Magyar László szerk.: Orvostörténeti közlemények 133-140. (Budapest, 1991-1992)

TANULMÁNYOK — ESSAYS - Kapronczay, Károly: Ungarisch—polnische Kontakte auf dem Gebiet der Medizin

Familiengut in Szczawnica ein Heilbad einrichtete, das er testamentlich der Krakauer Akademie der Wissenschaften vermachte. Sein in ungarischer Gala verfertigtes Portrait wurde deshalb im Prunksaal der Akademie aufgehängt 50 . Aus Archivquellen ist uns der Name von Wilhelm Wahlburg (1757—1823) überliefert, der in Poznan geboren wurde, und sich eine kurze Zeitlang in Temesvár betätigte als Krankenhausdircktor. Zwischen 1801—1805 war er Komitatsoberarzt im Temeser Komitat. 1812 begab ersieh in seine Heimat, wurde zuerst Militärarzt, später Professor der Gynäkologie und Geburtshilfe an der Warschauer Universität. 51 Ignác Schuh (Ml 2—1864) wurde in Vác geboren. Seine medizinischen Studien verrichtete er in Pest und Wien, sein Doktordiplom der Medizin erwarb er in Pest. In Stanislaw ging er zum Heer, diente in San­domiercz und Prohobycz, dann finden wir ihn wieder in Sandomiercz 52 . David Rosenthal ( 1808— 1890) wurde im galizischen Tarnograd geboren und studierte in Wien Medizin. Zur Zeit der großen Choleraepidemie des Jahres 1831 betätigte er sich auf ungarischem Boden. Aus Wien kehrte er nach Warschau zurück, und lebte dort bis zu seinem Tode als praktizierender Arzt. Der ungarische Ferenc Horain (1799—1880) studierte in Wien Medizinwissenschaft, diente später als Militärarzt auf polnischem Boden. Zur Zeit des polnischen Aufstandes des Jahres 1831 schloß er sich den Polen an, und zog auch mit ihnen in die Emigration. 1840 kehrte er zurück und ließ sich in Wegrow nieder, wo er als praktizierender Arzt sein Leben verbrachte. Der ebenfalls ungarische András Fukier (1813—1870) erwarb sein Diplom an der medizinischen Fakultät der Pester Universität. Er verbrachte aber sein Leben in Warschau. Oszkár Widmann (1839—1910) war ebenfalls ein ungarischer Arzt, der seine praktische ärztliche Laufbahn in Krakau verlebte. Rudolf Trzebiczki (1859—1903) wurde in Klausenburg geboren und verrichtete seine Studien größtenteils in Ungarn. Er wurde Professor der Chirurgie an der Krakauer Universität. In den Arbeiten über die Geschichte des polnischen Militärgesundheitswesens können wir öfters mit Namen ungarischer Chirurgen begegnen. Im Jahre 1808, da die Napoleonische Armee — darinnen die Polnische Legion — Saragosa stürmte, traf eine Kanonenkugel den Oberst, später General Josef Chlopicki am Fuß. Ein gewisser ungarischer Chirurg, namens Kiss, half dem blutenden Obersten, den während Verrichtung seines Berufes eine tödliche Kugel traf. Im Jahre 1815 finden wir unter den Militär-chirurgen die folgenden Ungarn: Ferenc Sárossy, Károly Szabó, János Szegedy. Die Budapester gebürtlichen ungarischen Chirurgen Fülöp Bernstein und Pál Darázs schlössen sich 1831 den polnischen Aufständischen an, genauso wie Károly Kreitsir, der 1839 in Pest sein Diplom der Medizin erwarb. Für seine Tapferkeit bekam er die Auszeichnung Virtuti militari. Mit den polnischen Emigranten zog er in die Vereinigten Staaten Amerikas und verstarb in New York im Jahre 1856. In derselben Zeit dienten in der Armee der Aufständischen die Militärärzte Pál Ragóczy und Ede Schwarzer, die in ihrer Unterschrift ihre ungarische Abstammung immer verzeichneten. UNGARISCH—POLNISCHE MEDIZINISCHE KONTAKTE BIS 1945 Jene Tatsache, daß Polen seine Unabhängigkeit erreichte, hat für die ungarisch —polnischen medizini­schen Kontakte zwischen den zwei Weltkriegen bedeutende Veränderungen mitgebracht. Die gut be­währten, schon als traditionell bezeichnenden Kontakte funktionierten auch weiterhin, für die Medizinwis­senschaft der beiden Länder war aber von hoher Bedeutung, daß zwischen den beiden Ländern auch ein offizieller Kontakt zustandekam. Dieser Kontakt spiegelte sich auch auf dem Gebiet der Medizin wider. Der Kontakt, der zwischen den Universitäten und medizinischen Gesellschaften ins Leben gerufen war, ist als gut zu bezeichnen, er kam in den gemeinsamen Ehrenmitgliedschaften, in Einladungen auf wissenschaftliche 50 Szumowski: a. a. O. Mit den Anmerkungen von Árpád Herczeg. Budapest, 1939. S. 411 51 Siehe Anm. 50 52 Siehe Anm. 50

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