Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 115-116. (Budapest, 19869

TANULMÁNYOK - Kaiser, Wolfram: Johann Heinrich Schultze (1687—1744) és magyar baráti illetve munkatársi köre (német nyelven)

notiert er, es sei „vielleicht eher als eine Arbeit von Schulze zu betrachten". 1 * Das mag nun stimmen oder nicht: Tatsache ist, daß Schulze bei Hoffmann als „Gehülfe bei der Herausgabe seiner Schriften'* fungierte 19 und das eine oder andere Werk Hoffmanns zumindest als geistiges Mit-Eigentum Schulzes anzusehen ist. Das gilt für den pädiatrischen Buchteil in Hoffmanns „Systematischer Medizin", 20 auch wenn dieser das verständlicherweise — beispielsweise in ei­nem diesbezüglichen Brief an seinen einstigen Schüler Daniel Wilhelm Triller (1695—1782) — nicht zugeben konnte oder wollte. 21 Im Verband der Ars medica bildete die Beschäftigung mit der Geschichte der Medizin ohne Zweifel das Hauptengagement Schulzes. Hier hat er vor allem auf der Teilstrecke der antiken Me­dizin Bedeutendes geleistet 22 und den sich später in Halle auf den von Schulze vorgebahnten Pfaden bewegenden Kurt Sprengel (1766—1833) 23 zu der Aussage veranlaßt, er sei „der erste wahre Geschichtsforscher der Medicin" gewesen. Sowohl das medizinhistorische als auch das numismatische Anliegen hat Schulze dabei in einer Reihe populärwissenschaftlicher Aufsätze vor die breitere Öffentlichkeit zu bringen gesucht. Es wäre aber ein Trugschluß, wollte man an­nehmen, die praktisch-ärztliche Komponente sei hierbei zu kurz gekommen: genau das Gegenteil läßt sich feststellen, zieht man seine Vorlesungsankündigungen, die Liste der unter ihm verteidig­ten Dissertationen 24 und einige populärwissenschaftliche Abhandlungen zu Rate, in denen es um die Balneologie, 25 um Trinkwasserprobleme 26 oder um Fragen der Präventiv- und Unfallmedizin 77 ging. Sicher ist auch, daß Schulze eine Klientel um sich hatte, zu der eine Rei­he von Ungarn gehörte. Diese bemerkenswerte Tatsache scheint dem ungarischen Medizinhistori­ker István Weszprémi (1723—1799) entgangen zu sein, der im übrigen die ungarischen Doktoran­den Schulzes sorgfältig auflistete. 28 Wie eng diese in vielen Fällen freundschaftlichen Charakter annehmenden Verbindungen Schulzes gerade zu seinen ungarischen Schülern waren, geht zum einen aus den Widmungsadressen anläßlich der Doktorate dieses Personenkreises hervor, zum anderen aber auch aus einer Passage von Johann Benedikt Carpzow, der im Zusammenhang mit der Erstellung einer biographischen Studie über den verstorbenen Transsylvanier, Michael Gottli­eb Agnethler (1719—1752) 29 zum Ungarn-Kreis um Schulze notierte: „Hac tempestate se appli­18 Wimmer Aeschlimann, U.: Eine Geschichte der Physiologie von Albrecht von Haller. S. 112; Bern und Stuttgart 1968. 19 Haeser, H.: Lehrbuch der Geschichte der Medicin und der epidemischen Krankheiten, Zweiter Band, S. 518; Jena 1881. 20 Hoffmann, F.: Medicináé rationalis systematicae Supplementum de praecipuis infantum morbis etc.; Frankfurt/Main 1740. 21 Rath, G.: Ein unbekannter Brief Friedrich Hoffmanns aus dem Triller-Nachlaß. Sudhoifs Archiv 47 (1963), S. 342-346. 22 Völker, A.: Medizinhistorischer Unterricht in der Gründlingsepoche der Universität Halle. Wiss. B. Univ. Halle 1982/6 (E 43), S. 65 -73; Halle 1982. 23 Koch, H.-Th.: Curt Sprengel (1766-1833) und die Medizingeschichte. Wiss. B. Univ. Halle 1982/6 (E 43), S. 92-96; Halle 1982. 24 Kaiser, W, u. H. Krosch: Die Disputationen und Doktoranden der Jahre 1700—1749. Wiss. Z. Univ. Hal­le (Math.-naturwiss.) XV (1966), S. 1011—1124. 25 Kaiser, W. : Medizingeschichte und Populärwissenschaft bei Johann Heinrich Schulze. Das Altertum 26 (1980), S. 243-249. 26 Kaiser, W. u. K. Werner: Das Trinkwasser in der halleschen populärmedizinischen Aufklärungsliteratur des frühen 18. Jahrhunderts. Z. ges. Hyg. 27 (1981), S. 365—371. 27 Kaiser, W., u. A. Völker: Hygiene, Präventiv- und Unfallmedizin in den Schriften des halleschen Ordi­narius Johann Heinrich Schulze (1687-1744). Z. ges. Hyg. 27 (1981), S. 779—784. 28 Weszprémi, I.: Succinta Medicorum Hungáriáé et Transilvaniae Biographia, Cent, tertia Decas. I et II, S. 360—364; Wien 1787 (Neudruck Budapest 1970). 29 Kaiser, W.: Das wissenschaftliche Werk des transsylvanischen Arztes und Altertumsforschers Michael Gottlieb Agnethler (1719—1752). Comm. Hist. Artis Med. 81 (1977), S. 73—87.

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