten eine Schule daraufbauen und gründete mit 10.000 Goldtalern einen Fond für eine Mädchenschule, die unter der Auf­sicht der Schwestern des Ordens des Göttlichen Erlösers fungieren sollte. Es entwickelte sich eine anerkannte Institution daraus, die eigentlich bis 1945 wirksam blieb. Karl Szemerényi verstarb in Pressburg am 16. Oktober 1898 in seinem achtzigsten Le­bensjahr. Nach der Todesanzeige wurde er dort auf dem Kirchhof Sankt Andreas beigesetzt. Bei der Totenfeier erschien noch seine am Leben befindliche Schwester Júlia Semmelweis, die Frau des Péter Rath mit ihrer Familie, Mária Szemerényi, der Witwe vom Ignaz Sem­melweis und ihre Kinder. KÁROLY KAPRONCZAY PhD General director Semmelweis Museum, Library and Archives for the History of Medicine H-1012 Budapest, Török u. 12. HUNGARY

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