Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 190-193. (Budapest, 2005)

TANULMÁNYOK - ARTICLES - Géra Eleonóra Erzsébet: Egészségügy, demográfia és járvány a 19. századi Baranyában

ZUSAMMENFASSUNG Über die gesundheitlichen und epidemischen Zustände des Komitats Baranya sind hauptsächlich zeitgenössische Bearbeitungen entstanden, die Anspruch auf eine unfassende Bewertung heben können, die späteren Studien behandelten bloß Detailgebiete. Die Zustände des Heilpersonals und der Seuchenlage der Stadt Pécs (Fünfkirchen) sind wissenschaftlich gut aufgeschlossen. Über die gesundheitliche Lage des Komitats Baranya ist die letzte zusammenfassende Arbeit 1845 aus der Feder von Miksa Hölbling entstanden, der aber auf das Heilpersonal näher nicht einging. Die Verbreitung der Epidemien bzw. ihre Auswirkung auf die Einwohner des Komitats ist früher noch nicht untersucht worden. Im 19. Jahrhunderts nahm das Seuchenwesen eine zentrale Stellung ein, da mehr als 40% der Population daran verstarb. Die Cholera hat sich in fünf großen Epidemien gemeldet, die Zahl der Verstorbenen grenzte an eine Million. Das Trachom, zwei Arten des Typhus und die Ruhr ließen sich auch bemerken, sie tauchten aber nur auf kleineren Gebieten auf. Auch die gefürchteteste Krankheit: die Blattern kamen noch vor. Die ansteckenden Kinderkrankheiten, wie Masern, Scharlach und Diphtherie haben zahlreiche Seuchen verursacht, die das ganze Land gefährdeten. Die Zahl der daran Verstorbenen erreichte fast die der Cholera. Die Verfasserin sammelte wichtige Einzelheiten über die Epidemien des Jahrhunderts und gruppierte diese nach verschiedenen Gesichtspunkten. Als Muster diente die historische Methode, welche die Mikroerscheinungen in einer relativ kleinen Dorfgemeinde (Helesfa und Umgebung) fokusierte, das Auftreten der Epidemien, ihre Ausdehnung, sowie die Auswirkungen auf die Einwohner zur Analyse zog. In Ungarn wurden große Anstrengungen landweit, aber auch privat unternommen, welche die Seuchen zu hemmen versuchten. Es entstanden Gesetze, Verordnungen des Ministeriums der Inneren Angelegenheiten, zahlreiche Konferenzen und Publikationen behandelten dieses Thema. Eine Wende brachte der XIV. Gesetzartikel des Jahres 1876, der das zweite diesbezügliche Gesetz auf dem Kontinent war, und detaillirte Hinweise vorschrieb, wie die Epidemien vorzubeugen sind. Auf umfangreiche zeitgenössische Archivmaterialien und auf die Fachliteratur gestützt wird gezeigt, was für Anstrengungen im Komitat Baranya und zum teil in der Stadt Pécs unternommen, d. h. wie die Verordnungen verwirklicht wurden. Eine entscheidende Rolle spielten der Komitatsoberarzt, Kreisarzt, Apotheker, die Hebamme, deren Funktion und Tätigkeit, weiterhin ihr Wirkungsbereich genau gezeigt wird. Die Studie überzeugt den Leser, daß die Wirksamkeit des Seuchenschutzes und die entsprechenden Vorbeugungsmethoden, ja das Heilverfahren selbst von der gesellschaftlichen Anerkennung des Heilpersonals stark beeinflußt war. Im Neoabsolutismus ist die Entwicklung des Gesundheitswesens beschleunigt worden. 1856 wurden die ersten Regulierungen des Hospitalwesens und der Krankenpflege, das Programm des Krankenhausbauens bearbeitet, die tatsächliche Verwirklichung begann aber erst in den 1870-er Jahren. Eine wichtige Rolle spielten in der Vorbeugung die verschiedenen Institutionen des Gesundheitswesens, deshalb wird auch die Entwicklung des Hospitalwesens, insbesondere der provisorisch aufgestellten Epidemiekrankenhäuser und die abgesonderten Abteilungen für Infizierte behandelt.

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