Varga Benedek szerk.: Orvostörténeti közlemények 149-157. (Budapest, 1996)
KRITIKÁK / REVIEW ESSAYS - Schultheisz Emil: Bildende Kunst und Medizinhistoriographie. Überlegungen zu dem Buch von Mária Vida: Kunst und Medizin in historischen Ungarn
BILDENDE KUNST UND MEDIZINHISTORIOGRAPHIE Überlegungen zu dem Buch von Maria Vida: Kunst und Medizin im historischen Ungarn EMIL SCHULTHEISZ Vida, Mária: Művészet és orvostudomány a történelmi Magyarországon. Medicina in artibus in Hungária. Semmelweis Orvostörténeti Múzeum, Könyvtár és Levéltár — Magyar Képek Kiadó (Budapest, 1994) 160 p., 97 monotyp 149 color Photos. Die Generaldirektorin des Semmelweis-Museums hat ein sympatisches Buch geschrieben. Ihre Monographie verdient eine viel grössere Aufmerksamkeit, als dies im Rahmen einer Buchbesprechung normalerweise geschehen kann. Ich nenne einige Gründe dafür: ein grosses Interesse von medizinhistorischer Seite für die Erforschung interdisziplinärer Problemfeldern, wie Kunst- und Sozialgeschichte und Medizinhistorik, wobei ein aussermedizinisches Interesse ebenfalls besteht. Ein Interesse der Allgemeinhistoriker im Hinblick auf „sensu strictiori" grenzüberschreitende Fragen sowohl bezüglich transkultureller Vergleiche, wie auch im Hinblick auf die Interpretation von Erscheinungs- und Darstellungsformen medizinhistorisch relevanter Kunstwerke, nicht zuletzt deren Provenienz. Das Interesse für spezifisch ungarische Karakteristika im genannten Themenkreis und geographischen Gebiet ist wahrscheinlich auch nicht gering. Obschon eine Vielzahl von Aufsätzen über einzelne Aspekte des Themas in Ungarn veröffentlicht wurde, an einer umfassenden Monographie mangelte es. Letztlich besteht gewiss ein Interesse an Fragen der weiterführenden Forschungen anhand einiger der hier exponierten Problemen. In den folgenden Ausführungen geht es mir jedoch nicht um eine Auflistung eines detailierten Katalogs der Beschreibungen der zahlreichen schönen Illustrationen, Interpretationen, der gestellten oder zu stellenden Fragen, sondern darum, das in ungarischer Sprache geschriebene Buch dem interessierten potentiellen Leser näherzubringen, Impressionen zu vermitteln, auf weitere Forschungsmöglichkeiten hinzuweisen. Medizingeschichte kann und darf sich nicht bloss auf Fachgeschichte bzw. auf Wissenschaftsgeschichte beschränken, sie soll Medizin in den verschiedenen Bezügen zum Volksglauben, zur Religion und Kunst also zur Kultur zeigen. Diese Sicht des Faches fesselt uns ungleich mehr, als die blosse gegenwartfixierte Erfolgsgeschichte, die nicht selten übersieht, dass die Gegenwart auch einmal Vergangenheit werden würde. Kunstgeschichte ist besonders geeignet unser Bild zu ergänzen was das ganzheitliche Denken in der Medizin betrifft. Medizin und Kulturgeschichte sind in vielen Beziehungen verzahnt. Die kunsthistorisch geprägte medizinhistorische Literatur fast aller Epochen stellt ein noch weitgehend unausgeschöpftes Reservoir der Wissenschaftsgeschichte dar. Allein schon deshalb ist jedes Unternehmen zu begrüssen, das zur Erschliessung und Deutung dieses wertvollen Materials beiträgt, zumal es sich um vielseitige Sammlungen handelt wie im