Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 188-189. (Budapest, 2004)

KÖZLEMÉNYEK - COMMUNICATIONS - Namal, Arin - Honti, József: „Mein Vaterland ruft mich!" Antritt, Dienst und Abschied des ungarischen Wissenschaftlers Prof. Dr. Tibor Péterfi (1883-1953) an der Universität Istanbul. — „ Hazám szólít! " Egy magyar tudós, Prof Dr. Péterfi Tibor (1883-1953) érkezése az Isztambuli Egyetemre, ottani működése és távozásának körülményei

war ich mit Freude bereit, meine Tätigkeit diesem Ziele zu widmen. Ich habe mir erlaubt Ihnen, sehr verehrter Herr Professor, einige Arbeiten von mir zuzusenden und jetzt möchte ich auch die Liste meiner wissenschaftlichen Veröffentlichungen, sowie meinen Lebenslauf (Curriculum vitae) überreichen mit der Bitte meine etwaige Anstellung bei Ihnen als Histologe, mit Wohlwollen zu prüfen. Ich kann meinerseits Ihnen nur die Versicherung geben, daß ich mich glücklich fühlen würde, wenn ich mein Wissen und meine Kräfte unter Ihrer, meinen Lebenslauf und Leitung dem Wohl der Istanbuler Universität widmen könnte. Aus meinen wissenschaftlichen Publikationen werden Sie wohl am Besten beurteilen können, wie weit ich dazu geeignet bin. Ich möchte nur noch bemerken, daß ich die französische und englische Sprache ebenfalls beherrsche, wenn ich auch eher gewöhnt bin deutsch zu schreiben. Ich bitte Sie diesen Brief freundlich entgegennehmen zu wollen und überzeugt sein von der vorzüglichen Hochachtung mit der ich bin Ihr ergebener T. Péterfi". Für den Lehrstuhl der Histologie und Embryologie, der durch den Abschied Löwenthals am 01.10.1938 frei geworden war, wurden zunächst Prof. Hoepke von der Universität Heidelberg und Prof. Lanz von der Universität München als Kandidaten erwogen. Doch die Universitätsleitung beschloß, Péterfi zu berufen. Die Universität unterzeichnete einen Vertrag mit ihm für die Dauer vom 01. 04. 1939 - 01. 04. 1944, der ein monatliches Nettogehalt von 450 türkischer Lira (brutto 620,88 TL) vorsah. Am 17. 04. 1939 schrieb der Polizeipräsident folgende Zeilen an das Rektorat der Universität, die Péterfis Identität als „deutscher Jude" betonten : 13 „Aus einem Schreiben vom 11. 04. 1939 vom Innenministerium geht hervor, daß dem deutschen Juden Péterfi, der von der Universität Kopenhagen auf den Lehrstuhl für Histologie und Embryologie der Medizinischen Fakultät der Universität berufen wurde, am 14. 03. 1939 vom Ministerrat mit Beschluß Nr. 10585 die Erlaubnis zur Einreise in unser Land mit seiner Mutter erteilt wurde. Ich bitte um Kenntnisnahme sowie um Mitteilung seiner Ankunft und der Laufzeit seines Vertrages" . Im Zuge der türkischen Universitätsreform von 1933 war es zunächst durchaus üblich, daß die türkischen Behörden im Schriftverkehr über die Anstellung jüdisch-stämmiger, aus Hitler-Deutschland emigrierter Wissenschaftler die Bezeichnung „deutscher Jude" verwendeten 14 ' Péterfi trat am 24. 04. 1939 seinen Dienst an der Universität Istanbul an. Aus einem Schreiben mit seiner Unterschrift vom 11, 09. 1939 an das Dekanat, mit dem er um die Auszahlung der Reisekosten bat, geht hervor, daß er zur Zeit seiner Berufung nach Istanbul geheiratet hatte. Péterfis Gattin Karin Vibeke, geb. 10. 11. 1901, kam aus Dänemark. Im Juli und August nahm er Urlaub, um seine Angelegenheiten in Kopenhagen zu regeln. Im Oktober kam sein Hausrat auf Dampfer „Saogolant" unter schwedischer Flagge in der Türkei an. 13 Siehe Anm. 3. 14 Für Beispiele dieser Einschätzung vgl. Namal A.: Beiträge jüdischer Wissenschaftler zu den vorklinischen Fächern der Medizin bei der türkischen Universitätsreform von 1933. In: Scholz A.- Heidel C. P. (Hrsg.): Emigrantenschicksale. Einfluß der jüdischen Emigranten auf Sozialpolitik und Wissenschaft in den Aufnahmeländem [Medizin und Judentum Bd. 7/. Frankfurt a. Main 2004. 83-99.

Next

/
Oldalképek
Tartalom