Antall József szerk.: Orvostörténeti közlemények 105-106. (Budapest, 1984)
TANULMÁNYOK - Kaiser, W. — Völker, A.: Az első középeurópai gyermekkórház (német nyelven)
Abb. 7. Eintrag aus dem Konferenzbuch vom 20. Januar 1706 über die Zahnpflege der Schüler Samuel Madai (1709—1780), der aus Selmecbánya (Schemnitz) gebürtige Schwiegersohn von Christian Sigismund Richter. Der hallesche Chronist Runde notiert in seiner MadaiBiographie, daß Richter ihm „die Aufsicht über das mit der Medicamtenten-Expedition verbundene Collegium clinicum anvertrauete"P Dabei kann es sich aber nur um eine kurzfristige Vertretung gehandelt haben, denn für das Collegium clinicum ist lediglich Johann Juncker zuständig gewesen; Madai leitet in Nachfolge des Schwiegervaters jahrzehntelang den Drogen ver trieb und führt ihn zu einem wirtschaftlichen Kulminationspunkt. 64, 65 Im Rahmen seiner Aufgaben als Firmenleiter ist Madai bemüht gewesen, die Kontakte zu seiner alten Heimat noch mehr zu intensivieren. 1738 übersetzt er eine 1709 von Christian Friedrich Richter edierte Pestschrift („Nothwendiger Unterricht wie man sich bei jetziger Pest und andeen Seuchen. .. praeserviren und curiren könne") ins Ungarischen und verbindet die Abhandlung („Szükséges oktatás, miképpen kiki a Döghalában és elragadó betegségébben magát őrizheti s' orvosolhattya") mit der Werbung für die halleschen Medikamente und speziell für die Essentia dulcis. István Weszprémi (1723—1799) registriert diese Schrift im Madaischen Publikationsverzeichnis und führt ergänzend aus: „Tractatum hunc Christiani Frid. Richten an. 1709. de Peste germanice scriptum, in idioma Hungaricum hic transfudit, et additamentis quibusdam eapropter auxit, ut Essentiae dulci Halensi inter Populäres suos pretium faceret, interspersis passim non paucis eiusdem Essentiae laudibus." 66 Es steht außer Frage, daß es insbesondere die von David Samuel Madai eingebrachten Gewinne aus dem Drogenhandel der Medikamenten-Expedition waren, die das wirtschaftliche Funktionieren des Klinikums sicherten. Das gilt auch noch für die Nachfahren des ungarischen Arztes, selbst wenn sich dann der Aufgabenkonplex des Krankenhauses auf die geschilderte Anstaltsversorgung reduziert. Insofern stellt das Wirken der drei Ärzte-Generationen Madai in Halle ein bemerkenswertes Kapitel in der halleschen Krankenhausgeschichte dar. 63 Weissenborn, B. : a. a. O. (Lit.-Stelle 59), S. 500. 64 Kaiser, W., u. W. Piechocki: Die Ärzte-Dynastie der Madai in Halle. Comm. Hist. Artis Med. 60/61 (1970), S. 49-96. 65 Kaiser, W. : 275 Jahre hallesche Medikamenten-Expedition. Aus der Frühgeschichte der pharmazeutischen Industrie in Deutschland. Beiträge zur Geschichte der Pharmazie 36 (1984), Nr. 22. 66 Weszprémi, I. : Succincta Medicorum Hungáriáé et Transilvaniae Biographia, Cent, prima, S. 202; Leipzig 1774 (Neudruck Budapest 1960).