Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 200-201. (Budapest, 2007)

KISEBB KÖZLEMÉNYEK — COMMUNICATIONS - OFFNER, Robert: Der Klausenburger Arzt Johannes Hertelius (1565-1612) und sein Beitrag in der Beschreibung Siebenbürgens im Giovanni Antonio Maginis Werk: Geographiae Universae tum veteris tum novae absolutissimum opus (1596) - Johannes Hertelius (1565-1612) kolozsvári orvos adaléka Erdély földrajzi leírásához Giovanni Antonio Magini Geographiae Universae tum veteris tum novae absolutissimum opus című munkájában (1596)

Zu den Aufgaben eines Stadtarztes zählten traditionsgemäß die Seuchenschutzmaßnahmen, die Behandlung der Armen und Alten, die fachliche Aufsicht der „niederen Heilberufler" wie: Chirurgen (Wundärzte), Steinschneider, Bader, Hebammen, aber auch der Apotheker, der zu dieser Zeit Johannes Balck, ein aus Duisburg zugewanderter Mann, war. 65 Darüber hinaus wird wohl Hertelius ausgedehnte Privatpraxis betrieben haben. Überraschend ist dagegen, dass sein Name unter den Rektoren und Lektoren des Unitarischen Kollegs seiner Heimatstadt nicht vorkommt. 66 Laut Binder (1972) soll er: 67 „(...) aufgrund seiner Sprachkenntnisse und seiner Bildung im politischen Leben des Landes eine Rolle gespielt haben; der siebenbürgische Adel habe insbesondere in außenpolitischen Angelegenheiten die Dienste von Hertel(ius) in Anspruch genommen, so zum Beispiel 1611 Zsigmond Forgách, der General und Palatin (Kapitän - Anm. des Autors) von Kaschau." Gerade im Hinblick auf seinen hohen Bildungsstand sowie seiner vielseitigen Erfahrungen und Kenntnissen erscheint dem Nachbetrachter merkwürdig, dass von ihm ­abgesehen von der Basler theologischen Disputation (1587) - weder gedruckte noch handschriftliche literarische Werke überliefert wurden, obwohl für schriftstellerische Ambitionen gerade in der berühmten und produktiven Druckerei seines Zeitgenossen Caspar Helth jun. / iß. Heltai Gáspár in Klausenburg beste Gelegenheit geboten war. 68 Keine gesicherten Angaben lagen uns bislang über die familiären Verhältnissen (Gattin, Kinder) und besonders über das Datum des Todes von Hertelius vor. 69 Aufgrund der Annahme Binders (1972), dass Johannes Hertelius identisch mit dem bereits genannten Hundertmann Hannes Hertel war, setzte er das Todesjahr von Hertelius auf die Zeit zwischen 1626 und 1634. Im letztgenannten Jahr wird nämlich die Witwe des Hannes „Johannes Balck Apotheckarius Germanus Duißburgensis" ist bereits aus dem Jahr 1599 bekannt, als er eingebürgert wurde. Vgl. Archivele Nationale, Directia Judeteana Cluj, Fond Primaria Cluj-Napoca (1638­1760), III. Band, II. Teil, Bl. 92. Vermutlich war der Hermannstädter Apotheker „Wilhelmus Balck, Duisburgensis Apothecarius" ein Verwandter (Bruder?) von ihm. Vgl. Orient, Gy.: Az erdélyi és bánáti gyógy­szerészet története. Cluj-Kolozsvár, 1926. 69-71. Gaal Gy.: Orvosdoktorok a kolozsvári Unitárius Kollégium tanárai között. In: Orvostudományi Értesítő. Az Erdélyi Múzeum-Egyesület Orvostudományi Szakosztályának Közleményei. Marosvásárhely, 1997. 69. 299­304. Zu den namentlich bekannten Lehrern des unitarischen Kollegs in den Jahren nach 1600 zählen: Simon Fischer (aus Pommern), Georgius Deidrich, Johannes Bros(s)er, Paulus Göts (Goes), Paulus Cromer, Andreas Cromer (Doctor phil et med.), Paulus Csenádi (Doctor phil et med). Die meisten von diesen studierten in Padua. Vgl. Földesi, F.: Kénosi Tőzsér János: De typographiis et typographi unitariorum in Transylvania. Bibliotheca Scriptorum Transylvano-Unitariorum. (Adattár a XVI XVIII. századi szellemi mozgalmaink törté­netéhez, 32). Szeged, 1991. 96-97, 140-145; Kénosi Tőzsér, J. / Uzoni Fosztó, I.: 2005. 533-579. „nyelvtudása és műveltsége következtében az ország politikai életében is szerepet játszott, az erdélyi főnemes­ség különösen külpolitikai ügyekben vette igénybe Flertel(ius) szolgálatait, például 1611-ben Forgách Zsig­mond kassai generális és nádor." Vgl. Sebesi, P.. 1972. 41; Binder, P.: 1979. 115-116. Übersetzung durch den Verfasser. Eine literarische Tätigkeit kann in seinem Fall nicht endgültig ausgeschlossen werden, zumal auch im Falle anderer Unitarier des 17. Jahrhunderts Manuskripte bekannt wurden, die von der Öffentlichkeit lange Zeit unbeachtet blieben, zum Beispiel des Arztes und Lehrers Johannes Geizanovius, (Polonus, Lectoris Scholac Claudiopolitanae Unitariae (Medici Clarissimi), der drei Handschriften hinterließ. Vgl. Földesi, F.: 1991. 159. Ein Hannes Herteil (!) und Johannes Dienbringer sollen übrigens 1612, als Peter Filstich Königsrichter war, seitens der Sachsen die Aufsicht über den Klausenburger Weinbau ausgeübt haben. Binder, P.: 1979. 115.

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