Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 188-189. (Budapest, 2004)
KÖZLEMÉNYEK - COMMUNICATIONS - Namal, Arin - Honti, József: „Mein Vaterland ruft mich!" Antritt, Dienst und Abschied des ungarischen Wissenschaftlers Prof. Dr. Tibor Péterfi (1883-1953) an der Universität Istanbul. — „ Hazám szólít! " Egy magyar tudós, Prof Dr. Péterfi Tibor (1883-1953) érkezése az Isztambuli Egyetemre, ottani működése és távozásának körülményei
gemeinsam publizierte und sich in diesen Publikationen insbesondere auf Fragen der Zytologie, Histophysiologie und Histogenetik konzentrierte 7 ' Zu seinen Aufsehen erregendsten Arbeiten gehören Folgende: Bezüglich der Frage nach der möglichen Vereinigung von Sehnenfasern mit Muskelfasern zeigte er auf, daß nicht Muskelfasern mit Sehnenfasern verbunden seien, sondern das Sarkolemm. Als Erfinder des Mikromanipulators stellte er einen Kondensator her, der eine Mikromanipulation auch auf dunklem Untergrund ermöglichte, sorgte dafür, daß die elektrische Spannung in den Zellen mit Mikroelektroden meßbar wurde (Elektrometrie), und daß eine Operationskamera mit dauerhaft gleichbleibender Temperatur angefertigt wurde, wodurch auch in Gewebe und in Bakterienkulturen eine Mikromanipulation möglich wurde. Er befaßte sich mit dem Problem des Abwechseis von Lösung und Gel unter mechanischem Einfluß in Zellen und Gewebe (Thixotropie), und sorgte für die Erklärung von Formen- und Zustandsveränderungen innerhalb lebender Zellen durch die Kolloidenchemie. Er formulierte die „Latent-Struktur-Theorie", die besagt, daß einige Strukturen zwar bei der lebenden Zelle nicht beobachtet werden können, jedoch mittels der nötigen Mikrotechnik typisch und dauerhaft feststellbar sind. Er zeigte auf, daß bei einer Schädigung des Zellkerns ein Stoff freigesetzt wird, der die ganze Zelle zerstört, obwohl ein lebender Zellkern optisch homogen ist, und daßdieser Stoffbei einigen Zellen, zum Beispiel bei den Amöben, im Nukleolus lokalisiert ist, die Kerne pflanzlicher Zellen hingegen einen vergleichbaren cytolitischen Stoff nicht aufweisen. Seinem türkischen Kollegen Ord. Prof. Dr. Üveis Maskar (1900-1982) zufolge wurde die von ihm entwickelte Methode zur Zubereitung von Methylbenzoat-Celloidin-Paraffin für Materialien, die mit histologischen Techniken geschnitten werden sollen, von allen auf diesem Gebiet tätigen wissenschaftlichen Einrichtungen auf der ganzen Welt unter der Bezeichnung „Péterfi-Methode" übernommen 8 6 L. Wamoscher (Berlin), O. Olivo (Turin), O. Kapel (Kopenhagen), O. Malecci (Padua), Sch. Moschkowski (Moskwa), H. Okkels (Kopenhagen), A. Goldzieher (N.York), G.Yamaha (Tokyo), B. Hughes (Chicago), M. W. Woerdemann (Amsterdam), M. Bergonzini (Neapel), G. Ettisch (Berlin-Dahlem), V. Rotshild (Cambridge), C. Williams (Philadelphia), A. Naville (GenO u.a. Bemerkenswert ist hier, daß sich in dieser Reihe auch André Naville befindet, mit dem gemeinsam er 1930 in der Zeitschrift Protoplasma den Aufsatz "Die Wirkung des Kernanstiches auf das Protoplasma der Amoeba sphaeronucl" veröffentlichte. Naville selbst kam 1933 aus der Schweiz in die Türkei und erlag 1937, nach vier Jahren Tätigkeit an der Universität Istanbul, einer TyphusErkrankung. Vgl. Widmann H: a. a. O. 99. 7 Publikationsliste Tibor Péterfis für die Jahre 1908-1939. Akte „Tibor Péterfi" im Professorenarchiv des Fachbereiches Déontologie und Geschichte der Medizin der Medizinischen Fakultät Istanbul der Universität Istanbul. 8 Maskar Ü.: Tibor Péterfi (22. 6. 1883 - 14. 1. 1953). In: Terzioglu A. (Hrsg.): 2'"' Turkish-German Medical Relations Symposium ( 20.-25. September 1981. Istanbul). Istanbul 1981. 253, 254.