Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 200-201. (Budapest, 2007)

KISEBB KÖZLEMÉNYEK — COMMUNICATIONS - KAPRONCZAY, Károly: Der „rebellische" Semmelweis. Der Pfarrer-Bruder des Ignaz Semmelweis - A „rebellis" Semmelweis. Semmelweis Ignác lelkész fivére

DER „REBELLISCHE" SEMMELWEIS. DER PFARRER-BRUDER DES IGNAZ SEMMELWEIS KÁROLY KAPRONCZAY Die Fachliteratur, die das Leben des berühmten ungarischen Arztes und seiner Familie bearbeite, hat nur eine „halbe" Arbeit geleistet. Sie forschte erstens nach dem Ursprung der Familie, da der Name im Kreis der Deutschen in Ungarn relativ selten vorkommt, im his­torischen Ungarn doch mehrere Semmelweis-Familien lebten. Die Familienforschungen hat als Erster Tibor Győry, der später berühmt gewordene Semmelweis-Forscher eingeleitet, die er auf die erhalten gebliebenen Geburts- und Sterbeurkunden der verschiedenen römisch­katholischen Pfarrämter in der Umgebung von Kismarton (Eisenstadt) baute. Es stellte sich heraus, dass die in Buda (Ofen) sesshaft gewordene Familie Semmelweis aus dieser Gegend stammte, und auf jenem Gebiet sogar noch heutzutage Semmelweis-Familienmitglieder le­ben, die mit Ignaz Semmelweis und seinen Nachkommen eine Blutverwandtschaft auf­weisen. In jenen Jahren lebte in Zirc und seiner Umgebung eine andere, ziemlich zahlreiche Semmelweis-Familie, deren Geschichte 1901 von Konstarttin Horváth detailliert bearbeitet wurde. Die Nachkommen dieser Semmelweis waren deutsche Übersiedler. Nach den zeit­genössischen Urkunden stammten diese Übersiedler aus Schlesien, Thüringen, Wilhelm­burg, Brandenburg, Hartkirchen, Hitzing, Hollenbach, Iglau, Koburg, Lanshut, Rückendorf, und waren alle katholischen Glaubens. Dieser Name erscheint seit 1760 in den Urkunden, und alle verzeichneten Semmelweis stammen aus einem der oben genannten Gebieten. Kon­stantin Horváth konnte nicht genau feststellen, welcher Familie Ignaz Semmelweis ange­hörte und woher diese kam, bloß auf Grund der Geburts- und Sterbeurkunden hielt er die Mitglieder der Familie, die näheren und weiteren Verwandtschaften in Evidenz. In jener Zeit haben die Taumamen eine gewisse Familientradition aufbewahrt, auf diese Art und Weise wollte man das Andenken der Väter, Großväter und lieben Verwandten verewigen. Die Namengebung der Semmelweis aus Zirc und Eisenstadt zeigt einen beträchtlichen Unterschied, die am meisten gegebenen Taufnamen weisen doch nicht genau auf die Blut­verwandtschaft hin, bis Anfang des 19. Jahrhunderts konnten die Mitglieder auch kaum et­was voneinander gewusst haben. Die Stadt Pest konnte mit ihren beinahe 40.000 Einwohnern am Anfang des 19. Jahr­hunderts eine rasche Entwicklung aufweisen, deren Grundstein durch den Ausgleich vom Jahr 1867 gelegt wurde, und der zugleich auch schon die zukünftige Hauptstadt ahnen ließ. Die rasche Handelstätigkeit, die wirtschaftliche Lage, die dynamische Stadtentwicklung und die Bauten haben zahlreiche Handwerker und Unternehmer gewünscht. Joseph Semmelweis

Next

/
Oldalképek
Tartalom