Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 115-116. (Budapest, 19869

TANULMÁNYOK - Kaiser, Wolfram: Johann Heinrich Schultze (1687—1744) és magyar baráti illetve munkatársi köre (német nyelven)

chischlehrer und in der Zeit zwischen März 1704 und November 1705 als Famulus und Arztschre­iber bei Christian Friedrich Richter betätigte. 34 Seines eigentlichen Berufszieles ist er aber noch nicht sicher, denn er wechselt 1706 noch einmal zur Theologie und Pädagogik und nimmt eine Tätigkeit als Lehrer in den Franckeschen Stiftungen auf. Freunde sollen ihn bewogen haben „sich auf die Theologie, oder vielmehr auf die gesamten Humaniora und Sprachen zu le­gen; mit dem grasten Eifer trieb er also noch weiter hebräisch, chaldäisch, syrisch, arabisch und samaritanisch , und ertheilte darauf in dem hiesigen Paedagogio in der Anatomie, Botanik, in der griechischen und hebräischen Sprache, mit vielem Beyfall Unterricht".^ Zeitweilig schert Schulze also wieder auf die Ziele des Collegium orientale ein, 36 beteiligt sich aber durch Fach­richtungen wie Anatomie und Botanik zugleich am präakademisch— medizinischen Ausbildungs­programm der Franckeschen Stiftungen. Schulze gehört damit zum pädagogischen Gremium der Schulanstalten, dessen Mitglieder damals gehalten sind, bei Teilnahme am Franckeschen Frei­tisch ihr Curriculum vitae im diesbezüglichen Tischbuch der Anstalten einzutragen. Das hat Jo­hann Heinrich Schulze unter dem Datum des 23. Januar 1707 getan. Scheint der Berufsweg Schulzes damit endgültig in Richtung des pädagogischen Einsatzes aus­gerichtet — im Curriculum vitae von 1707 steht nichts, was auf Änderungsabsichten schließen ließe — so wird einige Jahre später die persönliche Begegnung mit Friedrich Hoffmann, der nach einer zwischenzeitlich in Berlin wahrgenommenen Archiatur nach Halle zurückkehrt, zum Ents­cheid für die endgültige Festlegung. Er und der Anatomieprofessor Heinrich Henrici (1663—1728) bewegen Schulze, das abgebrochene Medizinstudium nun doch noch abzuschließen und sich der Heilkunde zuzuwenden; das Projekt, eine Anstaltsleitung in Brandenburg zu über­nehmen, wird mit Franckes Billigung ad acta gelegt. Schulze wird Hausgenosse Hoffmanns, des­sen System einer „mechanischen Arzneigelehrtheit" ihn fasziniert und dazu führt, dem Stahls­eilen Animismus auf Dauer abzusagen. Damit bezieht Schulze Kontraposition zu den meisten der dem Waisenhaus verbundenen Mediziner, von denen Michael Alberti (1682—1757) und der eben­falls auf Umwegen zur Medizin stoßende Johann Juncker (1679—1759) demzufolge wissenschaft­lich zwangsläufig zu seinen Antipoden werden. Doch zunächst geht es um den Studienabschluß und die Promotion. Im Februar 1717 legt Schulze seine medizinhistorische gehaltene Inaugu­ralschrift vor („De athletis veterum, eorumque diaeta et habitu"), im Juni des gleichen Jahres erwirbt er die Venia legendi . Dank Hoffmannscher Hilfestellung geht es dann weiter recht schnell mit der akademischen Karriere: als Lorenz Heister (1683—1758) seine Altdorfer Professur für Anatomie und Chirurgie zugunsten eines Helmstedter Ordinariats aufgibt, kann Schulze die Nachfolge Heisters antreten. Für zwölf Jahre wird Altdorf zur Wirkungsstätte von Johann Heinrich Schulze. Seine wissen­schaftlichen Ambitionen zeichnen sich nunmehr klar ab. Neben den Lehraufgaben im engeren Sin­ne sind das die Medizingeschichte, die Gräzistik und Arabistik und partiell auch die chemische Forschung. Dabei fusionieren sich Teile des Gesamtspektrums, wenn Schulze beispielsweise über die Medizingeschichte der Klassik oder des Orients arbeitet. In seine Altdorfer Ära fällt die Be­schäftigung mit den kufischen Schriftzeichen und auch diejenige mit der Silbersalz— Lichtempfindlichkeit. Die Academia Naturae Curiosorum beruft ihn am 27. August 1721 in ihre Reihen. Der Kontakt zu Halle, wo sein Gönner Francke 1727 zu Grabe getragen wird, bleibt in diesen 34 Francke-Archiv Halle: Tir. V Nr. 13 Conf.-Buch Bd. I. 35 Förster, J. Chr.: Uehersicht der Geschichte der Universität zu Halle in ihrem ersten Jahrhunderte: Halle 1799. 36 Kaiser, W. , u. W. Piechocki: Das hallesche Collegium Orientale und seine Ausstrahlung auf die medizi­nische Arabistik des 18. Jahrhunderts. Wiss. Z. Univ. Halle (Math.-naturwiss.) XXVII (1978), H. 5, S. 111—132.

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