Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 188-189. (Budapest, 2004)

KÖZLEMÉNYEK - COMMUNICATIONS - Namal, Arin - Honti, József: „Mein Vaterland ruft mich!" Antritt, Dienst und Abschied des ungarischen Wissenschaftlers Prof. Dr. Tibor Péterfi (1883-1953) an der Universität Istanbul. — „ Hazám szólít! " Egy magyar tudós, Prof Dr. Péterfi Tibor (1883-1953) érkezése az Isztambuli Egyetemre, ottani működése és távozásának körülményei

Budapest durch die ungarische Regierung hin löste er seinen hiesigen Vertrag auf und kehrte in sein Land zurück. In einem persönlichen Brief an unser Dekanat drückte er nun seinen Wunsch aus, erneut in der Türkei, die er sehr liebe, zu kommen {um in Istanbul oder Ankara zu arbeiten). Er hat zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen vorzuweisen (seiner Akte zufolge allein 53 anatomohistologische Studien bis 1938) und publizierte auch während seines Aufenthaltes bei uns. Einen Ruf nach Amerika zur Gründung eines Instituts für Experimentalzytologie in New York konnte er wegen einer akuten Lungenentzündung nicht annehmen. Er ist der Entdecker des in der Mikrochirurgie verwendeten Mikromanipulators. Als Professor und Leiter war er 1934-36 in Cambridge und 1936-39 in Kopenhagen an Instituten der Fakultät und der Biologie tätig. Nach seinem alten Vertrag erhielt er für seine Tätigkeit an unserer Fakultät ein Gehalt von 620 TL. Für den Fall, daß der Anatomische Fachbereich der Medizinischen Fakultät Ankara daran interessiert ist, ihn zu engagieren, hier seine Anschrift: Ord. Prof. Dr. Tibor Péterfi, I. Anatomisches Institut Budapest IX, Tüzoltógasse 58". Unterdessen hatte Péterfi seinen Wunsch, wieder in die Türkei zu kommen, erneut mit einem Schreiben vom 15. 10. 1946 auch seinem ehemaligen Kollegen im Fachbereich, Maskar, erklärt 23 : „Seit ich fort bin, überlege ich immer wieder, warum ich überhaupt aus Istanbul und der Türkei fortgegangen bin, und jetzt sehe ich deutlich, daß die Türkei die zivilisierteste und am besten organisierte Nation in Europa und Asien ist... Wie glücklich wäre ich, wieder an die Universität Istanbul oder nach Ankara zurückkehren zu können... Helfen Sie mir, damit ich wieder in die geliebte Türkei zurückkommen kann... Nächste Woche halte ich im Radio einen Vortrag über die Türkei Atatürks und Ismet Inönüs 24 ' In seinem letzten Brief an Maskar, datiert vom 27. 02. 1948, schrieb Péterfi, er würde mit seinem Freund Prof. Dr. Ernestus de Balogh, der zum Direktor des Krebsinstituts der Universität Istanbul berufen worden sei, 25 Ende März nach Istanbul kommen und bei dieser Gelegenheit in Istanbul und Ankara je einen Vortrag halten können. Er sei sehr glücklich, Istanbul noch einmal besuchen zu dürfen und werde nach einigen Wochen Aufenthalt eventuell von Istanbul nach Philadelphia, Amerika, gehen. Péterfi fand Maskar zufolge nach insgesamt 27 Jahren im Ausland - die letzten sieben davon in der Türkei - in seiner Heimat, die er bereits 1919 verlassen hatte, nicht, was er erhofft hatte, weshalb er gern in die Türkei zurückgekehrt wäre. In seinen Briefen sprach er auch davon, in welch elendem Zustand sein Institut in Ungarn war, und daß er keine Gelegenheit zur Forschung dort fände. Maskar ging jedoch auch darauf ein, daß bei dieser Unzufriedenheit die Depression eine Rolle gespielt haben könnte, die sich bei Péterfi noch in der Türkei angekündigt hatte und vor allem aus seinem Kummer über die Heimat und den Sohn an der Front resultierte 26 23 Maskar, Ü.: a. a. 0. 256. (Anm. 8). 24 Zweiter Staatspräsident der Türkei (1884 - 1973). 25 Honti J.- Namal A.: Efforts in 1947 to make Prof. Dr. Ernestus de Balogh (1890-1964) work for the University of Istanbul. Orvostörténeti Közlemények (Comm. de Hist. Artis Med.) 155-159. (2003) 182-185. 26 Anm. 23.

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