Magyar László szerk.: Orvostörténeti közlemények 133-140. (Budapest, 1991-1992)
TANULMÁNYOK — ESSAYS - Kapronczay, Károly: Ungarisch—polnische Kontakte auf dem Gebiet der Medizin
Polnischer Arzte seine Dienststelle zugewiesen. Die Bezahlung bekam das Personal direkt vom ungarischen Innenministerium 62 . Der weitere Ausbau der Tätigkeit der polnischen Ärzte innerhalb des gegebenen Rahmens war der besonders hoch einzuschätzende Verdienst der Gruppe. Die Verordnung No. 78/1940 hat nur die primäre ärztliche Versorgung unentgeltlich verordnet (z. B. bei zahnärztlichen Behandlungen waren vom Ministerium nur Kosten der Zahnextraktion übernommen, mundchirurgische Eingriffe oder Zahnersätze dagegen nicht mehr). Die Gruppe Polnischer Arzte organisierte dawider den zahnärztlichen Dienst. Mit der Anwendung von Zahntechnikern konnten auch der Zahnersatz, und Arbeiten für Reparierungen usw. möglich werden. Die medizinische Versorgung dehnte sich auch auf die sich legal betätigenden polnischen Schulen aus, wo neben der hygienischen Kontrolle auch schulärztliche Aufgaben übernommen wurden. Diese Aufgabe bekam meistens der in der Nähe arbeitende polnische Arzt, nur das Heim der Polnischen Flüchtlings-Waisen (das im Grunde genommen eine illegale Institution der polnischen Judenkinder war), und das Balatonboglárer Polnische Gymnasium hatten einen eigenen Schularzt. Diese Ärzte haben neben Verrichtung ihres Berufes auch Aufgaben übernommen, die mit der psychologischen Betreuung polnischer Kinder zusammenhangen, die von ihren Familien getrennt waren 63 . Die Weiterentwicklung des medizinischen Dienstes bezog sich auch auf ein anderes wichtiges Gebiet — namentlich auf das Krankenhauswesen. Schon im Herbst des Jahres 1939 stellte sich heraus, daß die Betreuung der Polen nur in beschränktem Maße von den ungarischen Krankenhäusern übernommen werden konnte. Der Grund lag teils in der beschränkten Zahl der Betten, teils in den sprachlichen Schwierigkeiten. So tauchte der Bedarf auf, daß ein polnisches Krankenhaus und andere polnische medizinische Institutionen gegründet werden müssen, wo polnische Kranke von polnischem Personal betreut werden können. Das Internationale und Ungarische Rote Kreuz, das Innenministerium und das Ministerium für Landesverteidigung, die ausländischen Hilfsorganisationen und die gewählten Organisationen der polnischen Emigration gründeten im Frühjahr 1940 das s. g. Koordinierungs Komitee, dessen Aufgabe — unter anderen — die Verteilung der materiellen Güter bzw. Beurteilung und Überprüfung der Verteilung selbst war. Dieses Komitee organisierte noch in demselben Jahr in Budapest, in der Fő Straße die Zentrale Polnische Ambulanz, machte einen Vorschlag zur Aufstellung eines polnischen Krankenhauses mit 140 Betten in der Stadt Győr (Raab) unter dessen fachliche Aufsicht das Altersheim in Keszthely, das Gesundheitshaus mit seinen 50 Betten in Letkcs, die Abteilung für Magenkrankheiten in Ipolyszalka, die Nervenabteilung in Szentes und die TBC-Abteilung in Mátraháza gehörten. Die Ausrüstung wurde teils von den ungarischen Behörden, teils von in das Koordinierungs Komitee versammelten Organisationen sichergestellt. Von diesen war das größte das Győrer Polnische Krankenhaus, das vier Abteilungen beherbergte: Interne, Dermatologische-Geschlechtskrankheitliche, Rhino-, Oto-, Laryngische und Chirurgische Abteilungen. Außer diesen besaß es ein selbständiges Laboratorium und eine Röntgen-Abteilung. Dieses Krankenhaus wurde vor allem für eine militärische Anstalt angesehen, aber es wurden auch zivile Kranken angenommen. An der Spitze dieses Krankenhause stand Dr. med. Stefan Sobiencki. Zum Personal zählten noch neun zivile Ärzte, ein Militärarzt, acht Schwestern und zwei Sanitäts-Kadetten. Später sind noch 15 Unteroffiziere und 15 Sanitäter in diesen Dienst gestellt worden. Die meisten Ärzte waren Fachärzte, und sicherten eine Behandlung von hoher Qualität. Das Krankenhaus wurde aus einem Depot eines unbenutzten Holzbetriebes herausgebildet, dessen Kosten das Koordinierungs Komitee trug und schon im Herbst 1940 eröffnet werden konnte. Die Wahl dieser Stätte war dadurch begründet, daß in der Nähe polnische Lager funktionierten, und auch von mehreren Richtungen her gut zu erreichen war. Dieses Krankenhaus hatte in vieler Hinsicht seiner Bedeutung das Gewicht wie das Balatonboglárer Polnische Gymnasium erreicht, weil es innerhalb eines legalen Rahmens mit polnischem Personal funktionierte und vollkommen selbständig war. Unter der fachlichen 1,2 Ungarisches Landes Archiv, K. 150. a. a. O. Nr. 4024 63 Kapronczay, Károly: Lengyel iskolák Magyarországon a második világháború idején (Polnische Schulen in Ungarn zur Zeit des zweiten Weltkrieges). Magyar Pedagógia, 1974 Stasierski, Kazimierz: Szkolnictwo polskie na Wegrzech w czasie dragiej wojny swiatowej. Poznan, 1969