Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 200-201. (Budapest, 2007)

KISEBB KÖZLEMÉNYEK — COMMUNICATIONS - FONYÓ, Attila: Deutsche Medizinstudenten in Ungarn. Einblick in die 1980-er Jahre - Német orvostanhallgatók Magyarországon. Pillantás a nyolcvanas évekbe

Ich glaube, es mir erlauben zu können, in diesem Moment einige Gedanken zu den früheren Zulassungskriterien in der BRD beifügen zu dürfen. Selbstverständlich ist die erste Frage, die auftaucht, ob die dort angenommenen Studenten gut genug für ein Medizin­studium und für eine spätere ärztliche Tätigkeit waren. Diese Frage lässt sich nachträglich mit Ja" beantworten, kann eventuell auf Grund der Prüfungsergebnisse zahlenmäßig aus­gedrückt werden. Aber es stellt sich eine ebenso wichtige Frage, die viel schwerer zu beantworten ist: wie steht es um die abgewiesenen Bewerber? Hätten sie sich im Studium und später in der Praxis bewährt? In Budapest wurde uns in kurzer Zeit klar, dass das Sys­tem, welches primär auf die Leistung in der Oberschule und im Abitur basiert, keine eindeutige Orientierung für die zukünftigen Studienleistungen geben kann. Durch ein com­puterisiertes und unpersönliches Aus wähl verfahren sind zwar die Fakultäten von jeglicher Verantwortung befreit worden, aber - meiner Meinung nach - hat die Gesellschaft in den Jahren, als das System so hundertprozentig computerisiert war, so manche Personen ver­loren, die sich als Studenten später gut bewährt hätten. Ein Vergleich der deutschen und ungarischen Studenten Es war auffallend, dass die Vorbildung der ungarischen Studenten homogener war, als die der Deutschen. In der Physik, in der elementaren Mathematik konnte man bei den deutschen Studenten so manche Lücken entdecken, die bei den Ungarn wesentlich seltener vorkamen (dank der Aufnahmeprüfung im Fach Physik). Die Deutschen haben - mit Hilfe des Insti­tutes für Biophysik - ihr Defizit im ersten Studienjahr aufgeholt. Es waren aber einige Unterschiede zu Gunsten der deutschen Studenten. Vor allem waren die Fremdsprachen­Kenntnisse der letzteren mit denen der Ungarn nicht zu vergleichen, fast alle Deutschen waren fähig, in englischer Sprache zu kommunizieren (das konnte ich selbst während der Vorlesungen feststellen). Die Deutschen waren auch selbstständiger im Studium. Während der Vorlesungen und Praktika nahmen sie aktiver am Unterricht teil: haben sie etwas nicht verstanden, fragten sie gleich danach, und ließen nicht locker, bis es nicht richtig erklärt wurde. Kurz gesagt, sie verursachten uns manch' schwere Minuten, und - wie ich es noch vor dem Beginn richtig vermutete - wir mussten uns auf die Vorlesungen und Praktika sehr sorgfältig vorbereiten. Mit Bedauern musste ich aber zur Kenntnis nehmen, dass die klas­sische Literatur den deutschen Studenten ebenso fremd war, wie den Ungarn - meine Gene­ration war sicherlich anders. Wenn ich etwas von der deutschen Literatur zitiert habe, sah ich totales Unverständnis, auch wenn das Zitat von Goethe war; nur selten haben sie von den Werken etwas gehört. Wahrscheinlich gehört das zum Zeitbild - sicherlich können sie einen Computer viel besser gebrauchen als ich es je fertigbringen kann. Die Reaktionen in Deutschland (akademische Kreise und Behörden) Bestimmte akademische Kreise nahmen zuerst - milde gesagt - eine äußerst skeptische Stellung der deutschsprachigen medizinischen Ausbildung in Budapest gegenüber ein, was sie - eigentlich richtig - als Umgehen des numerus clausus Systems in der BRD deuteten, wonach im deutschen Sprachraum mehr Ärzte ausgebildet werden als geplant, was die Ge­fahr einer etwaigen Erhöhung der arbeitslosen Ärzte mit sich bringt (wir schreiben 1983). Das blieb uns nicht verborgen. Es war wichtig, unsere Fachkollegen zu überzeugen, dass

Next

/
Oldalképek
Tartalom