Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 186-187. (Budapest, 2004)

TANULMÁNYOK — ARTICLES - MAGYAR László András: Die siebenbürgische "Vampir-Krankheit". - Az erdélyi "vámpírbetegség"

3. Aus medizinischen Werken. Obwohl unser Material sehr datenreich erscheint, eine ausführliche Beschreibung der Vampir-Krankheit nur in medizinischen Werken zu finden ist. Nun sollen hier die Hauptquellen unseres Materials geschildert werden. 1. Sámuel Köleséri (der Jüngere, 1663-1732), der berühmte Theologe, Arzt, Politiker und Polyhistor, Oberinspektor der siebenbürgischen Bergwerke, ist der Erste, der uns in seinem 1709 in Hermmannstadt herausgegebenen, kurzen Werk: Pestis Dacicae scrutinum et cura über das Auftauchen der Vampir-Krankheit in Siebenbürgen benachrichtigt. 18 Dieser Text is nicht nur deshalb sehr interessant, weil er über die Vampir-Krankheit in Bezug auf die Pest spricht, sondern auch darum, weil dieses Werk noch vor der großen Vampir-Hysterie der Jahre 1725-1732 entstand. Am Ende des Büchleins ist folgendes zu lesen: (Zitat in eigener Übersetzung): „Es verbreitete sich die Nachricht provinzweit, und dieser Aberglauben schlug in der Seele vieler Menschen tiefe Wurzeln, daß die Pest mit Hilfe des Teufels von Hexen und Zauberinnen (sagae et veneficae) verursacht und von lebendigen und toten Menschen gleichermaßen verbreitet wird. Nach der übereinstimmenden Behauptung der an vielen Orten gesammelten Berichten kam als wirksames Mittel gegen die Epidemie in Gepflo­genheit, daß die verdächtigen Leichname auszugraben, zu zerstümmeln und in der Mitte des Brustkorbes mit einem Pfahl durchzustossen seien." Nach dieser Einleitung führt Köleséri mehrere exakte Daten an. Er schreibt, daß in Kis­Kerék 34 Männer starben. Mit der völligen Übereinstimmung des ganzen Dorfes {consensu tot ins pagi) wurden ein Mann, zwei Frauen und ein Mädchen ausgegraben. Obwohl der Mann schon in Verwesung begriffen war, fand man die Körper der Frauen unversehrt auf. In deren Mund fand man sogar angekaute Leichentücher. Nun legte man Steine auf deren Mund und die Leichname wurden gepfählt. Die Epidemie hörte jedoch - wider Erwartung - doch nicht auf Im Nachbardorf Pókafalva starben 1 1 ältere Personen. Die Leichname eines Vampier­verdächtigen rumänischen Einwohners und dessen Enkel wurden ausgegraben, und weil sie ebenfalls Zeichen von Leichentuch-Kauen zeigten (auch Fälle einer Mastication), wurden ihre Leichname gepfählt. In Weißkirchen wurde sogar auf Wunsch seiner eigenen Familie ein Rinderhirt ausgegraben und gepfählt. Hier weist Köleséri auf den berühmten Hermannstädter Fall hin. In der Zeit des Fürsten Mihály Apafi (der Ältere, 1632-1690), gab es ein aus seinem Grabe regelmäßig zurückkeh­render Gardeoffizier, der bei vielen Personen incubus-ähnliche Symptome versursachte. Nachdem man seinen Leichnam ausgegraben und auch in seinem Mund das Grabtuch ge­funden wurde, wurde er enthauptet. Diesmal soll die Epidemie sogleich aufgehört haben. Im Bábolna, Besitz der Familie Nalánczi, wurde ein Prediger, in Csesztve aber ein ge­wöhnlicher Mann aus ähnlichem Grund ausgegraben. Obwohl Köleséri die Möglichkeit zurückweist, daß die erwähnten Epidemien eine dämonische Ursache haben könnten, macht 18 Köleséri de Kereseer, S.: Pestis Dacicae anni MDCCIX. scrutinum et cura. Cibinii, Heltzdörfer 1709.

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