Magyar László szerk.: Orvostörténeti közlemények 133-140. (Budapest, 1991-1992)

TANULMÁNYOK — ESSAYS - Kapronczay, Károly: Ungarisch—polnische Kontakte auf dem Gebiet der Medizin

Die Experimente einer Universitätsgründung des Königs Matthias' sind in der zweiten Periode der Herrschaft der Jagellos in Ungarn — //. Wladislaus (1490—1516) und //. Ludwig ( 1516—1526) verglüht, deshalb blieben für die ungarische Intelligenz auch weiterhin Krakau und Italien die wichstigsten Stätte der höheren Ausbildung. Es muß zwar zugegeben werden, daß auch bis zu jener Zeit die Priorität nicht bezweifelt werden kann, die Gründung der ungarischen Hochschulausbildung, die durch die Universitäten in Pozsony und Buda angelegt wurde, bedeutete doch nur einen Hoffnungsstrahl, und kaum etwas mehr. Zur Jahrhundertwende vom XV. zum XVI. Jahrhundert können im Budaer Hof der Jagellos zahlreiche polnische Diplomaten, Söldner, auch Ärzte und Apotheker beobachtet werden. Zu dieser Zeit ließ sich Maciejz Lowicza(Lowiczi Mátyás) in Buda nieder, der 1490 den Titel Doktor der Philosophie, 1485 Doktor der Medizin erwarb. Er verstarb als Leibarzt des Königs II. Wladislaus um 1496. Ebenfalls aus archivarischen Quellen ist uns der Name von Micha! z Lwowa (Lwowi Mihály) bekannt, der sich im Jahre 1486 an der Krakauer Universität immatrikulieren ließ. Im Jahre 1489 wurde er Magister der Philosophie, 1492 Doktor der Medizin an der Bolognaer Universität. Dem Ruf des Königs II. Wladislaus gefolgt kam er nach Buda, wo er als königlicher Leibarzt und Budaer Pfarrer wirkte. 16 Von den am Budaer Hof der Jagellos vorgekommenen polnischen Ärzten trat Maciej z Michowa (Mechoviensis) (1457—1523), der „polnische Hippokrates" hervor, der als Professor an der Krakauer Universität unterrichtete und seine Chronik verfaßte. Sein Leben wurde von den polnischen Medizin­historikern in allen Details bearbeitet, so daß bloß auf einige Beziehungen seines Lebens hingewiesen werden muß, die mit Ungarn verflochten stehen. Es darf als bekannt angenommen werden, daß er im Jahre 1479, nachdem er in Krakau das Diplom Doktor der Philosophie erwarb, durch Prag nach Italien zog, um die in Krakau begonnenen medizinischen Studien abschlieben zu können. In Padua hörte er neben der Medizin Astrologie und Geographie, besuchte öfters Neapel, wo er in der Werkstatt von Jan Adam Polak mit der Buchdruckerkunst Bekanntschaft schloß. Aus bisher unaufgeklärten Umständen ging er im Jahre 1484 nach Rom, und absolvierte dort seine medizinischen Studien. Nachher verbrachte er noch ein Jahr in Italien, und zog durch Ungarn zurück in seine Heimat. Das war die erste unmittelbare Begegnung mit unserem Land, obzwar er auch schon in Italien, oder früher noch in Krakau mit Ungarn Bekanntschaften schloß. Seine im Jahre 1521 herausgegebene Chronica Polonorum streift nicht nur großzügig Ungarn, sondern gibt Rechen­schaft über eine eingehende Übersicht, so daß sein Werk als eine zeitgenössische Quelle der ungarischen Geschichte anzusehen ist. Darin erwähnt er, daß die Syphilis im Jahre 1495 und 1496 aus Ungarn nach Polen verschleppt wurde. Das bezeugt nicht nur jene Tatsache, daß sich Miechowa vor der Einladung des Königs II. Wladislaus in Ungarn aufhielt, sondern läßt auch darauf schließen, daß er die ungarischen Umstände sehr gut kannte. In den späteren Jahren war er zu mehreren Gelegenheiten in Ungarn, sogar als Bote des polnischen Königs. Nach den Aufzeichnungen war er es, der II. Ludwig zur Welt herhalf. Sein Kontakt mit den Ungarn war vielseitig, da er sich im Jahre 1500 an der Arbeit der medizinischen Fakultät der Krakauer Universität beteiligte: anstatt Jan z Regul hielt er Vorlesungen und wurde bald der Rektor der Universität. Dank seiner Verordnungen wird er unter den größten Reformatoren der Krakauer Universität erwähnt, der vor allem die Disziplin des Unterrichtes befestigte, die auf die Studenten genauso gültig war, wie auf den Lehrkörper. Er regelte u. a. die Führung der Jahrbücher der Universität, die Verwendung der verschiedenen Gaben und Fonds usw. Von seinen Verordnungen hebt sich die Gründung der Krankenzimmer-Einrichtung hervor, die im Dienste der Ärzteausbildung stand, und deren Aufsicht die Krakauer Ärzte versehen mußten 17 . Durch seine strengen Maßnahmen zur Befestigung der Disziplin kam er öfters in Zusammenstoß mit den ungarischen Studenten der Krakauer Universität, in deren Reihen sich nicht nur ausgezeichnete Studenten oder Lehrkräfte befanden, sondern öfters auch Besucher von Weinstuben und Stadtlokale — also un­bezwingbare Elemente. Zur Zeit der Einführung der disziplinaren Maßnahmen wurden für die ungarischen Studenten mehrfach Arreststrafen oder Geldstrafen ausgemessen. Seiner Volkstümlichkeit im Kreise der Ungarn konnten diese Maßnahmen aber nicht schaden. Miechowa spürte keine Unsympathie den Ungarn Birkenmajer, Ludwik: Marcina Krola z Przemysla, Warszawa, 1900 Kapronczay, Károly: Matthias Mechoviensis. Orvosi Hetilap, 1976. S. 334—337

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