Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 196-197. (Budapest, 2006)
KÖZLEMÉNYEK — COMMUNICATIONS - KILLYEN, Hansgeorg von: Neue Daten zu Studien- und Wirkungsorten siebenbürgisch-sächsischerArzte im Zeitraum 1870-1936
Eine weitere nennenswerte Persönlichkeit war Dr. Balázs Kenyeres, geboren am 21. Februar 1865 in Kronstadt. 1890 promovierte er in Budapest zum Doktor der Medizin. Sechs Jahre später ist er Assistent am Institut für Gerichtsmedizin in Budapest und 1896 Professor, später Direktor des Institutes und Dekan der medizinischen Fakultät zu Budapest. Er war ein sehr effektiver medizinischer Schriftsteller. Abschließend drei in Kronstadt geborenen Ärztebrüder: Dr. Eduard Lurtz, geb. 1856 seit 1888 Hof- und Leibarzt Seiner Königlichen Hoheit des Herzogs Ernst August von Cumberland, zu Braunschweig und zu Lüneburg. 1889 wurde Eduard Lurtz zum ordentlichen Mitglied der k. u. k. Gesellschaft der Ärzte in Wien gewählt. In Erfüllung seiner ärztlichen Obliegenheiten brachte er fast jedes Jahr längere Zeit in Dänemark zu, dann die Wintermonate an der Französischen Riviera in Cannes, Nizza und Monte Carlo... Als ärztlicher Reisebegleiter des Herzogs Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg verweilte er währen der Wintersemester der Jahre 1904, 1905, 1906 und 1907 in Oberägypten (Assuan und Luxor), kam nach Nubien und dem englischen Sudan... Zweimal fuhr er auch den Weißen Nil flußauf bis zum 9. Grad nördlicher Breite. Er starb 1929 in Linz. Der zweite Arzt der Familie, Dr. Alexander Wilhelm Lurtz, geboren 1857, war in seinen frühen Berufsjahren Militärarzt und als solcher am serbisch-bulgarischen Krieg beteiligt. Danach zog er nach Wien, wurde dort chirurgischer Ordinarius am Franz-JosefAmbulatorium, später Primararzt am Wiener Krankenhaus der Kaufmannschaft und letztendlich Chefarzt der österreichisch-ungarischen Eisenbahngesellschaft. Der jüngste Bruder, Dr. Otto Lurtz, geboren 1872 studierte Medizin in Wien und war lange Jahre Militärarzt in Wien, Villach und Budapest. Nach seiner „Übersetzung in den Ruhestand" wurde er Arzt des Sanitätskreises Birthälm . Wanderungen siebenbürgisch-sächsischer Mediziner um die Wende 19.-20. Jahrhundert hatten immer wieder den Zweck, neue medizinisch-sanitäre Erkenntnisse und Erfahrungen aus den westlichen Ländern Europas nach Siebenbürgen zu bringen und dort in die Praxis umzusetzen, so geschehen vor der Sanierung Hermannstadts. Stadphysikus Dr. Daniel Czekelius besuchte im Jahre 1898 einige deutsche Städte und erkundete dort die Wasserversorgung, die Abwasserbetriebe und die Müllabfuhr. Nach den einige Jahre dauernden Sanierungsarbeiten in Hermannstadt sank dann auch die Typhus-Morbidität beträchtlich ab' 8 . Zur Wanderbewegung der Mediziner gehört auch die Präsenz fremder Mediziner an neuen Standorten - in unserem Fall z.B. die Präsenz ausländischer Ärzte in Siebenbürgen. Besonders hervorzuheben wären jene Vertreter der Heilkunst, die nicht nur zur Genesung der Bürger ihren Beitrag leisteten sondern auch einen enormen Wissenstransfer vermittelten. Wir nennen hier nur Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus (1493-1541) der 1520 auch Ungarn und Siebenbürgen besucht haben soll. Weniger bekannt ist die Wirkung siebenbürgischer Ärzte an den rumänischen Fürstenhöfen (Moldau und Walachei) sowie zahlreiche Urkunden und Daten über landes- und sprachfremde Ärzte, 17 Gusbeth, II.: Zur Geschichte der Sanitätsverhältnisse in Kronstadt. 1884, S. 335; Gusbeth, E.: Das Sanitätspersonal in Kronstadt und aus dem Kronstädter Komitate in den Jahren 1901 - 1910. Kronstadt, 1910, S. 73; n Killyen, II. v.: Zur Geschichte des siebenbürgisch-deutschen Ärztevereinswesens. In: Naturw. Forschungen über Siebenbürgen. Bühlau Köln. Weimar, Wien, 1991, S. 28-64.