Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 115-116. (Budapest, 19869

KISEBB KÖZLEMÉNYEK — ELŐADÁSOK - Völker, Arina: Az erdélyi Martin Schmeizel (1679—1747) mint hallei Ordinarius (német nyelven)

Unwillen seiner Fachkollegen war Burkhard Gotthelf Struve 1702 nach Halle gereist und hatte dort — in Jena mußte man das als Brüskierung empfinden — den Doktorgrad erworben. Der zu den halleschen Gründungsprofessoren zählende Buddeus war 1705 einem Ruf nach Jena gefolgt, wo er u. a. ein allgemeinhistorisches Lexikon vorbereitete und den Studiosus Schmeizel zu dieser Arbeit als Adlatus heranzog. Zwischenaufenthalte Schmeizels in Wittenberg und in Greifswald sind wohl im wesentlichen dadurch bedingt gewesen, daß er sich zwecks Finanzierung seine Studiums als Hauslehrer und Reisebegleiter verdingen mußte. Dabei gerät er wiederholt unerwünscht in die Ereignisse des Nordischen Krieges hinein. Es sind dies die Jahre des anfänglichen Siegeszuges des Schwedenkö­nigs Karl XII., der die Dänen, die Russen und die Sachsen geschlagen und August II. zum Frie­den von Altranstedt gezwungen hatte. In der Heimat Schmeizels zeichnen sich damals noch die Erfolge der nationalungarischen Aufstandsbewegung von Ferenc Rákóczi (1676—1735) ab; 12 der transsylvanische Studiosus dürfte besonders die letzteren Geschehnisse mit Aufmerksamkeit ver­folgt haben. Im Mai des Jahres 1707 hält sich Schmeizel dann — er begleitet einen Greifswalder Adligen auf dessen Bildungsreise — zum ersten Mal in Halle auf und hört hier Kollegs bei Christian Thomasius (1655—1728) und bei Samuel Stryk (1640—1710), dem einstigen Lehrer sei­nes Förderers Struve. Bei seiner Rückkehr nach Jena erwartet ihn ein weiterer Reiseauftrag, denn er soll zwei schwedische Barone abholen, die an deutschen Universitäten studieren wollen. Als Schmeizel mit den beiden Herren via Halle wieder in Jena eintrifft, scheint er des unsteten Reise­lebens müde gewesen zu sein: 1712 erwirbt er den Magistergrad und beginnt privatissime ein klei­nes Kollegprogramm. Durch einige Aufsätze sucht er auf sich aufmerksam zu machen: Schmeizel ediert einen Luther-Brief an den Kronstädter Reformator Johannes Honter, berichtet über die Ge­schichte von Kroninsignien, über ungarische Inthronisationsmodalitäten und über die letzten Sta­tionen im Leben des sächsischen Kurfürsten Johann der Beständige. Aber es wird vorerst nichts mit einer gesicherten Universitätskarriere oder einer Tätigkeit als Bibliothekar. So muß er sich erneut als Adelslehrer verdingen, um seine Familie — 1713 heiratet er eine Tochter des Jenen­ser Stadtrichters Meyer — ernähren zu können. Eine als Reisebegleiter unternommene nochmali­ge Fahrt nach Schweden gerät zum dramatischen Geschehen, denn sie führt zur Internierung durch die inzwischen siegreichen Gegner von Karl XII.; erst verspätet ist Martin Schmeizel wie­der in Jena. Sein Biograph Johann Christoph von Dreyhaupt (1699—1768) berichtet: „1713 um Ostern führte er besagte Herren wieder nach Schweden, sie hatten aber das Unglück, daß sie bey damahligen Kriegs-Unruhen von einem Dänischen Caper aufgebracht wurden, welcher sie nach 3 Wochen nach Coppenhagen fuhrete, von da sie endlich nach erhaltenem Paß über den Sund ab­zureisen Freyheit bekamen. Als er gegen Michael aus Schweden wieder abgieng, hatte er zum an­dern mahl das Unglück, aufgebracht und nach Coppenhagen geführet zu werden. Bey welchen Umständen er seine Reise über Seeland, Schleßwig und Hollstein nach Hamburg richtete; weil aber dieser Ort damahls von der Pest angestecket und alle Communication mit den benachbarten Provintzen geschlossen war, sähe er sich genöthiget, durch Holland, Westphalen und die Lüne­burgische Lande nach Jena zurückzugehen. ' ' u In Jena-lassen sich die beruflichen Belange Schmeizels nunmehr soweit regeln, daß er auf Dauer in den Lehrbetrieb eingeschaltet wird; 1720 kann er eine Adjunktur und 1721 ein philosophisches Extraordinariat sowie das Bibliotheksinspektorat übernehmen. Mit Kollegs über die „Historie der Gelehrtheit", die der Ausbildung angehender Lehrer gelten, macht er sich um die Durchset­12 Kaiser, W. : Medizinhistorische Reminiszenzen zum Rakoczi-Gedächtnisjahr 1976. Wiss. B. Univ. Halle 1976/26 (T 12); Halle 1976. 13 Dreyhaupt, J. Chr. v.: a. a. O., S. 710.

Next

/
Oldalképek
Tartalom