Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 198-199. (Budapest, 2007)
KÖZLEMÉNYEK — COMMUNICATIONS - KAPRONCZAY, Katalin: Krankenhäuser im Ungarn des 18. Jahrhunderts. - (Kórházak a 18. századi Magyarországon)
wahrhaftig gut funktionierendes Krankenhaus vor, wo an alle Bedingungen gedacht war, die zur Behandlung der Kranken notwendig waren. 1798 ist also das von Mihály Haffner geplante erste große Krankenhaus der Hauptstadt mit 220 Betten eröffnet worden. Die Ansprüche sahen schon bei der Eröffnung, dass sie zu eng angelegt waren. András Váiyi (1764-1801) äußert gleich nach der Eröffnung seinen Stolz und Freude in seinem Buch: Beschreibung Ungarns: „... das Hospital der Bürger ist dermaßen namhaft, groß und vorzüglich gebaut, dass es kein solches gibt im ganzen Kaiserreich außer des großen Gebäudes in Wien ... " 6 Es darf dazu bemerkt werden, dass das Wiener Allgemeine Krankenhaus 2000 Berten besaß, aber die Seelenzahl der zwei Städte einen beträchtlichen Unterschied aufwies. Die Versorgung der bürgerlichen Krankenhäuser war in allen Hinsichten sehr armselig. Es fehlte an Verköstigung, Medikamenten, Geräten, Bandage. Besonders gefährlich zeigte sich alles auf dem chirurgischen Gebiet, wo die Kranken eine Behandlung bekommen mussten. Von der Stadtkasse, die sich durch Gaben aufrecht erhielt, - sind täglich durchschnittlich 3 Kreuzer - von 1783 angefangen 6 Kreuzer - für die tägliche Verpflegung und Behandlung pro Kranke überwiesen worden. In jenen Zeiten war eine krankheitsspezifische Diät unvorstellbar. Von den engen Möglichkeiten, die zur Verfügung standen kochte eine Pflegerfrau ein bescheidenes Mahl, damit die Kranken versorgt wurden. Später hat der Krankenhausverwalter ein bis zwei Frauen für die Küchenarbeit angestellt. Als charakteristisch darf jene Behauptung bezeichnet werden, die im Reglement der Fleischerzunft des 18. Jahrhunderts überliefert blieb: „das Fleisch eines krank gefunden und geschlachteten Rindviehs muss ins Hospital für die Armen geliefert werden. " . An Feiertagen schickte die städtische Bierbrauerei den Kranken etwas Bier. Die Krankenpfleger waren zahlenmäßig wenig und ungebildet. Das Hospital hatte im Allgemeinen keinen eigenen Arzt, die städtischen Ärzte oder gelegentlich Chirurgen besuchten die Kranken. Im Rochus Krankenhaus gab es einen Arzt, der neben der Behandlung der Kranken auch die Aufgaben eines Oberarztes und auch die Verwaltungsaufgaben versah. Nebenbei war er auch der ordentliche Stadtphysicus von Pest. Diese Person war der bereits erwähnte Mihály Haffner. Neben ihm arbeitete ein Oberchirurg, der die Aufgaben eines Chirurgen, Geburtshelfers und Pathologen verrichtete, zugleich auch ein Leichenschauer war, und höchstens mit einem Gehilfen oder anders formuliert Assistenten auf seinem Fachgebiet arbeitete. Zum Heilpersonal gehörten noch die Hebamme, die Pfleger, aber ohne welche Fachausbildung, die nur von ihren humanistischen Gefühlen getrieben sich mit den Kranken beschäftigten. Im Rochus Krankenhaus waren es insgesamt 8 Personen, 4 Frauen und vier Männer. Einen wichtigen Posten bekleidete der Verwalter, der die Rechnungen erledigte, er hatte einen Schreiber zur Hilfe. Einen wichtigen Fortschritt bedeutete im Rochus Krankenhaus, dass die Kranken von unterschiedlichem Typ in verschiedene Krankenzimmer untergebracht wurden. Es gab Frauen- und Männer-Abteilungen für „äußere und innere Beschwerden", gebärende und entbindende Frauen, Wahnsinnige bzw. veralterte und verarmte Menschen, die alle auf irgendwelche Art abgesondert voneinander platziert wurden. Die Pflegekosten hat der Statthalterrat festgelegt, dem Zimmer entsprechend, wo mehr oder weniger Kranken unterge6 Vályi: I.e. 71. 7 Gortvay: I.e. 131.