Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 125-132. (Budapest, 1989-1990)

KISEBB KÖZLEMÉNYEK, ELŐADÁSOK - STUDIES, LECTURES - Kaiser, Wolfram: Der Arzt Franz Ernst Brückmann (1697-1753) und seine ungarische Reise von 1724

Naturae Curiosorum angehörte. 27 1724 wurde auch der Ódenburger Carl Friedrich Loew (1699—1741) in diese Vereinigung aufgenommen, ein Jenenser Promotus von 1721. Auch mit ihm muß sich Brückmann bekanntgemacht haben bzw. in Kontakt geblieben sein; die Loewsche „Observatio de midiere hydropica, gravida crédita" hat er später in seinen Reisebriefen (Cent. HI. Nr. XLV) referiert. Ende März 1724 ist Brückmann in Pozsony eingetroffen. In den Memorabilia Posoniensia schildert er die Geschichte der ungarischen Krönungsstadt mit ihrer Burg, dem Martinsdom, den Palästen, Kirchen und Klöstern. Auch hier trennt er die in der Stadt praktizierenden Ärzte gemäss ihrem Glaubensbekenntnis, muß aber jetzt eine Dreier-Gruppierung vornehmen, denn neben den evangeli­schen und den katholischen Fachvertretern gibt es auch einen jüdischen Mediziner. Bei den Protestanten nennt er mit Justus Johannes Torkos (1699—1770) und dem bereits erwähnten Andreas Hermann, dem Schwager des von ihm hochgeschätzten Matthias Bél (1684—1749), zwei einstige Absolventen der Medizinischen Fakultät Halle; dabei erscheint Brückmann bemerkenswert, daß Hermann trotz seines evangelischen Glaubensbekenntnisses als Leibarzt beim Cardinal Csáki fungiert. Der deutsche Besucher rühmt zugleich Hermanns chemische Fertigkeiten, sein Wissen um die Mineralogie Ungarns und seine Beschreibung eines Sal purgans Hungaricus. Via Tyrnau und Neutra ist Brückmann dann in das Gebiet der ungarischen Bergstädte gelangt; Schemnitz und Kremnitz, Königsberg und Glashütte sind seine Hauptanlaufpunkte. Alles, was mit den Montanwissenschaften in Verbindung steht, scheint ilrm des präzisen Berichtes wert: gleiches gilt für das regionale Schrifttum medizinischen und naturwissenschaftlichen Charakters, das aus der Feder von ortsansässigen Fachleuten stammte. 2 * 29 Ausführlich schildert er die ,JFeuer-Machine" in Königsberg, die der Engländer Potter 1722 dort aufgestellt hatte: „Ein Engelländischer Ingenieur, Isaac Potter, hat 1722. eine künstliche Feuer-Machine in Königsberg, 3 Meil von Schemnitz, gemacht und zu Stande gebracht, welche durch Gewalt des Feuers über 45 000 Eymer Wasser alle 24. Stunden aus der Tieffe heraus ziehet, wenn es auch über 1000 Klaffter wäre." In Schemnitz ist Brückmann mit dem Arzt, Montanwissenschaftler und Grubeneigner Johann Hellenbach (1659—1728) zusammengetroffen, einem Wittenberger Promotus von 1685. Vom aben­teuerlichen Lebensweg des „Galenits Hungaricus" wird Brückmann bei dieser Gelegenheit erfahren haben. Heilenbach war von Leopold I. nobiliert worden, hatte im ungarischen Freiheitskampf Partei für Ferenc Rákóczi (1677—1738) ergriffen, der ihn zum Chef der Grubenkammer machte. Nach zeitweiliger Zwangsemigration kehrte der auch um das Bergbau-Hospitalwesen verdiente Hellenbach in die ungarische Heimat zurück, wo ihm auch sein konfisziertes Eigentum zurückgegeben wurde. 30 Mitte Mai 1724 ist Brückmann, der auch Karl Otto Moller (1670—1747) in Neusohl seine Aufwallung machte, im Komitat Liptau. In Liptö-Szentmiklös ist Daniel Fischer (1695—1746) sein Gastgeber, ein partiell in Wittenberg ausgebildeter Arzt, der seit 1719 der Academia Naturae Curiosorum angehört und nun das Liptauer Physikat bekleidet. In Késmark kommt es dann zur Begegnung Brückmanns mit dem Pädagogen und Theologen Georg Buchholtz (1688—1737), einem engagierten Karpathenforscher, der 11 Jahre zuvor als Reisebegleiter eines ungarischen Adligen mehrere deutsche Universitätsstädte aufgesucht hatte. Auch Buchholtz hat ein Reise-Diarium ge­führt, das aber nie zur vollständigen Edition gelangte; Auszüge mit Berichten über Jena 31 und Halle' 2 57 Kaiser, W.. u. A. Völker: Die Physici Sempronienses und ihre Beziehungen nach Halle und Wittenberg. Comm. Hist. Art. Med. 62/63 (1972), S. 101—110. 28 Szabó, B.: Das Gesundheitswesen mittelalterlicher ungarischer Bergstädte. Wiss. B. Univ. Halle 1987/23 (T 63). S. 75—77. Rákóczi, K.: Medizinisches im Predigt-Büchlein des Querfurters David Reuss — verfaßt in der ungarischen Bergstadt Kremnitz. Wiss. B. Univ. Halle 1987/23 (T63), S. 77—84. " Kapronczay, K.: Ungarische Grubenärzte im 16. und 17. Jahrhundert. Wiss. B. Univ. Halle 1987/23 (T 63), S. 85—87. 31 Peukert, IL: Das Jena-Erlebnis des Georg Buchholtz im Jahre 1713. Wiss. Z. Univ. Jena (Ges.-sprachw.) 7 (1957/58), S. 71. " Kaiser, W., u. H. Krosch: Halle 1713 im Diarium itinerarium des Georg Buchholtz (1688—1737). Wiss. Z. Univ. Halle (Math.-naturw.) XIII. (1964), S. 583—599.

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