Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 200-201. (Budapest, 2007)

KISEBB KÖZLEMÉNYEK — COMMUNICATIONS - KAPRONCZAY, Károly: Der „rebellische" Semmelweis. Der Pfarrer-Bruder des Ignaz Semmelweis - A „rebellis" Semmelweis. Semmelweis Ignác lelkész fivére

Lebensweg von Karl Semmelweis-Szemerényi Karl Semmelweis-Szemerényi wurde am 9. Januar 1813 im Familiensitz in der Tabáner Apród Strasse geboren, und schon am nächsten Tag in der Pfarrkirche Hl. Katharina ge­tauft, wo die anderen Semmelweis-Kinder auch ihre Taufe erhielten. Er war das zweite Kind der Familie. Der Vater Joseph Semmelweis trug wahrhaft Sorgen für seine Kinder, damit sie eine gute Schulausbildung erhalten. Wie die anderen Söhne der Familie, hat auch Karl in der Omer Burg im anspruchsvollen erzbischöflichen katholischen Gymnasium seine Mittel­schulstudien begonnen, wo auch philosophische Kenntnisse vermittelt wurden, die zu einer höheren Ausbildung notwendig waren. Er hat wahrscheinlich ziemlich früh eine Berufung zu der klerikalen Laufbahn gefühlt, denn die zweite Hälfte seiner philosophischen Studien setzte er schon im erzbischöflichen Gymnasium in Nagyszombat (Tyrnau) fort, und been­dete sie auch dort. Nachher folgten die Theologiestudien in Pest im Zentralen Seminar. Es darf angenommen werden, dass er ein begabter Student war, denn nur auf diese Art und Weise konnte er ins Seminar einziehen, wo nur gut ausgebildete Schüler eine Aufnahme erhielten. Am 26. März 1836 ist er in Esztergom (Gran) in der Basilika zum Priester ge­weiht worden. Seine erste kirchliche Stellung bekam er auch im erzbischöflichen Graner Bezirk. In jener Zeit gab es keinen Pfarrermangel, so konnten die neu geweihten Pfarrer als Kapläne in den Pfarrhöfen dienen und Erfahrungen für die späteren Jahre sammeln, wo sie eine Pfarre selbständig leiten mussten. Károly Semmelweis diente zuerst in Tardoskedd unweit von Érsekújvár (Neuhäusel) als Kaplan, zugleich versah er auch die seelsorgerischen Tätigkeiten bei der Familie Batthyány. Tardoskedd war zu jener Zeit ein Dorf mit vier­tausend Einwohnern, die größtenteils Ungarn von katholischer Konfession waren, wo neben dem gräflichen Batthyány sehen Gebiet ein beträchtliches Gut der Erzdiözese angehörte. Nach einem vierjährigen Dienst kam er nach Kemence und Kürt, 1843 nach Komárom. Nach einem Jahr hat ihn die Erzdiözese von Gran nach Pest in die Liebfrauenkirche (Nagy­boldogasszony templom) als Kaplan versetzt, wo er in der sich rasch entwickelnden Stadt zu einem der populärsten Pfarrer entwickelte. Im strengsten Sinne des Wortes ist er nach Hause gekommen, denn in den an beiden Ufern der Donau liegenden Stadteilen - in Pest und in Tabán - verbrachte er den größten Teil seines bis dahin verlebten Lebens. Aus dem Tor der Liebfrauenkirche konnte er - imaginär - sein Geburtshaus sehen, wo Joseph sein Bruder als angesehener Pester Handelsmann und seine anderen Geschwister mit ihren Fami­lien lebten. Der aus einer deutschen Familie stammende und durch die in ungarischen Schulen erworbenen Kenntnisse sowie emotionale Einstellung haben aus ihm einen progres­siv denkenden Pfarrer und Patriot gestaltet, der sich im Reformzeitalter für die Entfaltung des Landes verpflichtet fühlte und in diesen Bewegungen teil nahm. Diese seine Einstellung brachte er auch dadurch zum Ausdruck, dass er seinen Namen auf Szemerényi magyari­sieren ließ, und die ungarisch fühlenden Menschen, wenn sie auch gleich von fremder Ab­stammung waren, ebenfalls dazu anregte. Wie bereits erwähnt, haben die Semmelweis aus Zirc genauso auf die Initiative dieses Pfarrers den Namen auf Szemerényi geändert. Schon als Szemerényi wurde er der Unterstützer des Schutzvereins (Védegylet) und auch jener Bewegungen, die im Dienst des ökonomischen Fortschrittes der Heimat einen Dienst er­wiesen, und die Beschleunigung der bürgerlichen Entwicklung vor Augen hielten. Er war ein begeisterter Anhänger der Märzrevolution von 1848, sowie der ersten unab­hängigen ungarischen Regierung, und bewies mit allen seinen Äußerungen diese seine

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